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Halbinsel Holnis : Eine Wanderung auf den Spuren der Eiszeit

vom

Das nördlichste Ende der deutschen Ostseeküste: Holnis Spitze bietet eine besondere Wandertour für neugierige Entdecker.

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2014 | 06:45 Uhr

Holnis | Halbinsel Holnis: Entstanden während der letzten Eiszeit, geformt von Wind, Wellen und Strömung. Steilküsten und Strände, Nehrungen und verlandete Strandseen – eine Landschaft im ständigen Wandel, die auch dem Naturfreund so manches bietet. Die nördlichste Spitze der deutschen Ostseeküste ist ein offenes Buch für neugierige Entdecker.

Die Karte als Download (pdf)

Detailbeschreibung Teil I

Start:

Parkplatz: Wendehammer am Ende der Holnisser Noorstraße > Nach Norden in die Straße „Zur Salzwiese“ > Nach 80 m rechts ab Richtung „Fährhaus Holnis“ > Nach 270 m links ab, Wegweiser „Holnis Spitze 0,7 km“ > Nach 100 m, hinter „Fährhaus Holnis“, bei Infotafel „Naturschutzgebiet Halbinsel Holnis“ rechts abbiegen > Nach 550 m Rastplatz mit schöner Aussicht. Hier halb links abbiegen, bergab Richtung Wasser > Nach 250 m auf Holnis Spitze > Von Holnis Spitze am Strand entlang nach Westen > Nach 800 m Seemannsgrab neben Sitzbank oberhalb des Strands > Nach 190 m Uferschwalbenkolonie. Nicht betreten! > Nach 220 m Strand gesperrt (Naturschutzgebiet Salzwiesen).

Tipp: In der Ferienzeit kann Holnis sehr stark besucht sein, dann evtl. Parkplatzproblem. Wanderung am besten an Werktagen.

Tipp: Wetter beachten: Bei starkem Ostwind kann der Nordstrand bis zum Fuß der Steilwand überflutet sein.

Detailbeschreibung Teil II

2,5 km   Ende Strand Nordküste:

Vom Strand nach links oben abbiegen > Nach 195 m Aussichtspunkt auf die Salzwiesen > Nach 160 m Kreuzung, geradeaus auf Asphaltsträßchen > Nach 120 m Kreuzung, rechts abbiegen (Schild „Wanderweg“ folgen) > Nach 270 m links halten, Schild „Wanderweg, Naturschutzhütte/Kliff“ folgen > Nach 175 m Aussichtspunkt (großartiger Blick) auf der Kliffhöhe > Nach 130 m Aussicht auf das Kliff > Nach 60 m rechts neben dem Weg Aussicht auf das Kliff > Nach 90 m rechts am Strand alte Ziegelsteine (Ziegelei) > Nach 65 m Rastplatz, Infotafel und Aussichtsturm Kleines Noor > Nach 160 m auf der Nehrung kleine Fußgängerbrücke über den Durchlass zum Noor, Infotafeln > Nach 800 m Beginn der Abkürzung zur Ostküste (Holnis Strand).

Tipp: Großartige Aussicht von der Kliffhöhe und kurz vor der Nehrung.

Tipp: Am Beginn der Nehrung schöner Rastplatz und NABU-Informationshütte.

Abkürzung (alternativ):

Am Wegweiser „Holnis Strand“ den Deich verlassen und dem Wiesenweg folgen > Nach 760 m Hauptstraße überqueren und gegenüber geradeaus am Nordrand des Campingplatzes bis zum Holnis Strand > Nach 240 m Holnis Strand. Länge der Abkürzungsstrecke: 1 km. Gesamtlänge der abgekürzten Wanderung: 7,8 km

Detailbeschreibung Teil III

4,8 km   Abzweigung Abkürzung:

Weiter auf dem Deich, nach 500 m links in den Ort Schausende abbiegen > Nach 50 m rechts abbiegen, durch Schausende Richtung Leuchtturm gehen > Nach 230 m am Leuchtturm, geradeaus weiter > Nach 460 m Jachthafen, geradeaus weiter > Nach 340 m links abbiegen in Autosträßchen „Kobbellück“ > Nach 240 m rechts Blick auf Neupugumer See > Nach 900 m links auf Wanderweg neben Hauptstraße, diesem bald nach rechts zur Küste folgen > Nach 740 m in Holnis Strand (Kurgebühr), entweder am Sandstrand oder auf der gepflasterten Promenade laufen > Nach 650 m endet gepflasterte Promenade, führt als Schotterweg weiter > Nach 370 m Wind- und Kitesurfschule Holnis, ab hier freier Strand ohne Kurgebühr, Promenadenweg wieder gepflastert > Nach 410 m entfernt sich Wanderweg vom Strand, führt vorbei an Seemannsvillen > Nach 470 m am „Fährhaus Holnis“ links abbiegen > Nach 270 m links zum Parkplatz abbiegen > Nach 90 m am Ausgangspunkt (Parkplatz am Wendehammer).

