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Ratgeber : So wird das Fahrrad fit für Herbst und Winter

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Wind, Laub, nasse Straßen, bald vielleicht sogar Schnee: Radfahren im Herbst und Winter ist nicht ganz ungefährlich. shz.de gibt Tipps, um gesund durch die dunkle Jahreszeit zu radeln.

Für Fahrradfahrer hat der Herbst seine Tücken: regennasse Fahrbahnen, glitschiges Laub und schnell hereinbrechende Dunkelheit erhöhen in den trüben Monaten das Unfallrisiko. Radler sollten ihre Drahtesel frühzeitig fit für den Herbst machen und sich nicht von den Schmuddelwettermonaten überraschen lassen, rät der Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Der Oktober ist vielleicht noch golden und mild, und plötzlich ist alles grau und trist. Straßen und Radwege sind oft rutschig und machen die Fahrt zur Schlitterpartie. Viele verbannen ihren Drahtesel dann bis zum Frühjahr im Keller oder in der Garage. Das muss aber nicht sein. Wer ein paar Ratschläge beachtet, fährt auch im Herbst und Winter sicher mit dem Rad. Woran man denken sollte, erklärt shz.de.

Welches Licht ist Pflicht?

Das Radfahren ohne Beleuchtung ist in Deutschland verboten. Daher stellt sich im Grunde nur die Frage, welche Lichtanlage die richtige ist. Für Gelegenheitsfahrer genügt der konventionelle Dynamo. Wer häufig radelt und etwas tiefer in die Tasche greifen kann, dem rät der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zu einem Nabendynamo. Der Vorteil: Er ist robuster. Nässe, Frost und Erschütterungen machen ihm so gut wie nichts aus. Seit August 2013 erfüllen auch Batterieleuchten die Anforderungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), wenn sie vom Kraftfahrt-Bundesamt zugelassen sind.

Lampen mit LED-Technologie sind deutlich heller als herkömmliche Glüh- oder Halogenlampen. Ebenfalls empfehlenswert sind Leuchten mit Standlichtfunktion, die beim Anhalten an Ampeln nach vorne und hinten weiterleuchten.

Generell sollten Radfahrer versuchen, so viel wie möglich aufzufallen – auch durch bunte Kleidung oder Reflektoren am Helm oder Rucksack.

Braucht ein Fahrrad Winterreifen?

Auf Laub und Schnee wird es schnell rutschig. Für besseren Halt kann als Sofortmaßnahme der Reifendruck auf das Minimum reduziert werden. Wie viel das ist, steht auf der Reifenflanke. Mit weniger Druck vergrößert sich die Auflagefläche und die Bindung zum Boden ist besser. Wer wirklich bei jedem Wetter fahren will, kann über Spikereifen nachdenken. Außerdem gibt es wie für Autos spezielle Winterreifen mit weicher Gummimischung.

Wie pflegt man die Kette?

Tauwasser und Streusalz - diese Mischung ist für Fahrradketten pures Gift. „Eine unzureichend gepflegte Kette kann dadurch schon binnen weniger Stunden Rost ansetzen. Und der macht sie auf Dauer kaputt“, sagte René Filippek vom ADFC. An nasskalten Tagen widmen winterharte Radler der Kette ihres Drahtesels deshalb am besten jeden Abend ein paar Minuten Zeit. „Mit einem trockenen Tuch abreiben, dann die Kettenlaschen in zwei Durchgängen mit Kettenfließfett schmieren - erst die linke Seite, dann die rechte.“ Die Lebenserwartung der Fahrradkette lasse sich so deutlich steigern. „Wenn das Fett über Nacht einwirken kann, schmiert und schützt es die Kette besonders effektiv“, erklärte der Radexperte.

Wer für eine allabendliche Pflegeaktion nicht die Muße hat, sollte sich zumindest alle drei, vier Tage um die Fahrradkette kümmern.Wichtig ist es, die Kette nicht bloß von oben einzufetten. „Viele machen den Fehler, dass sie die Kette nur mittig schmieren, also auf den Rollen zwischen den Laschen“, weiß Filippek. „Da brauche ich kein Fett - die Laschen müssen gut geschmiert sein.“ Dann sei auch das nervige Quietschen beim Treten abgestellt. Leichten Flugrost können Radbesitzer ganz einfach mit einem Lappen abwischen. Hartnäckigere Verschmutzungen lassen sich mit Multifunktionsöl aus der Sprühdose lösen. „Das eignet sich aber nicht, um die Kette zu fetten - dafür ist es zu dünnflüssig“, betonte Filippek. Und da man mit Multifunktionsöl neben dem Dreck auch die Kettenfettschicht herunterwäscht, muss die Kette nach der Ölbehandlung sorgfältig abgewischt und nachgeschmiert werden.

 

Was passiert mit den Bremsen?

Bei kaltem Wetter verlängert sich in der Regel der Bremsweg, weil die Bremsgummis härter werden. Um längere Bremswege auf nassen Straßen auszugleichen, sollten die Bremsen im Herbst angezogen werden und etwas schneller greifen als im Sommer, empfiehlt der ADFC. Um zu prüfen, ob die Bremsbeläge noch ausreichen, gibt es an den Klötzen Markierungen. Spätestens wenn der Belag bis auf diese Kerben verschlissen ist, müssen die Beläge ausgetauscht werden.

Und was passiert, wenn es beim Fahren unter den Reifen trotzdem glatt wird? ADFC-Verkehrsreferent Wilhelm Hörmann empfiehlt bei rutschigen Straßen: „Abstand halten, Tempo reduzieren und besonders bei fester Schneedecke und Glätte in Kurven weder treten noch bremsen.“ Lässt sich das Bremsen nicht verhindern, „sollte es maßvoll geschehen“. Besondere Vorsicht gilt vor Einmündungen, da bei Regen oder Schnee Fußgänger meist beim Gehen auf den Boden schauen, statt auf Radfahrer zu achten. Rutschgefahr besteht besonders auf Kopfsteinpflaster, Fahrbahnmarkierungen und Kanaldeckeln.

mit dpa

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erstellt am 20.Okt.2014 | 20:35 Uhr

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