SH-Tour : Bergenhusen – Im Dorf der weißen Störche

Nirgends in Schleswig-Holstein lassen sich Störche besser beobachten als in Bergenhusen.
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Nirgends in Schleswig-Holstein lassen sich Störche besser beobachten als in Bergenhusen.

Bei einer Wanderung in und um Bergenhusen befindet man sich schnell in einem Storchenparadies: Dort lassen sich mehr als 20 Weißstorch-Paare beobachten.

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03. Juni 2014, 06:45 Uhr

Bergenhusen | Weißstörche: Nirgendwo sonst in Schleswig-Holstein kann man sie besser beobachten als in Bergenhusen im Kreis Schleswig-Flensburg. Auf fast 20 Nestern spielt sich hier das Familienleben der Rotschnäbel ab. Ihre Nahrung suchen sie im Umland des idyllischen Dorfs: Wiesen, Weiden und Moore, so weit das Auge reicht. Von Mai bis August ist bei den Stelzvögeln immer was los – aber eben nicht alles gleichzeitig. Der Zeitpunkt einer Wanderung im Storchenparadies will deshalb gut geplant sein.

Von April bis Anfang Mai treffen die Störche ein. Bei erbitterten Kämpfen um die Nester fliegen dann auch mal die Federn. Bald darauf feiern die Langbeiner Hochzeit. Während der Paarung, täglich bis zu neun Mal, balanciert der Storchenmann auf dem Rücken des Weibchens. Später im Mai wird gebrütet. Eine Zeit lang geht es jetzt ruhiger zu, bis nach einigen Wochen die Jungen schlüpfen.

Im Juni beginnt die Aufzucht der Küken. Die Storcheneltern sind nun fast ständig unterwegs. Dicht hinter den Traktoren der Bauern erbeuten sie Mäuse und Insekten. In flachen Tümpeln und am Rande der Flüsse sind sie auf der Pirsch nach Fröschen und Ringelnattern. Mit etwas Geduld lässt sich im Storchendorf die Fütterung beobachten: Gierig verschlingen die Kleinen die Nahrung, die der Altstorch vor ihnen ins Nest würgt.

Fast zwei Monate dauert die Aufzucht der Jungen, die bis Ende Juli fast die Größe ihrer Eltern erreichen. Immer häufiger trainieren sie dann ihre Flügel, und irgendwann wagt der erste den Sprung vom Nestrand. Der Jungfernflug sieht noch etwas wackelig aus, aber schnell klappt das Fliegen perfekt. Im August, bei sonnigem Wetter, segeln ganze Trupps von Störchen in der Thermik. Ein paar Tage später sind sie verschwunden – unterwegs in ihre Überwinterungsgebiete.

Die Karte als Download zum Ausdrucken (pdf)

Detailbeschreibung Teil I

Start:

Parkplatz zwischen Kirche und Kaufladen. Infotafel über ausgeschilderte Wanderwege. Wir folgen streckenweise dem Wegweiser/Edelstahlsäulen mit blauen Dreieck > Vor der Kirche rechts ab in die Poststroot > Nach 150 m Infotafel „Störche in Bergenhusen“ und Atelier „KunstPunkt“ > Nach 50 m rechts zwei Storchennester > Nach 90 m rechts abbiegen auf Hauptstraße (Dörpstroot) > Nach 85 m rechts Storchennest > Nach 25 m Hauptstraße verlassen und geradeaus weiter auf Wirtschaftsweg > Nach 800 m links abbiegen in Wirtschaftsweg neben Baumreihe > Nach 400 m links Infotafel „Lüttensee“ > Nach 820 m links Infotafel „Wiesenvögel“ > Nach 270 m ausgeschilderten Weg verlassen, rechts abbiegen auf Wirtschaftsweg.

Tipp: Besichtigung Kirche, Saalkirche mit schöner Deckenbemalung.

Tipp: Atelier „KunstPunkt“, Skulpturen und Malerei.