Tipp: Bei gutem Wetter Badeklamotten nicht vergessen.

Tipp: In der Saison kostet das Betreten des Holnis Strand bis zur Wind- und Kitesurfschule Kurgebühr.

10,5 km   Parkplatz: Wendehammer am Ende der Holnisser Noorstraße

Länge:   10,5 km  (abgekürzt: 7,8 km)

Anfangs- und Endpunkt:

Parkplatz Wendehammer an der Kreuzung Holnisser Noorstraße/Zur Salzwiese

 

Unsere Wanderung auf den Spuren der Eiszeit beginnt im Nordosten von Holnis, auf dem Wendehammer nahe der Gaststätte „Fährhaus“. Zwischen Wiesen und Hecken führt ein idyllischer Weg zur Steilküste. Blauer Himmel, weiße Wölkchen und ein großartiger Blick über die Flensburger Förde. Nicht weit vom Ufer, auf den Stangen der Stellnetze, trocknen Kormorane ihre nassen Flügel. Gegenüber, zum Anfassen nah, liegt die dänische Halbinsel Broager. Bis um 1860 bestand hier eine Fährverbindung zwischen Holnis und Dänemark.

Ein schmaler Pfad bringt uns durch den Hangwald hinunter zum Wasser. Bald darauf stehen wir auf Holnis’ Spitze. Niedrigwasser und wenig Wind, da liegt die schmale Landzunge trocken. Am Spülsaum geht es nach Westen, über festen Sand und einen dichten Teppich aus Tang. Möwengeschrei und das Rauschen der Wellen begleiten uns. Weiter draußen taucht ein Gänsesäger elegant in die Tiefe. Sekunden später ist er wieder da und hält ein zappelndes Fischlein im Schnabel. Etwas oberhalb des Strandes entdecken wir ein schlichtes Seemannsgrab. Ein verblichenes Schild erzählt die traurige Geschichte: Auf der Rückreise aus Westindien erkrankte der Steuermann Peter Thomsen an Cholera. Seinem Schiff wurde deshalb die Einfahrt in den Hafen von Flensburg verweigert. Er verstarb an Bord, und seine Kameraden begruben ihn hier, an der nördlichen Küste von Holnis.

Eiszeit und Ostsee haben eine beeindruckende Küstenlandschaft hinterlassen
Eiszeit und Ostsee haben eine beeindruckende Küstenlandschaft hinterlassen Foto: Holger Schulz
 

Die Steilküste wird jetzt höher. Mehrfach umgehen wir Bäume, die von der Kliffkante herabgestürzt sind. Ihr Wurzelwerk, von der Flut unterspült, verlor den Halt. Jahr für Jahr schlagen Wind und Wellen weitere Kerben in die Küste. Meeresströmungen transportieren die Sedimente davon und lagern sie an anderer Stelle wieder ab. Die großen Findlinge am Strand sind Zeugen dieser Dynamik. Ein Stück weiter des Wegs graben Uferschwalben neue Brutröhren in die sandige Steilwand. Des einen Leid ist des anderen Freud: Die seltenen Schwalben profitieren von der Umgestaltung der Landschaft. Dann versperrt ein Zaun den Strand: Schutzgebiet – Betreten verboten! Vor uns liegen die Salzwiesen mit Rast- und Brutplätzen. Lautes Geschrei zeugt von der Anwesenheit zahlloser Küstenvögel: Austernfischer, Brandgänse und Sandregenpfeifer, Seeschwalben, Kiebitz und Rotschenkel ziehen hier ihre Jungen auf. Vom Strand aus gelangen wir oberhalb des Schutzgebiets auf die Höhe des Holnis Kliffs.

