Neuer Studiengang : Starker Andrang auf Bauingenieur-Studium in Kiel

Bauingenieure werden dringend gesucht.

Bauingenieure werden dringend gesucht.

Schon 168 Bewerbungen für 40 Studienplätze an der Fachhochschule Kiel.

shz.de von
16. Juli 2018, 19:49 Uhr

Kiel | Das neue Bauingenieur-Studium an der Fachhochschule Kiel stößt auf die vom Land erhoffte große Resonanz. Bei 40 vorhandenen Studienplätzen seien bisher 168 gültige Bewerbungen ausgezählt worden, sagte eine Sprecherin am Montag. Dies sei aber noch nicht die endgültige Zahl, da noch ein großer Stapel auszuwerten sei. Am Sonntag war Bewerbungsschluss.

Das Land will mit dem neuen Studiengang dem Mangel an Verkehrsplanern begegnen – einem Grund für das Stocken wichtiger Vorhaben. Die Ende 2016 auf den Weg gebrachten 30 zusätzlichen Stellen im Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr konnten bis Anfang Juni komplett besetzt werden.

Das neue Studium an der Fachhochschule Kiel beginnt mit dem Wintersemester am 1. September. Die Regelstudienzeit beträgt vier Jahre. Mit dem Abschluss erlangen die Absolventen die Voraussetzung für eine Eintragung bei der Architekten- und Ingenieurkammer und damit für eine sogenannte Bauvorlageberechtigung. Von den zunächst 168 gültigen Bewerbungen für das neuen Studium stammen 39 von Frauen.

Gute Perspektive für Absolventen

Im Koalitionslager von CDU, Grünen und FDP freut man sich über die starke Resonanz. „Es freut mich riesig, dass der neue Studiengang für Bauingenieure an der FH Kiel auf so großes Interesse stößt“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Thilo Rohlfs. „Denn wir brauchen unbedingt viele gute Nachwuchskräfte in diesem Bereich.“ Bauingenieure würden überall gesucht – von den Kommunen, vom Land, vom Bund und von der freien Wirtschaft.

„Die Perspektiven der jungen Leute, die sich für dieses Studium entscheiden, sind also hervorragend; und das hat sich offenbar herumgesprochen“, sagte der Staatssekretär.„Das hohe Interesse und die große Resonanz auf das neue Studienangebot Bauingenieurwesen der FH Kiel belegen eindrucksvoll die Notwendigkeit dieses Studiengangs“, meinte auch Wissenschaftsstaatssekretär Oliver Grundei. Er dankte der Fachhochschule, die in kurzer Zeit den Studiengang aufgelegt habe, fachlich fundiert und personell unterfüttert.

Fachkräfte entscheidend für Modernisierung

Schleswig-Holstein brauche diese Fachkräfte von morgen in vielen Bereichen. „Die große Nachfrage ist sehr erfreulich und zeigt, dass die Einrichtung dieses neuen Studiengangs der richtige Weg ist“, sagte FDP-Fraktionschef Christopher Vogt. „Es ist dringend notwendig, dass wir in diesem Bereich sowohl in Kiel als auch in Lübeck mehr ausbilden, um den Fachkräftebedarf von Bauwirtschaft, Bund, Land und Kommunen zukünftig in allen Landesteilen decken zu können.“ Das sei ganz entscheidend für die Modernisierung des Landes.

Es stelle sich auch die Frage nach einem Architektur-Studiengang im Norden des Landes. „Jetzt zeigt sich, wie wichtig es war, aufs Tempo zu drücken und dafür zu sorgen, dass zukünftige Bauingenieure helfen können, das Land beim Ausbau der Infrastruktur verstärkt voranzubringen“, sagte der CDU-Hochschulpolitiker Tim Brockmann. „Das sind gute Nachrichten beispielsweise für die Straßenbaubetriebe im Land, den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr und somit für Schleswig-Holstein insgesamt.“ Nur mit gut ausgebildeten Fachkräften gehe die Entwicklung voran, nur so ließen sich die Engpässe im Bereich Verkehr bewältigen.

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