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Gebühren für Gräber und Beisetzungen : So teuer ist der Tod auf Friedhöfen in Schleswig-Holstein

vom
Aus der Onlineredaktion

Sterben hat seinen Preis. Der ist aber nicht überall gleich. Manche Unterschiede zwischen teuer und billig sind enorm.

von
erstellt am 25.Mär.2016 | 08:51 Uhr

Der Tod ist teuer. Und er wird nicht billiger - im Gegenteil. Die Preise für die letzte Ruhestätte ziehen in Deutschland stark an. Das hat eine aktuelle Untersuchung ergeben. Eine zweite Erkenntnis: Die Gebühren für Beisetzung und Gräber gehen von Kommune zu Kommune oft weit auseinander. Auch in Schleswig-Holstein. shz.de zeigt auf Basis von Zahlen des Vergleichs-Portals „bestattungen.de“, in welchen Städten das Sterben besonders teuer und wo es am günstigsten ist.

Die Erhebung von Friedhofsgebühren ist Sache der Kommunen und Kirchengemeinden. Deshalb gibt es keine einheitliche Festsetzung. Beispiele zeigen, dass das Sterben in Schleswig-Holstein daher unterschiedlich teuer ist.

Die günstige Alternative

Los geht der Preis fürs Sterben in Schleswig-Holsteins Städten bei 88 Euro. So viel zahlen Angehörige für ein Urnenwahlgrab in Bad Segeberg. Laufzeit für die Grabnutzung: 20 Jahre. Nur rund 38 Kilometer weiter südlich werden hingegen ganz andere Gebühren aufgerufen - in Nordestedt. Die etwa 76.000 Einwohner starke Stadt ist ein teures Pflaster für Beerdigungen. Urnenwahlgräber sind hier erst ab 1050 Euro zu haben. Darin sind allerdings die Kosten für die Herrichtung bereits mitenthalten. Andere Städte führen diese noch einmal gesondert auf. Entsprechend niedrig liegt mit 96 Euro in Norderstedt die Beisetzungsgebühr für ein Urnengrab. Das ist zugleich bei den betrachteten Städten das günstigste Angebot in Schleswig-Holstein.

Richtig tief in die Tasche greifen müssen Angehörige für eine Urnenbestattung hingegen in Neumünster: 395 Euro werden fällig. In anderen Städten in Schleswig-Holstein kostet eine Urnenbeisetzung zwischen 100 und 200 Euro. Sie ist in jedem Fall die günstige Alternative zu einer Sarg-Bestattung.

Von 211 bis 1620 Euro

Die Gebühren für eine Beisetzung im Erdwahlgrab in Schleswig-Holstein beginnen bei 257 Euro. Dieser Preis muss in Geesthacht gezahlt werden. Um einiges teurer kommt Angehörigen eine Beerdigung im nur wenige Autominuten entfernten Lauenburg an der Elbe zu stehen. Hier ist die Beisetzungsgebühr mit 698 Euro auch im Vergleich zu den anderen Städten in Schleswig-Holstein recht hoch. Es ist aber noch nicht die Spitze. Die erreicht Neumünster - mit 761 Euro.

Die Beisetzungsgebühr ist das eine, die Grabnutzungsgebühr das andere. Meist wird diese auf 25 Jahre festgesetzt, manche Städte weichen mit 20 beziehungsweise 30 Jahren davon ab. Noch größer sind die Abweichungen jedoch bei der Berechnung. Kostet das günstigste Erdwahlgrab in Bad Segeberg lediglich 211 Euro, sind es in Lübeck 1620 Euro. Nach oben herausstechen auch Mölln (1607 Euro) und Ratzeburg (1580 Euro). In den anderen betrachteten Städten liegt der Betrag zwischen 1000 und 1300 Euro. Ausnahmen sind Flensburg (749 Euro), Rendsburg (900 Euro) und Pinneberg (975 Euro). Einen Überblick über die Friedhofsgebühren in Schleswig-Holstein gibt diese Karte:

Trend geht zur Feuerbestattung

Die aktuelle Analyse des Portals „bestattungen.de“ zu Friedhofsgebühren bestätigt, dass auch in anderen Bundesländern die Gebühren sowohl für Grabnutzung als auch Beisetzung von Stadt zu Stadt oder Gemeinde zu Gemeinde teils weit auseinander gehen. Das zeigt etwa ein Beispiel aus Baden-Württemberg: In Durbach, einer Gemeinde im Schwarzwald, kostet den Angaben zufolge eine 30-jährige Nutzungserlaubnis für ein Erdwahlgrab 720 Euro, sechs Kilometer in Appenweier sind es nur 280,50 Euro. Im benachbarten Offenburg allerdings kostet das Erdwahlgrab für den gleichen Nutzungszeitraum 1.800 Euro - 150 Prozent mehr als in Durbach und 542 Prozent mehr als in Appenweier.

Für die Höhe der Friedhofsgebühren sind unterschiedliche Faktoren ausschlaggebend. Hat eine Stadt mit Bevölkerungsrückgang zu kämpfen, sind meist auch viele Grabstellen leer. Das allerdings treibt die Preise. Wohingegen bei einer guten Auslastung die Preise auch eher moderat sind und über einen längeren Zeitraum gleichbleiben. Das zeigen Großstädte. Während nach Angaben von „bestattungen.de“ vielerorts die Friedhofsgebühren in diesem Jahr um teils bis zu 100 Prozent gestiegen seien, war dies in nur vier von 20 Großstädten der Fall. Auch spielt bei der Gebührenfestsetzung die Größe der Friedhöfe eine Rolle. Kleinere Plätze sind schneller ausgelastet und Grabstellen dadurch hier und da erschwinglicher.

Für die ständig steigenden Friedhofsgebühren findet die Untersuchung noch einen weiteren Grund: Teure Erdbestattungen würden weniger nachgefragt. Zu beobachten sei „ein Trend zur Feuerbestattung“. Und wie auch die Beispiele aus Schleswig-Holstein zeigen: Ein Urnengrab kostet in der Regel deutlich weniger als ein Sarggrab. In den Städten und Gemeinden sorgt dies oftmals für leere Friedhofskassen.

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