Glücksburg : Steigen die Chancen für das Flottenkommando?

Die Zukunft des Flottenkommandos an der Flensburger Förde ist ungewiss. Foto: sh:z
Die Zukunft des Flottenkommandos an der Flensburger Förde ist ungewiss. Foto: sh:z

SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels fordert Landesregierung auf, sich für Glücksburg einzusetzen

shz.de von
01. Juni 2011, 07:22 Uhr

Glücksburg | Der Kampf um das künftige Marinekommando ist für den Standort Glücksburg noch nicht verloren. Das berichtete der SPD-Bundestagsabgeordnete und Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels nach Gesprächen im Glücksburger Flottenkommando, wo er gestern unter anderem auf den stellvertretenden Befehlshaber der Flotte, Konteradmiral Michael Mollenhauer, getroffen war. "Für mich interessant war, dass die Marine für ihr künftiges Marinekommando den Standort Glücksburg durchaus noch für eine Option hält, unter anderem wegen der hier investierten technischen Ausstattung." Im Flottenkommando gibt es derzeit immerhin 423 militärische und 185 zivile Dienstposten.

CDU-Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte zuletzt vor anderthalb Wochen in Warnemünde erklärt, das Kommando von Glücksburg nach Rostock verlegen zu wollen. "Es gibt diese Überlegung, aber es muss erst noch alles ausgeplant werden. Im Herbst wird die Entscheidung zur Stand ortfrage getroffen", sagte er seinerzeit vor Journalisten.

Bartels erklärte gestern gegenüber unserer Zeitung, dass mit dem Berliner Ministerstab, dem Marineamt (derzeit Rostock) und dem Flottenkommando drei Stäbe zusammengelegt würden, weshalb der künftige Standort auf jeden Fall größer würde als der aktuelle. "Nachdem mir gesagt wurde, dass sich die Marine weder auf Rostock noch auf einen anderen Standort festgelegt hat, könnte es neben Rostock und Kiel eben auch Glücksburg sein." Beide schleswig-holsteinischen Standorte hätten "eine gewisse Logik". Bartels Botschaft an die Kieler Landespolitik: "Es lohnt sich für die schleswig-holsteinische Landesregierung, sich für einen Sitz des Kommandos der Teilstreitkräfte in Schleswig-Holstein einzusetzen."

Für Glücksburg spreche zudem, dass das Marine Operations Center (MOC), eine rund 200 Dienstposten starke Steuerungseinheit von Schiffen weltweit, bereits aus Glücksburg geführt wird. Diese in Glücksburg zu belassen, mache auf jeden Fall Sinn. Damit widerspricht der SPD-Verteidigungsexperte auch der Auffassung, dass das Flottenkommando in seiner derzeitigen Struktur nicht teilbar sei.

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