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Schleswig-Holstein

23. Oktober 2017 | 07:22 Uhr

Südschleswiger bevorzugen Bargeld

vom

Südlich der Grenze zahlen 42 Prozent mit einer Karte - in Dänemark sind es über 70 Prozent

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Flensburg | Für Geschäfte sind Barzahlungen nicht nur umständlich, sondern auch teuer. Daher hat die Take-away-Gastronomiekette "Cofoco", die in Dänemark landesweit vier Niederlassungen betreibt, entschieden, in Zukunft nur noch Karten zu akzeptieren. Dies ist zwar gesetzwidrig, da Geschäfte in Dänemark bislang dazu verpflichtet sind, auch Bargeld entgegenzunehmen, doch hofft das Unternehmen, so die Gesetzgebung beeinflussen zu können.

Dass eine derart drastische Maßnahme nördlich der Grenze überhaupt denkbar ist, lässt sich wiederum darauf zurückführen, dass der überwiegende Teil der dänischen Einkäufe in Geschäften heutzutage per Karte abgewickelt wird, vorzugsweise der Dankarte (Dankort). Dies sind immerhin 70 Prozent; junge Leute zahlen fast ausschließlich mit Karte, während ältere Verbraucher Bargeld bevorzugen.

"In Deutschland zeichnet sich ein ganz anderes Bild", sagt Monika Dürrer vom Einzelhandelsverband in Kiel. Deutsche lieben Bares. Ihre neuesten Untersuchungen belegen, dass 56 Prozent aller in Deutschland getätigten Einkäufe in bar bezahlt werden.

"Die Deutschen sind schon immer ein Volk gewesen, das Bargeld bevorzugt, und das ist im Vergleich zu vielen anderen Ländern in Europa heute noch so."

Wenn man einige wenige Prozente abzieht, bei denen es sich in der Regel um Ratenzahlungen handelt, wird offenbar, dass lediglich etwa 40 Prozent aller Waren in Südschleswig mit Karte bezahlt werden. Vor fünf Jahren lag diese Zahl gerade mal bei 33 Prozent - Anfang der 90er-Jahre bei nur sechs Prozent. Im Durchschnitt beträgt der mit Karte beglichene Rechnungsbetrag 60 Euro.

In vielen anderen Ländern sind vor allem internationale Kreditkarten im Umlauf. Dies gilt beispielsweise für Großbritannien; in Deutschland aber werden gerade einmal fünf Prozent der Einkäufe mit Visa, Mastercard oder einer anderen Kreditkarte bezahlt.

Zahlreiche, selbst große Unternehmen bieten nicht die Möglichkeit, mit Kreditkarte zu zahlen. Dies gilt sowohl für Ikea als auch für die Deutsche Bahn. In vielen deutschen Restaurants winkt der Kellner gleich ab, wenn man eine Kreditkarte zückt. Dies wiederum hängt damit zusammen, dass der Kauf für den Kunden zwar kostenlos ist, der Verkäufer in Deutschland jedoch zwischen drei und fünf Prozent des Rechnungsbetrages als Gebühr an die Kreditgesellschaft entrichten muss.

Zudem zeigt eine US-Studie, dass man bei Barkäufen dazu neigt, gesünder einzukaufen. Mit anderen Worten: Wenn man an der Kasse zu den Banknoten greift, liegen wahrscheinlich weniger Eis und Chipstüten im Einkaufswagen, stattdessen mehr Obst und Gemüse.

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