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Leser-Wandertour : Über Stock und Stein von Gut zu Gut

vom

Der passionierte Wanderer Günther Beumers empfiehlt einen Rundkurs, der gleich an fünf Gutsanlagen vorbeiführt.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2014 | 14:50 Uhr

Blickstedt | „Hallo, ich freue mich riesig über jeden neuen Beitrag zur Schleswig-Holstein-Tour und habe mir auch  das Buch zur Serie angeschafft. Das ganze Thema kommt mir sehr gelegen, da ich seit März 2013 in der Freizeitphase der Altersteilzeit bin.“ – Diese Worte schrieb Günther Beumers (62) aus Blickstedt. In launigen Worten an die Redaktion erklärte er, warum ihm die Serie über Wanderungen in Schleswig-Holstein so gut gefallen hat: „20 Kilo Gewichtsverlust.“ Das war Absicht, wie er sagt: „Denn mit fast 47 Berufsjahren auf dem Buckel haben sich auch so manche Pölsterchen auf den Hüften angesammelt.“

Der sh:z hatte seine Leser gebeten, eigene Wandervorschläge zu präsentieren. Günther Beumers beschreibt im Folgenden seine Lieblingsstrecke, eine Fünf-Güter-Tour nördlich des Nord-Ostsee-Kanals. Immer an seiner Seite trippelt der kleine Schnauzer-Dackel-Rüde Luke.

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Meistens drehe ich meine Wandertouren im Uhrzeigersinn herum. Aber um die fünf Güter abzuklappern, gehe ich diesmal entgegen dem Uhrzeigersinn und starte nordwärts durch die Felder Richtung Gettorf. Nach 1,5 Kilometern überquere ich die Brücke der neuen B76 und sehe links das alte Reethus (heute  heute heißt es Park-Bistro) und dahinter den Wildpark Wulfshagen. Ich folge der Straße geradeaus an reetgedeckten Fachwerkhäusern vorbei bis zur Gutsanlage Wulfshagen mit einem Wassergraben vor dem Herrenhaus, das gegen Ende des 16. Jahrhunderts fertiggestellt wurde.

Weiter geht’s durch den Wald, über den unbeschrankten Bahnübergang. An der nächsten Kreuzung und der zweiten Abzweigung nach links folge ich der zwei Kilometer langen Straße und weiche vor dem Gut Warleberg nach links aus bis zur Chaussee zur Kanalfähre Landwehr. Das Gut Warleberg mit seinem imposanten Herrenhaus und eindrucksvollen Wirtschaftshaus mit Glockenturm ist ein landwirtschaftlicher Betrieb. Weiter Richtung Nord-Ostsee-Kanal  inmitten der Plantage liegt das Obst-Café Warleberg, es  bietet  Kuchen und Früchte der Saison an.

Dem Weg über Stufen hinunter bis zum Kanal folge ich jetzt ostwärts Richtung Kiel. Nach etwa einem Kilometer  ist auf einer Anhöhe ein interessanter Schaugarten zu besichtigen, zwei Kilometer weiter mündet der Überlauf der Altenbeker Au wie ein kleiner Wasserfall in den Kanal. Nach weiteren fünf Kilometern am Kanal entlang erreiche ich den Rastplatz Levensau mit 17 Meter Höhe zum Verschnaufen. Dabei kann man die vorbeifahrenden Boote und Schiffe beobachten, manchmal sogar Besonderheiten wie einen Trimaran, einen alten Raddampfer oder auch einen Kreuzfahrer.

Weiter geht’s den Berg hinunter. Zuerst unterquere ich die alte Levensauer Hochbücke, die bereits 1894 eingeweiht wurde und bis zum Jahr 1954 noch vier, jeweils  70 Meter hohe Türme besaß. Im Gegensatz zur alten genieteten Eisenbrücke sieht der moderne Nachbar, die neue Levensauer Hochbrücke, wie ein schmuckloser Betonklotz aus. Etwa 150 Meter weiter führt eine Abkürzung links zur alten Eiderkanalschleuse und zum imposanten, 23 Meter hohen Achtstückenberg, aber ich marschiere noch 2,5 Kilometer  weiter und verlasse den Nord-Ostsee-Kanal bei der Gaststätte Kanalfeuer.

