Erschossener Nachwuchsboxer Tunahan K. : Spurensuche: Polizei bricht Fundament auf

Die Suche geht weiter: Das Haus von Frank L. in Quickborn wird teilweise abgetragen.
Die Suche geht weiter: Das Haus von Frank L. in Quickborn wird teilweise abgetragen.

Im Fall des toten Boxers gehen die Ermittlungen in Quickborn weiter – jetzt rollen Bagger an.

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01. März 2018, 21:45 Uhr

Quickborn | Im Fall des erschossenen Nachwuchsboxers Tunahan K. (22) haben 20 Polizisten am Donnerstag in Quickborn (Kreis Pinneberg) die Spurensuche auf zwei Grundstücken fortgesetzt. „Wir hatten schon am Vortag 40 bis 50 Beamte im Einsatz, haben aber noch keine weiteren Beweismittel gefunden“, sagte Polizeisprecherin Merle Neufeld. Nachdem Bohrhämmer zum Einsatz kamen, sollten jetzt mit einem Bagger der gefrorene Boden, aber auch Betonfundamente aufgebrochen werden. Auf die Frage, ob die Polizei etwa auch nach einer weiteren Leiche suche, antwortete Neufeld: „Wir suchen nach allem, alles lässt sich einbetonieren.“

Laut Mordkommission gibt es mittlerweile einen konkreten Zusammenhang zwischen dem im vergangenen Sommer getöteten Schenefelder Boxer und einen Bewohner der Grundstücke, dem Häftling Frank L. (58), der sich im Januar in der JVA Itzehoe das Leben nahm. Bereits im Januar hatte die Polizei auf seinem Grundstück nach Munition gesucht, zahlreiche Löcher gegraben. Mittwoch nahmen die Ermittler auch das Nachbargrundstück ins Visier. Den Nachbarn (49) trafen sie nicht an, er ist Anfang der Woche nach Thailand gereist.

Frank L., von Beruf Maler und Trockenbauer, war wegen Gewaltdelikten mehrfach vorbestraft. Seit November 2017 saß er in Untersuchungshaft: Bei einem Einbruch in Appen (Kreis Pinneberg) soll er eine Seniorin (76) niedergeschlagen haben, die später starb.

Das Grundstück von Frank L. liegt nur einige hundert Meter entfernt vom Fundort des toten Boxers an der Autobahn 7. Tunahan K. war seit dem 23. Juni 2017 vermisst worden. Ein Lkw-Fahrer entdeckte seine Leiche einen Monat später. In der Nacht vor dem Verschwinden des Boxers war seinem Trainer in Wedel (Kreis Pinneberg) ins rechte Knie geschossen worden. Vor seinem Freitod soll Frank L. mit einem Mithäftling über Verstecke auf seinem Grundstück gesprochen haben.

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