Poststroot 4, 24861 Bergenhusen, Tel.: 04885/901764, www.kunstpunkt-drawert.de

--> Abkürzung (alternativ)

Abkürzung folgt weiterhin geradeaus dem ausgeschilderten Wanderweg >  Nach 320 m links in Autostraße (Lüttensee) abbiegen (ausgeschilderter Wanderweg) > Nach 260 m Ende der Abkürzung, weiter auf beschriebener Wanderroute.

Detailbeschreibung Teil II

2,7 km    Beginn Abzweigung vom ausgeschilderten Weg:

160 m nach Abzweigung vom ausgeschilderten Weg links abbiegen auf Autostraße > Nach 300 m rechts abbiegen auf Wirtschaftsweg > Nach 1,9 km Angelstelle an der Alten Sorge, Plattenweg nach links folgen > Nach 1,25 km Plattenweg nach links folgen > Nach 690 m nach halb links auf Autostraße abbiegen > Nach 530 m Autostraße nach links folgen > Nach 190 m nach rechts auf Autostraße abbiegen > Nach 260 m nach links in kleines Sträßchen abbiegen > Nach 290 m links Windmühle, rechts Storchennest > Nach 75 m rechts auf Autostraße abbiegen, zurück auf markiertem Wanderweg (Lüttensee). Abkürzung stößt hier wieder auf unseren Weg. > Nach 320 m links Storchennest > Nach 160 m rechts Storchennest, rechts in Goosstroot abbiegen > Nach 210 m rechts Eingang Naturschutzzentrum, links 2 Storchennester > Nach 70 m links abbiegen in Hoierboierstroot, an Kreuzung Storchennest und Infotafel „Weißstorch“ > Nach 35 m links Storchennest > Nach 115 m links Gaststätte „Hoierboier“, zwei Storchennester > Nach 50 m halb rechts in Dörpstroot abbiegen, rechts Storchennest > Nach 80 m links abbiegen, Töpferei „Sukohl“ > Nach 100 m links abbiegen, halb rechts bei Feuerwehrhaus Storchennest, Kaufladen an der Kreuzung > Nach 40 m Ausgangspunkt Parkplatz zwischen Kirche und Kaufladen.

Tipp: Beobachtung von Wiesenvögeln und Störchen auf den Grünlandflächen.

Tipp: NABU Naturschutzzentrum, Storchenausstellung. Sie sollten etwas Geduld mitbringen, denn die Störche sind zeitweise zur Nahrungssuche unterwegs. Da die Vögel hoch oben brüten, lässt sich das Treiben in den Nestern am besten beobachten, wenn Sie mindestens 30 m entfernt stehen.

9,7 km   Parkplatz zwischen Kirche und Kaufladen:

Länge:  9,7 km (abgekürzte Variante: 4,5 km)

Anfangs- und Endpunkt:

Parkplatz zwischen Kirche und Kaufladen, 24861 Bergenhusen

Unsere Wanderung beginnt an der Kirche von Bergenhusen. Wir folgen den Wegweisern mit dem blauen Dreieck. Vor dem Rundgang durchs Dorf wollen wir dessen Umgebung erkunden: grünes, offenes Land bis zum Horizont. Unsere erste Etappe führt rund um den ehemaligen „Lüttensee“. Heute ist es der Kleinseer Koog. Am wolkenlosen Himmel trillern die Feldlerchen, ein Neuntöter landet in einer dornigen Hecke. Hasen hoppeln durchs hohe Gras, auf einer Pferdekoppel suchen zwei Störche nach Nahrung. Aus dem Dorf blinken die weiß bespannten Flügel einer Windmühle herüber. Dann verlassen wir den markierten Wanderweg. Zwischen Knicks und feuchten Wiesen geht es zur Alten Sorge. Am Angelplatz des Fischereivereins Sorge öffnet sich ein herrlicher Blick über das ruhige Flüsschen. Aus dem dichten Schilfgürtel klingt das Lied eines Rohrsängers. Gemächlich zieht ein Bisam durchs spiegelblanke Wasser, und am Ufer dümpelt eine Stockente mit ihren flauschigen Jungen. In großem Bogen wandern wir zurück ins Dorf. Der markierte Wanderweg bringt uns zum Naturschutzzentrum Bergenhusen.

