Weltumsegler getötet : Südsee-Mord: Rätsel um die Freundin

Heike D. ist mittlerweile wieder nach Deutschland zurückgekehrt.
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Heike D. ist mittlerweile wieder nach Deutschland zurückgekehrt.

Der mutmaßliche Mörder von Stefan R. soll die Freundin des Schleswig-Holsteiners schon länger gekannt haben. Dies erzählen sich die Menschen auf Nuku Hiva.

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31. Oktober 2011, 12:49 Uhr

Haselau/Nuku Hiva/DIE AUSSAGE /An Baum gefesselt /Der Revolver /Freundin in Deutschland/JÄGER versteckt sich | Warum musste der Weltumsegler Stefan R. (40) aus Haselau (Kreis Pinneberg) auf der Südsee-Insel Nuku Hiva sterben? Das Magazin "Stern" zitiert Heike D. (37), die Freundin des Getöteten, aus den Akten der Polizei. Dabei wird deutlich: Der Fall bleibt weiter rätselhaft.
Heike D. berichtete den Ermittlern, beide hätten den Jäger Henri Haiti (31), der Stefan R. getötet haben soll, zufällig getroffen - auf der Wanderung zu einem Wasserfall, der 350 Meter in die Tiefe stürzt. Stefan R. habe sich mit dem Einheimischen zur Ziegenjagd verabredet, sie selbst sei nicht mitgegangen. Es sei schon dunkel gewesen, als Henri Haiti allein aus dem Wald zurückkam. Er habe mit dem Beiboot, das für Stefan R. am Strand lag, zum Katamaran des Paares übergesetzt. Aufgeregt habe er gewinkt. Ihr Freund sei verletzt, habe er gerufen, das Bein habe er sich gebrochen. Sie solle helfen. Sie sei zu ihm ins Boot gestiegen.
An Baum gefesselt
Kaum im Wald habe Henri Haiti versucht, sich über sie herzumachen. Sie habe sich gewehrt, mit ihm gerungen. Er habe sie mit Plastikschnüren an einen Baum gefesselt. Sie habe ihn angefleht, ihm Geld angeboten. Er sei verschwunden, wiedergekommen, wieder gegangen. Sie habe dann die alten Schnüre lösen und die Hände befreien können. Heike D. will im Schutz der Dunkelheit zum Boot eines Holländers geschwommen sein, der seit einigen Tagen neben ihnen ankerte. Über Satellitentelefon sei die Polizei informiert worden.
Drei Tage späten entdeckten die Polizisten die Feuerstelle mit den Überresten von Stefan R., eine Stunde Fußmarsch vom Strand entfernt. Die Flammen müssen hoch gelodert haben. Bis zu einer Höhe von sieben Metern haben sie die Bäume verkohlt. Auch die Schnüre mit denen Heike D. gefesselt war, entdeckten die Gendarmen an der beschriebenen Stelle.
Wo war der Revolver?
Doch es gibt Ungereimtheiten. Stefan R. besaß einen Revolver mit 40 Schuss Munition. Die Polizei suchte die Waffe auf dem Katamaran, weil sie fürchtete, der flüchtige Jäger könne damit auf sie schießen. Der Revolver wurde nicht gefunden.
Tage später, nachdem Heike D. abgereist war, lag die Waffe in einer Plastikhülle auf dem Tisch des Bootes. Die Ermittler wollen nun herausfinden, ob Lebensgefährtin Heike D. die Waffe zunächst versteckt hatte und später an Bord brachte oder ob sie der Grund für einen Streit zwischen Stefan R. und dem Jäger war. Zudem gibt es Gerüchte auf der Insel, Henri Haiti habe Heike D. schon länger gekannt, sich Hoffnungen gemacht.
Suche nach dem mutmaßlichen Mörder
Heike D. ist mittlerweile in Begleitung eines Arztes zurück nach Deutschland geflogen. Auf den Vater von Stefan R. hat sie nicht gewartet. Erwin R. (70) ist in dieser Woche nach Nuku Hiva gekommen, um das Boot seines Sohnes nach Hause zu holen. Sauber aufgeräumt sei alles, berichtete er, überall hingen kleine Zettel, wo man was auf dem Boot findet.
Henri Haiti ist weiter auf der Flucht. Die Zeitung "Tahiti-Infos" berichtet, dass nun auch örtliche Jäger an der Suche in der bergigen Region beteiligt seien. In einem alten Reservatenlager soll er sich mit Waffen eingedeckt haben. Der Beamte einer Spezialeinheit der Polizei konnte das Gewehr durch sein Zielfernrohr erkennen. Die 30 Männer hatten Haiti Kilometer entfernt ausgemacht, er entkam ihnen.
Joseph Haiti, der Vater des Verdächtigen will jetzt mit den Polizisten in die Berge gehen. Mit einem Megafon. Er will seinen Sohn rufen. Er soll sich stellen, soll endlich sagen, was passiert ist.

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