Sie besitzen ein mobiles Gerät mit GPS-Funktion ? Dann können Sie hier per Download die GPX-Daten abrufen:  Halbinsel_Holnis_GPS.gpx (rechte Maustaste -> Ziel speichern unter ...) oder hier als Zip-Archiv für Internet-Explorer. (Die Verwendung von GPX-Dateien setzt die Installation einer GPX-Tracking-Software voraus).

Der Blick fällt auf eine nordische Landschaft, die an Skandinavien erinnert: Auf der steppenähnlichen Ebene weiden Hochlandrinder. Die urigen Vierbeiner mit ihren langen, gebogenen Hörnern halten die Vegetation des Schutzgebiets kurz. Zur See hin erstreckt sich die steile Kliffkante, die hier 20 Meter weit abfällt. Südlich von uns glitzert in der Sonne das Kleine Noor. Die ehemalige Meeresbucht ist durch eine 800 Meter lange Nehrung von der Förde getrennt. Auf schmalem Pfad folgen wir diesem natürlichen Damm. Unter der kleinen Holzbrücke, die den Durchlass zwischen Noor und Innenförde überspannt, strömt Ostseewasser ein und sorgt somit für den Erhalt dieses einzigartigen Lebensraums.

Auf dem Deich geht es weiter zur Ortschaft Schausende und dann nach links durch das entwässerte Holnis Noor. Über Jahrtausende hatte es Holnis vom Festland getrennt, bevor es eingedeicht und entwässert wurde. Über dem verlandenden Pugum See zieht ein Seeadler vorbei. Irgendwo dort draußen, in einem Baum in den riesigen Röhrichtflächen, steht sein mächtiges Nest. Schließlich erreichen wir den Sandstrand an der Ostküste der Halbinsel. Knapp zwei Kilometer weit folgen wir ihm, bevor wir, vorbei an alten Seemannsvillen, wieder zum Ausgangspunkt unserer Tour gelangen.

Höhepunkte auf der Tour: Hier lohnt sich ein Besuch

1.  Das „Fährhaus Holnis“

Die Route beginnt und endet am malerisch gelegenen „Fährhaus Holnis“ von 1824, welches Hotel und Gaststätte beherbergt. Eine Fährverbindung, die das letzte Mal 1859 genutzt wurde, ist Namensgeber des Gehöfts. Der idyllische Wanderweg führt von hier aus in Richtung nördlichstem Punkt der Halbinsel. Zum Abschluss der Wanderung lohnt sich eine Einkehr auf der Gartenterrasse mit einer großartigen Aussicht auf die Förde.

Holnisser Fährstr. 21, 24960 Glücksburg/Holnis; Tel.: 04631/61330

2. Das Seemannsgrab

Am Nordstrand von Holnis entlang führt der Weg zu einem Seemannsgrab. Der Steuermann Peter Thomsen erkrankte nach der Rückkehr aus Westindien an Cholera und wurde an dieser Stelle von seinen Kameraden beigesetzt. Das Grab liegt etwas oberhalb des Strandes und ist ein erster Zwischenstopp mit Blick auf die Halbinsel Broager.

3. Die Salzwiesen

Nachdem der öffentlich-zugängliche Strandabschnitt endet, bietet eine Aussichtsplattform einen tollen Blick auf die Salzwiesen, die von der Ostsee gelegentlich geflutet werden. In diesem Vogelschutzgebiet sind einige Küstenvogelarten, wie Austernfischer, Rotschenkel und Kiebitze zu beobachten.

4. Die alte Ziegelei und das Kleine Noor

Weiter über eine 20 Meter hohe Kliffkante führt der Wanderweg zur alten Ziegelei, wovon nur Ziegelreste und alte Fundamente erhalten sind. Die Ziegeleivilla liegt weiter östlich und ist das am besten erhaltene Bauwerk. Vom NABU-Aussichtspunkt hat man einen wunderschönen Blick auf das Kleine Noor.

5. Pugumer See

Der Pugumer See ist Bestandteil eines 89 Hektar großen  Naturschutzgebiets. Es handelt sich um einen Strandsee, der heute weitgehend verlandet ist. Die verlandeten Flächen sind versumpft und werden überwiegend von Bruchwald eingenommen. Seeadler suchen das Gebiet seit 1994 als Nahrungsgast auf. Seit etwa zehn Jahren nutzen sie den Pugumer See und Umgebung auch zum Brüten.

 
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