Sie besitzen ein mobiles Gerät mit GPS-Funktion ? Dann können Sie hier per Download die GPX-Daten abrufen:  Storchendorf_Bergenhusen_GPS.gpx (rechte Maustaste -> Ziel speichern unter ...) oder hier als Zip-Archiv für Internet-Explorer. (Die Verwendung von GPX-Dateien setzt die Installation einer GPX-Tracking-Software voraus).

Im idyllischen Reetdachhaus des Naturschutzbundes besuchen wir die Storchenausstellung. Ein Erlebnis für Jung und Alt. Liebevoll aufbereitete Informationen, mit Fotos, Videos und Landschaftsmodellen. Über die Brutzeit, den Zug nach Afrika, über Gefährdung und Schutz der Langbeiner. Dazu die „Storchen-Peepshow“: hautnah dabei im Nest mit der ferngesteuerten Kamera. Für unsere letzte Etappe, den Rundgang durchs Dorf, nehmen wir uns Zeit. Mit dem Fernglas in der Hand wandern wir von Nest zu Nest. Die Störche sind zutraulich, sie haben keine Scheu vor uns Menschen. Trotzdem: Wer ihr Familienleben beobachten will, braucht etwas Geduld. Sollte mal wirklich in den riesigen Horsten nichts los sein, dann sorgen die Dohlen, Spatzen und andere Untermieter für Action. Bergenhusen lohnt ohnehin nicht nur wegen der Störche einen Besuch. Reetgedeckte Häuser, blühende Gärten, eine Töpferei und die Skulpturen eines Künstlers – überall entdecken wir Neues. In der Dorfmitte, auf der Terrasse des Gasthauses „HoierBoier“, lassen wir unsere Wanderung ausklingen. Oben, auf dem Dach, klappern zum Abschied die Störche. Gibt es Schöneres nach solch einem Tag?

Höhepunkte auf der Tour und in der Region - hier lohnt sich ein Besuch:

1. Besichtigung der Kirche (Dorfmitte)

Die typische Saalkirche mit schöner Deckenbemalung wurde im Dezember 1712 eingeweiht. Drei Seiten der Kirche sind mit Emporen umbaut, auf denen 44 Gemälde Szenen aus dem Leben Jesu zu seinem Tod zeigen.

Dörpstroot 11, 24861 Bergenhusen; www.kirchenkreis-schleswig-flensburg.de

2. Gaststätte „Hoier Boier“

Die Gaststätte „Hoier Boier“ ist nicht weit vom NABU Naturschutzzentrum Bergenhusen entfernt. Von der Terrasse hat man einen guten Blick auf mehrere Storchennester. Dörpstroot 12a, 24861 Bergenhusen, Tel.: 04885-9014994, www.hoier-boier.de

3. Angelstelle/Rastplatz an Alter Sorge

Von dem Steg, der über die Alte Sorge ragt, hat man einen herrlichen Ausblick auf das Flüsschen, die Schilfzonen und Seerosen. Bänke und Tische laden ein zur Rast. Bitte nicht die Angler stören.

4. NABU Naturschutzzentrum

Von Mitte März bis Mitte September ist die Weißstorchausstellung geöffnet. Infotafeln, Präparate, Landschaftsmodelle und Videos geben einen Einblick in das Leben der Störche und die Eider-Treene-Sorge-Region. Auch eine Führung durchs Storchendorf kann hier gebucht werden. Michael-Otto-Institut im NABU, Goosstroot 1, 24861 Bergenhusen; Tel.: 04885/570, www.bergenhusen.nabu.de

5. Töpferei „Sukohl“ (nahe der Dorfmitte)

In der kleinen Töpferei gibt es klassische und moderne norddeutsche Töpferwaren, von der Teekanne bis zum Lampenschirm. Wenn Sie Glück haben, können Sie dem Töpfer bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Dörpstroot 18, 24861 Bergenhusen; Tel.: 04885/631, www.toepferei-sukohl.de

 
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