An dieser Stelle fließt das überschüssige Wasser des alten Eiderkanals und der verschwundenen Levensau in den NOK.  Nach etwa 100 Metern erreiche ich linkerhand die Zufahrt zum Gut Projensdorf aus dem 17. Jahrhundert, wo gerade gut bestuhlt die Vorbereitungen für eine Hochzeit laufen.

Zurück zur Kreuzung geht’s geradeaus zum Gut Knoop, das schon im 13. Jahrhundert gegründet wurde. Zu dieser Zeit mussten Adelsherren und Ritter ihre Burgen noch mit Wassergräben schützen. Wieder zurück zur Kreuzung biege ich jetzt rechts ein auf einen pittoresken Uferpfad, der etwa 1,4 Kilometer lange, verbliebene Rest des alten Eiderkanals. Ich kenne und liebe diesen Streckenabschnitt  wegen seines ursprünglichen Charmes und wegen der vielfältigen Flora und Fauna. Am westlichen Ende erreiche ich die ehemalige Schleusenanlage bei Rathmannsdorf, eine von sechs Schleusenstufen bis Rendsburg.

Rechts von den Schleusenmauern aus Bornholmer Sandstein und holländischen Klinkern eignet sich das idyllisch gelegene Schleusen-Café vorzüglich für eine kleine Rast. Keine 100 Meter weiter rechts liegt ein kleiner Parkplatz als Start für einen Kurztrip. Etwa 200 Meter nach links und parallel zur K19 führt der unbefestigte Weg zum letzten Gut auf meiner Tagesroute, dem Gut Rathmannsdorf.

Nach weiteren 300 Metern direkt auf der K19, anschließend rechts Richtung Klein-Felmerholz und vor der bekannten Reitanlage Mumm nach links eingebogen, bin ich jetzt auf dem Blickstedter Weg, der mich nach weiteren 500 Metern und einer Linkskurve bei Bauer Möller die alte Siedlung von Blickstedt und manchmal auch meinen Taubenschwarm wie zur Begrüßung sehen lässt.

Höhepunkte auf der Tour und in der Region: Hier lohnt sich ein Besuch

Schleusen-Café Rathmannsdorf

In idyllischer Umgebung des alten Eiderkanals liegt das Restaurant-Café „Schleusen-Garten“. Hausgemachter Kuchen und Torten stehen auf der Speisekarte, zudem Angebote einer  ländlichen Küche, die auf  frische saisonale Produkte setzt. Im Sommer finden Gäste auf der Terrasse Platz, in der Übergangszeit im Wintergarten.

Schleusen-Garten an der Rathmannsdorfer Schleuse, 24161 Altenholz/ Felm,  Tel. 0431 / 36 45 393

Biergarten am Kanalfeuer

Der Name deutet es bereits an: Auch das Restaurant Kanalfeuer liegt direkt am Kanal und gestattet von der kleinen Anhöhe herab einen unverstellten Blick aufs Wasser. Auf der überdachten Terrasse, der sich noch ein Biergarten anschließt, finden  50 Gäste Platz.  Aufgespannte Segel sorgen für angenehmen Schatten.

Restaurant Kanalfeuer, Knooper Dorfstraße, 24161 Altenholz/ Knoop, Tel. 0431 / 36 99 408.

Warleberger Obst-Café

Das Café befindet sich  auf der höchsten Erhebung inmitten einer Kirschplantage. Folglich genießt man einen ausgezeichneten  Blick auf die vorbeifahrenden Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal.  Das Café bietet 30 Plätze unter Dach, weitere Plätze sind unter freiem Himmel vorhanden.  Gäste dürfen im Gras unter den Bäumen picknicken.

Obst-Café auf Gut Warleberg, 24214 Neuwittenbek, Tel. 04346/ 7077.

 
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