Sankt Peter-Ording : Starkregen: Vogelschützer retten Storchenküken

St. Peter-Ording: Ein ungefähr zehn Tage altes durchnässtes Storchen-Küken sitzt auf einem Handtuch in einem Tierpark. Nach heftigen Regenschauern am Wochenende waren der junge Vogel und weitere seiner Artgenossen durchnässt und unterkühlt aus verschiedenen Nestern geborgen worden. Baby-Störchen fehlt in diesem Alter noch ein wärmendes Federkleid.
Foto:
St. Peter-Ording: Ein ungefähr zehn Tage altes durchnässtes Storchen-Küken sitzt auf einem Handtuch in einem Tierpark. Baby-Störchen fehlt in diesem Alter noch ein wärmendes Federkleid.

Nach den heftigen Regenschauern vom Wochenende haben Tierschützer Storchenküken aus ihren Nestern gerettet. Die Baby-Störche waren durchnässt und unterkühlt. Die Eltern konnten die Küken nicht genügend wärmen, da sie bereits zu groß waren.

shz.de von
12. Mai 2014, 14:46 Uhr

St. Peter-Ording/Eekholt | Vom Nest in den Eimer: Vogelschützer haben am Wochenende in Schleswig-Holstein zahlreiche Storchenküken aus ihren Nestern geholt. Die Baby-Störche drohten an Unterkühlung zu sterben. Die Vogelschützer setzten sie erst einmal in Plastikeimer. „Sie haben noch keine wärmenden Federn und waren völlig durchnässt und ausgekühlt“, sagte Peter Marke vom Westküstenpark in St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) am Montag. „Mit eineinhalb Wochen sind die Küken bereits so groß, dass die Eltern sie nicht mehr alle abdecken und vor dem Regen schützen können“, ergänzte André Rose vom Wildtierpark Eekholt (Kreis Segeberg). Bei besserem Wetter sollen die jungen Störche möglichst ihren Eltern zurück gegeben werden. Die anderen Küken werden per Handzucht aufgepäppelt. Der Regen hatte am Wochenende vor allem die Nordseeküste heimgesucht.

Besonders ergiebig waren die Schauer nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in der Nacht zum Sonntag. So seien in Hattstedt 21 Liter und in St. Peter-Ording 15 Liter pro Quadratmeter gemessen worden, sagte Meteorologin Johanna Anger. Entsprechend viele Storchennester standen im Westküstenpark unter Wasser. Dort wurden 17 kleine Störche gerettet, in Eekholt waren es drei.

Ein Großteil der Storch-Familien in Schleswig-Holstein überstand das nass-kalte Wochenende jedoch problemlos, sagte Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut in Bergenhusen. „Sie brüten noch oder haben noch sehr kleine Küken, die gehudert werden“ – also unter Flügeln und Bauchgefieder geschützt und gewärmt werden. Im vergangenen Jahr zählten Naturschützer im nördlichsten Bundesland rund 270 Storchenpaare.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen