Snack an de Pump

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09. Juni 2009, 03:59 Uhr

Heide | Heide schickt sich an, London Konkurrenz zu machen. Mit dem spektakulären Dithmarscher Schwertertanz, der seit dem 15. Jahrhundert die Freiheit der Bauernrepublik symbolisiert, wurde eine Art "Speakers Corner" eingeweiht.

So wie im weltberühmten Hyde Park in der britischen Hauptstadt soll in einer Ecke des größten Marktplatzes Deutschlands ab jetzt jeder die freie Rede pflegen können - jederzeit, auch wenn anfangs der erste Sonnabend im Monat als Aktionstag bestehen bleibt. Der Bürgerverein für Heide und Umgebung stiftete schon vor Jahren der Stadt seine "Fischpumpe", an die Einwohner früher - auch anonym - Stellungnahmen zum kommunalen Geschehen hefteten, die im Rathaus offiziell ausgewertet wurden. Daher hat die Bezeichnung "Fischpumpe" auch nichts mit den Meerestieren zu tun, sondern leitet sich von "Affichen" her, einer Bezeichnung für Anschlagzettel oder Aushänge.

Einen fulminanten Auftakt nahm der "Snack an de Pump", wie die Heider Volksredner-Ecke nun offiziell heißen wird. Das Heider Ehepaar Ingo und Maren Haltenhof hatte sich mit seinem Vorschlag an die Spitze aller Einsendungen gesetzt. Einen Teil des Preisgeldes spendeten die beiden gleich an Ort und Stelle der Stiftung gegen Extremismus und Gewalt. Die Bezeichnung "Snack an de Pump" gefiel der Jury am besten.

Seit der Einweihung am Sonnabend mit einem Konzert der Heider Musikfreunde und der Chorgemeinschaft Heide-Linden-Süderheistedt sowie den Albersdorfer Schwertertänzern können jetzt mutige Redner mal öffentlich so richtig Dampf ablassen über die Arbeit der Politiker, einfach mal für seine eigenen Ziele streiten oder einen gepflegten Vortrag über ein x-beliebiges Thema halten. All das ist in Zukunft in Heide in aller Öffentlichkeit möglich. In Heide stiegen nach der Eröffnung als erstes die Kandidaten für das Europa-Parlament "in den Ring".

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