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Kommissar Faber aus Dortmund : Sonntag im „Tatort“: Der verlorene Sohn

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Martina Bönischt brüllt herum und Kommissar Faber legt seien Parka ab. Dazu ein skurriler Todesfall. Die Zutaten des Tatorts am Sonntag. Guten Appetit.

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2016 | 15:28 Uhr

Dass Kommissar Faber (Jörg Hartmann) ein harter Hund ist, wissen wir. Logisch, dass er die Dienstaufsichtsbeschwerde von Kollege Kossik (Stefan Konarkse) ebenso abbügelt, wie den Polizeipsychologen, den er verordnet bekommen hat. Als aber am Dortmunder Hafen Schüsse fallen, er hineilt und ins Wasser springt, weil ein Mann und eine Frau zu ertrinken drohen, gerät selbst er ins Wanken. Erstens, weil er nur die Frau retten kann, und zweitens, weil der Mann offenbar schon vorher tot war. Hatte Faber etwa eine Mörderin gerettet?

Aber es wird noch verrückter. Martina Bönisch (Anna Schudt) kennt den Toten, Max Dehlens. Vor 14 Jahren machte ihr Dehlens mit seiner Frau Eva (Maren Eggert) die Hölle heiß, als deren dreijähriger Sohn verschwand und Bönisch, die Polizei-Debütantin damals, ihn einfach nicht finden konnte.

Schlimmer noch: Eva Dehlens will ihren fast erwachsenen Sohn jetzt wiedergesehen haben. Bei Judith Stiehler (Anne Ratte-Polle) – der vermutlichen Mörderin vom Hafen. Alles nur Zufall?

Na, immerhin Gründe genug für die Kommissare, Nerven zu zeigen, sich anzubrüllen und gar an die Wäsche zu gehen. Zu sehr trifft sie dieser Fall im Innersten. Und als wäre das alles nicht dramatisch genug, glüht die Sonne über Dortmund wie lange nicht. „Hundstage“, eben. Oder besser: „Predator“-Effekt – bei über 40 Grad dreht jeder durch.

Oh ja, Christian Jeltsch (Buch) und Stephan Wagner (Regie) bringen Faber & Co. erneut in Rage. Dazu müssen sie nur den Zoff und die Biografien unserer Sonderlinge weiterspinnen, ihre Ratio im Job gegen ihre Emotionalität im Privaten ausspielen und sie machen lassen. Vier Psychos im Malocher-Modus. Voller Genie, Gefühl und – Komplexe.

In den Nebenrollen ideal besetzt, die Handlung geschickt verstrickt und auf Eskalation getrimmt, kommt unser Kripo-Quartett bald ins Schwitzen. Nicht nur wegen der Hitze, aber so sehr, dass Faber sogar seinen ewigen Schmuddelparka abwirft. Das allein macht diesen „Tatort“ ja schon sehenswert, oder?

„Tatort – Hundstage“, 20.15 Uhr, ARD

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