zur Navigation springen

German Polo Masters auf Sylt : "So gefährlich ist das nicht"

vom

Am Sonntag ist Finale bei den "German Polo Masters" auf Sylt. Mit dabei auch Deutschlands bester Polospieler: Thomas Winter. Er hat den schnellen und gefährlichen Sport schon als Kind erlernt.

shz.de von
erstellt am 31.Jul.2010 | 06:29 Uhr

Keitum/Sylt | Nein, "so ganz ohne ist der Sport nicht. Aber so wahnsinnig gefährlich" findet Thomas Winter das Polospiel nun auch nicht. "Wenn man sich an die Regeln hält". Er hat sich bisher "nur die klassischen Verletzungen zugezogen: Schlüsselbeinbruch und Mittelhandknochen gebrochen", weil er da "den Ball drauf gekriegt hat". Ansonsten liebt der Profispieler einfach das rasante Spiel mit Ball und langem Holzschläger auf einem galoppierenden Pferd. "Fit muss man sein", erklärt der 42-Jährige, für den Polo aber keine Altersgrenze hat. "Man kann es bis ins hohe Alter spielen. Es gibt Leute, die über 70 sind und auch noch Turniere spielen". Nicht wenige fangen jenseits der 50 erst mit dem Sport an.
Polo hat mächtigen Zulauf. Zum einen klettern die Zuschauerzahlen bei den immer zahlreicher veranstalteten Turnieren (bei den am Sonntag zuende gehenden Polo Masters in Keitum werden gut 15.000 gewesen sein); zum anderen wollen immer mehr Menschen den schnellen Ritt und Schlägerschwung lernen, um selbst mal auf dem Feld mitspielen zu können. "Polo ist im Trend", weiß Thomas Winter, der in Hamburg eine eigene Polo-Schule betreibt. "Da kommen Jung und Alt, Männlein und Weiblein, vermögende und weniger wohlhabende Sportinteressierte". Man braucht weder Pferd noch Ausrüstung, um sich an einem Wochenende für rund 400 Euro in die Kunst des Ballschlagens - aus dem Sattel eines laufenden Ponys - einweisen zu lassen. Für die Pferde sind die schnellen Sprints enorm anstrengend. Deshalb dauert eine Spieleinheit, ein sogenannter Chucka, nur gut sieben Minuten. Dann werden die Pferde gewechselt.
Polo hat etwas Stylisches
Von Tierquälerei will Thomas Winter nichts wissen. "Die gibt es in unserem Sport nicht. Die Pferde sind gut trainiert und werden ständig gewechselt". Wertvoll sind sie auch. Ein gutes Polopferd kostet um die 15.000 Euro. Bei einem Spiel mit bis zu sieben Chuckas braucht jeder Spieler eine entsprechende Anzahl an Pferden.
Anspruchsvoll und ziemlich hipp ist die Kleidung der Spieler. Ausgerüstet mit Helm, Stiefeln, Ellenbogenschützer, Knieschonern und Handschuhen geben die Herren - und zunehmend auch die Damen - eine gute Figur hoch zu Ross oder am Spielfeldrand ab. Polo hat auch etwas Stylisches, lebt von dem Flair, das eine nicht selten modebewusste Fangemeinde am Spielfeldrand ausstrahlt. Die aufwendig bestickten Shirts der Profis gehören zu den Verkaufsschlagern in den weißen Pagodenzelten auf dem Turnierplatz. Trotz dieser Äußerlichkeiten hält Winter den Sport nicht für elitär. "Das hat man früher beim Tennis und Golf auch so gesehen, heute ist es relativ normal. Beim Polo sind wir noch nicht ganz so weit, aber das kommt." Winter ist überzeugt, dass Polo zunehmend die Menschen anzieht, die ein primäres Interesse an den Spielen und weniger an dem Drumherum haben. Die Zuschauerzahlen geben ihm recht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen