Kiel : Sozialausschuss einig: Leid von Heimkindern muss weiter aufgeklärt werden

Es geht um die Aufarbeitung von Medikamentenmissbrauch, Gewalt, Erziehungsmethoden und sexuellen Übergriffen.

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11. Januar 2019, 11:39 Uhr

Kiel | Das Leid von Heimkindern in Schleswig-Holstein in früheren Jahrzehnten muss nach Überzeugung des Sozialausschusses im Landtag weiter aufgearbeitet werden.

Es sei zwingend, dafür alle Möglichkeiten zu nutzen, sagte der Ausschussvorsitzende Werner Kalinka (CDU) am Freitag. „Nicht nur der Medikamentenmissbrauch, auch Gewalt, Erziehungsmethoden und sexuelle Übergriffe wie deren Folgen müssen aufgearbeitet werden.“ Dazu hatte der Ausschuss am Donnerstag einen einstimmigen Beschluss gefasst.

Vor über zwei Jahren hatten NDR-Recherchen zutage gebracht, dass es zwischen 1949 und 1975 in Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie der Erwachsenen-, Kinder- und Jugendpsychiatrie schwere Verfehlungen gegeben hatte, Versuche mit Psychopharmaka inklusive. „Nach dem Symposium im Landeshaus am 28. und 29. November 2018 mit den erschütternden Schilderungen Betroffener kann kein Zweifel bestehen, dass die Aufarbeitung ­ auch die rechtliche  nicht beendet sein darf“, sagte Kalinka nach der jüngsten Ausschuss-Sitzung.

Vier Millionen Euro gingen an die Opfer

„Wir erwarten, dass alles getan wird, dass die Akten, Informationen oder Aussagen, die zu diesen schlimmen Vorgängen vorliegen, für die weitere Aufarbeitung zur Verfügung gestellt werden“, bekräftigte der CDU-Politiker. „Wir sind tief betroffen über das schwere Leid, welches Heimkinder auch in Schleswig-Holstein erlitten haben.“ Der Staat sei Garant für Menschenwürde – diese sei verletzt worden. Laut Kalinka sprach die Stiftung Anerkennung und Hilfe im Land bisher 377 Bewilligungen für Opfer aus. Es seien gut vier Millionen Euro gezahlt worden.

Die Verletzung von Menschenrechten und der seinerzeit geschehene Vertrauensbruch seien für die Betroffenen eine schwere Belastung für das ganze Leben, heißt es im Beschluss des Ausschusses. „Wir können das Geschehene nicht rückgängig machen, wir wollen aber zuhören, das Gespräch führen und nach Wegen suchen, Versäumtes nachzuholen.“

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