Immer mehr Testgebiete : SH treibt den autonomen Busverkehr voran

Ein autonom fahrender Elektrobus  der französischen Firma Navya, der in Pilotprojekten eingesetzt wird. Der 200.000 Euro teure Kleinbus mit elf Sitz- und 4 Stehplätzen weicht aus, verlangsamt oder stoppt, wenn Menschen zu nahe kommen. Sinkt die Batterieleistung unter zehn Prozent, fährt er automatisch an die Ladestation.

Ein autonom fahrender Elektrobus  der französischen Firma Navya, der in Pilotprojekten eingesetzt wird. Der 200.000 Euro teure Kleinbus mit elf Sitz- und 4 Stehplätzen weicht aus, verlangsamt oder stoppt, wenn Menschen zu nahe kommen. Sinkt die Batterieleistung unter zehn Prozent, fährt er automatisch an die Ladestation.

Gerade dünn besiedelte Regionen sollen von Bussen ohne Fahrer profitieren. Die Kreise Nordfriesland und Herzogtum Lauenburg preschen voran.

till_maj_0539 von
02. Dezember 2017, 09:05 Uhr

Kiel | Selbstfahrende Busse gehören mit Beginn des neuen Jahres zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Schleswig-Holstein. In mehreren Regionen des Landes wird die Entwicklung eines computergesteuerten ÖPNV vorangetrieben. „Der Kreis Herzogtum Lauenburg wird ab 2018 zum Testzentrum für autonom fahrende Busse auf öffentlichen Straßen“, sagt der aus dem Kreis stammende Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann (CDU). Ihm zufolge wird das Bundesverkehrsministerium allein das Projekt in der Hamburger Metropolregion mit 1,8 Millionen Euro fördern. Konkret soll eine öffentliche Teststrecke im Stadtgebiet von Lauenburg eingerichtet werden – „mit echten Fahrgästen und im echten Straßenverkehr“, wie Brackmann sagt.

Es ist nur das jüngste Beispiel auf dem Weg zum autonomen ÖPNV im Norden. Mit 2,3 Millionen Euro fördert das Verkehrsministerium in Berlin bereits den „NAF-Bus“ in Nordfriesland. NAF steht für „nachfragegesteuerter autonom fahrender Bus“. Anders als beim Lauenburger Projekt, bei dem der Linienverkehr im Mittelpunkt steht, liegt der Schwerpunkt beim NAF-Bus auf fahrerlosen Fahrzeugen, die ohne Fahrpläne verkehren und über die Nachfrage der Nutzer per Smartphone gesteuert werden sollen. Nach Angaben von Projektbeteiligten wird es zum Start auf Sylt im nächsten Jahr aber zunächst wohl ebenfalls eine feste Verbindung geben.

Im Landesverkehrsministerium in Kiel begrüßt Minister Bernd Buchholz (FDP) die jüngste Förderung. Auch wenn technologisch noch ein Stück des Weges zurückzulegen ist, so sei es der richtige Weg zu einem alternativen öffentlichen Personennahverkehr, sagte er. „Gerade dünn besiedelte Regionen des Landes können und werden davon profitieren.“ Das Land selbst fördert ähnliche Projekte unter anderem in Ostholstein. Daneben hat die Jamaika-Koalition auch die Bäderbahn-Strecke in der Lübecker Bucht ins Auge gefasst, um dort Teststrecken für autonom fahrende Fahrzeuge einzurichten.

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