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FH Westküste : Student aus Heide erfindet besseren Mähdrescher

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Andreas Haase hat Mähdrescher so verbessert, dass sie Getreidehalme noch dichter über dem Boden abrasieren können. Für seine Erfindung bekommt er den mit 1500 Euro dotierten Industriepreis 2013.

Heide | Ein Student der Fachhochschule Westküste hat mit einer Erfindung die Funktionsweise von Mähdreschern verbessert. Andreas Haase (25) entwickelte eine Steuerung, um Getreidehalme einige Zentimeter tiefer abmähen zu können: Eine kleine Platine in einem Steuergerät führt die gewaltigen Schneidwalzen akkurat eine Handbreit über den Ackerboden. Für Landwirte bedeutet das doppelten Nutzen: Kurze Stoppeln erleichterten die weitere Bearbeitung des Ackers, zugleich bekämen die Bauern mehr Stroh, erklärte der junge Ingenieur.

Ein paar Zentimeter längerer Strohhalm klingt wenig, doch auf einem Acker wachsen rund vier Millionen Ähren pro Hektar. Haase hatte seine Erfindung als Abschlussarbeit seines Studiums in Elektro- und Informationstechnik an der Fachhochschule Westküste in Heide präsentiert. Der 25-Jährige bekommt dafür neben dem akademischen Titel „Bachelor of Science“ am Dienstag den mit 1500 Euro dotierten „Industriepreis 2013“ verliehen.

Mähdrescher sind wahre Hightech-Monster. Für Fahrten über die Landstraßen klappen die XXL-Maschinen ihre riesigen Schneidwerke zusammen, so dass sie die überschaubare Größe eines Lastwagens haben.

Bevor es ans Arbeiten geht, werden die Schneidwerke wieder auseinandergeklappt: Damit können die Erntemaschinen fünf bis zwölf Meter breite Schneisen ins Kornfeld fräsen.

Für die Qualität eines Mähdreschers wird hauptsächlich das Schnittergebnis für bodennahe Schnitthöhen auf unebenem Gelände bewertet. Bislang sorgten ausschließlich Tastbügel dafür, dass Bodenwellen während der Arbeit erkannt werden und durch automatisches Anheben der Schneidwerkzeuge die Messerbalken unbeschädigt bleiben.

Durch die Erfindung von Haase, deren genaue Funktionsweise geheim bleiben soll, könne der Mähdrescher jetzt auch solche Bodenwellen erkennen, die nicht über die Positionssensoren der Tastbügel erfasst werden, erklärte Prof. Rainer Dittmar von der Fachhochschule Westküste. Haases Arbeit habe „direkt zu einer Produktinnovation in einem mittelständischen Unternehmen geführt“.

Wann die neue Technik zum Einsatz kommt, weiß Haase noch nicht.

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erstellt am 11.Feb.2014 | 16:48 Uhr

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