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Weiße Hauben für SH : Solche Mützen trugen unsere Polizisten früher

vom
Aus der Onlineredaktion

Blau auf dem Kopf hat in Schleswig-Holstein schon wieder ausgedient: ein Blick auf die Kopfmoden der norddeutschen Polizei seit 1880.

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2016 | 13:17 Uhr

Kiel | Das Tragen der Mütze soll die Erkennbarkeit des Polizeibeamten im Dienst erhöhen. Um die Sichtbarkeit zu verbessern, führt Schleswig-Holstein jetzt weiße Mützen für die Polizei-Streifen ein. Das neue Modell wurde am Dienstag in Kiel vorgestellt. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die Bedeckungen meist dunkel waren.

Foto: Imago

Dieser Holzstich datiert aus dem Jahr 1880. Ein Gendarm hat zwei Kinder beim Angeln erwischt. Der langgezogene Schirm seiner Mütze sorgt dafür, dass der Beamte mit schattierten Augen auf die Schwarzangler herabsieht, Augenkontakt und Bürgernähe noch unerwünscht.

Der Tschako

Foto: imago/Niehoff Tschako

Der Tschako als Hamburger Modell. In der Pickelhaubenzeit bei der Polizei ungebräulich, kam die helmartige Kopfbedeckung zuerst in Jägereinheiten zum Einsatz. In der Weimarer Republik wurden Tschakos statt der Schirmmützen zum Dienstanzug getragen, das setzte sich in der Nazizeit fort. Nach 1945 blieb der Tschako bis in die 1960er in der britischen Besatzungszone Teil der Uniform. Daraus entwickelte sich die Schirmmütze.

Das Zebra

Foto: Imago

Film-Held Terence Hill freut sich über die Gabe der Hamburger Polizei. Die schwarz-weiße Mütze wurde ihm 1972 bei der Premiere des Filmes „Der Supercop“ von der Polizei überreicht.

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Foto: Imago

Aus praktischen Gründen waren die Uniformen in den Nachkriegsjahren meist blau gehalten. Die Hinterlassenschaften der braunen Jahre ließen sich mit dem dunklen Farbton allerbest einfärben. 120 verschiedene Polizeiuniformen soll es damals gegeben haben. Die Senfmännchen-Reform durch den Modeschöpfer Heinz Oestergaard im Jahr 1973 vereinheitlichte vieles davon. Grün sollte bürgernäher wirken. Die Uniform wurde ziviler geschnitten.

Der Klassiker mit unten grün

Foto: dpa

30 Jahre lang sahen die Mützen der Polizeistreifen in Schleswig-Holstein etwa wie das linke Modell aus, der Schnitt blieb rund.

Ganz in Weiß

Ganz in Weiß gab es übrigens auch schon mal: Karl Heinz Hess als Motorrad-Polizist in der Serie „Polizeifunk ruft“ Ende der 1960er.

Die blaue Revolution

Foto: dpa

Vor zehn Jahren führte die Hansestadt Hamburg als erstes Bundesland die blauen Polizeiuniformen ein. Die Uniformen und Mützen unterscheiden sich in den Ländern doch recht deutlich. Noch nicht mal der Farbton des Blau ist einheitlich. In Hamburg entschied man sich für „Paris Blue“ und achteckige Mützen, Schleswig-Holstein klinkte sich 2006 ein.

Die Zukunft in Blau-Weiß

Foto: dpa

Ein Blick in die Zukunft: Streifenpolizisten in Schleswig-Holstein werden künftig mit weißen, leicht abgeflachten Mützen unterwegs sein. Damit sollen sie leichter erkennbar sein, so das Landespolizeiamt. Sicherlich angenehmer an heißen Tagen zu tragen, als der Vorgänger. Denn unter 30 Grad dürfen die Beamten ihre Kopfbedeckung nur in dringlichen Fällen nicht aufsetzen.

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