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Nikolaustief „Xaver“ : SH vor dem Sturm: 1400 Feuerwehren in Alarmbereitschaft

vom

Beim Orkantief „Christian“ waren sie pausenlos unterwegs: Die Einsatzkräfte in Schleswig-Holstein bereiten sich jetzt auf „Xaver“ vor. Auf Sylt werden die Vorräte an Sandsäcken aufgestockt.

shz.de von
erstellt am 04.12.2013 | 06:45 Uhr

Husum | Eine schwere Sturmflut wie 1962 sagt das Hamburger Institut für Wetter- und Klimakommunikation (IKW) morgen für die Nordseeküste voraus. „Die für Donnerstag erwartete Zugbahn des Orkantiefs Xaver ähnelt der Lage der schweren Sturmflut 1962 so sehr, als wenn es die Blaupause wäre“, erklärt IKW-Sprecher Niklas Weise.   

Auf der Insel Sylt, wo „Xaver“ am stärksten zuschlagen könnte, sind bereits Sicherheitsvorkehrungen eingeleitet worden. So sollen die Vorräte an Sandsäcken aufgestockt werden. Außerdem warnt die Gemeinde ihre Bürger und Gäste, den angekündigten Sturm nicht zu unterschätzen.

Aufgrund des Orkans schränkt auch der Sylt Shuttle sein Angebot ein. Der Fährbetrieb zur Insel Juist wird am Donnerstag und Freitag eingestellt. Auch die Insel Norderney wird nur noch am Donnerstagmorgen angelaufen. Die letzte Syltfähre legt am Donnerstag bereits um 11.25 Uhr ab List ab. Alle weiteren Abfahrten an diesem Tag fallen aus. Das Hochwasser in den Häfen lässt es nicht zu, dass die Syltfähre problemlos anlegen kann. Daher werden keine Fahrzeuge oder Personen zwischen der dänischen Insel Römö und List auf Sylt befördert werden können.

Beim Landesfeuerwehrverband gibt man sich trotz der drohenden Wetterlage optimistisch. „Wir sind mit dem Orkan Ende Oktober gut fertig geworden, und wir werden es auch diesmal“, erklärt Geschäftsführer Peter Schütt. Eine Vorwarnstufe gibt es allerdings bei den 1400 Wehren im Land nicht. „Aber jeder Wehrführer stellt sich natürlich auf ein drohendes Unwetter ein und beobachtet sehr genau, wie sich die Lage entwickelt.“ Beim Orkantief „Christian“ waren die Feuerwehren pausenlos im Einsatz.

Besonders hart erwischte es den Bahnverkehr. Zum ersten Mal in der Geschichte fuhren in ganz Schleswig-Holstein keine Züge mehr. „Wir hoffen, dass es diesmal nicht so heftig wird. Wir verfolgen die Unwetterwarnung natürlich sehr genau“, erklärt Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst. In Hamburg werden am Donnerstag alle U-Bahn-Strecken sowie Buslinien verstärkt, wie die Hochbahn mitteilte. Außerdem soll mehr Servicepersonal eingesetzt werden. Vier „Baumtrupps“ zur Unterstützung der Einsatzkräfte seien abrufbereit, sollten wie beim Orkan „Christian“ im Oktober umgestürzte Bäume den Verkehr behindern. Die Hochbahn will über die aktuelle Situation auf der Schiene im Internet (Facebook) sowie über den Twitterdienst (#xaver) informieren.

Das Sturmtief soll Schleswig-Holstein bis Donnerstagmittag erreichen. An der Westküste befürchten Experten ähnliche Windstärken wie bei Orkan „Christian“, der Ende Oktober eine Spur der Verwüstung hinterließ.

Die Beaufort-Skala zur Klassifikation von Winden nach ihrer Geschwindigkeit:

0 Beaufort - Windstille

Es ist kein Wind zu bemerken, die See ist spiegelglatt.

1 Beaufort - leiser Zug

1 Beaufort ist kaum zu bemerken. Rauch treibt leicht ab, Wasser kräuselt sich, Fahnen bleiben aber unbewegt

2 Beaufort - leichte Brise

Blätter rascheln, auf See zeigen sich kleine Wellen.

3 Beaufort - schwache Brise

Blätter und dünne Zweige bewegen sich, Wimpel werden gestreckt.

4 Beaufort - mäßige Brise

Zweige bewegen sich, loses Papier wird vom Boden gehoben.

5 Beaufort - frische Brise

Größere Zweige und Bäume bewegen sich,  der Wind deutlich hörbar.

6 Beaufort - starker Wind

Dicke Äste bewegen sich, hörbares Pfeifen an Drahtseilen.

7 Beaufort - steifer Wind

Bäume schwanken beim beim Gehen merkt man den Widerstand gegen den Wind.

8 Beaufort - stürmischer Wind

Schon bei Windstärke 8 kann es im Wald gefährlich werden: Zweige brechen von Bäumen, große Bäume durchgeschüttelt. Auf See kommt es zu hohen Wellenbergen.

9 Beaufort - Sturm

Äste brechen und es entstehen oft kleinere Schäden an Häusern: Ziegel und Rauchhauben werden von Dächern gehoben, Gartenmöbel werden umgeworfen und verweht. Windstärke 9 macht sich auf See mit hohen Wellen und Gischt bemerkbar.

10 Beaufort - schwerer Sturm

Schon ein schwerer Sturm von Stärke 10 kann hohe Schäden verursachen: Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen. An Häusern können größere Schäden entstehen. Was nicht fest ist, kann vom Sturm erfasst werden: Häufig werden Gartenmöbel weggeweht. Auf See kommt es zu Brechern.

11 Beaufort - orkanartiger Sturm

Heftige Böen können  schwere Sturmschäden verursachen. In Wäldern können Bäume gefällt werden. In schlimmen Fällen werden Dächer abgedeckt und selbst dicke Mauern werden beschädigt. Vorsicht auch im Straßenverkehr: Autos werden aus der Spur geworfen -  Gehen wird nahezu unmöglich gemacht. Stärke 11 kommt fast nur an den Küsten und auf See vor, selten im Landesinneren. Sehr hohe Wellen erschweren die Seefahrt.

12 Beaufort - Orkan

An Land können durch Orkane schwerste Sturmschäden und Verwüstungen entstehen. Sie  sind  aber sehr selten im Landesinneren. Stärke 12 sorgt auf dem Meer für außergewöhnlich schwere See - die Sicht ist durch Gischt nahezu unmöglich.

 
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