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Eiderstedt zu Fuß : SH Tour: Den Vögeln auf der Spur

vom

Bei einer Entdeckertour durchs Katinger Watt und zum Eidersperrwerk erfahren Wanderer viel über Vogelwelt und Küstenschutz.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 06:45 Uhr

Katinger Watt und Eidersperrwerk – für Westküstenfans ein Muss. Gehen Sie auf Tuchfühlung mit der Natur, mit Wiesenvögeln und Gänseküken. Erkunden Sie mit dem Kescher die Welt im Wasser oder klettern Sie hoch hinaus auf Aussichtstürme – oder tauchen Sie mitten hinein in die Vogelwelt. Drei Dinge sollten dabei nicht fehlen: Fernglas, Vogelbuch und stabiles Schuhwerk.

Die Karte als Download zum Ausdrucken (pdf)  

 
Detailbeschreibung Teil I

Start:

Parkplatz an der Straße vor dem NABU Naturschutzzentrum Katinger Watt > Zum alte Eiderdeich und nach 130 m rechts durch das Hecktor runter vom Deich > Nach etwa 200 m rechts ab zwischen den Sichtschutzwällen zu den Beobachtungshütten  > Auf gleichem Weg zurück auf den Deich > Dem Deich 820 m nach Nordosten folgen bis kurz vor der „Schankwirtschaft Andresen“.

Tipp: Die Beobachtungshütten im Katinger Watt sind ein echtes Erlebnis.

Detailbeschreibung Teil II

2,0 km Nahe Schankwirtschaft Andresen:

Vom Deich rechts (am Parkplatz) abbiegen zum Wald > Nach 400 m beginnt der Wald > Nach etwa 300 m Überquerung des Katinger Priels > Nach 1,2 km durch Wald Ankunft am Ringpriel > Nach 740 m Überquerung des Ringpriels und weiter am anderen Ufer des Ringpriels > Nach 200 m Beginn des Teilstücks des Naturerlebnispfads > Nach 60 m Schutzhütte „Waidmannsruh“ und Bodensonnenuhr > Nach 50 m Keschersteg > Nach 45 m „Rateschnecke“ und Infotafel „Nachhaltige Holznutzung“ > Nach 230 m Informationstafeln der Jägerschaft „Jagd nutzt das, was nachwächst“ >  Nach 120 m Rastplatz mit Tischen und Bänken > Nach 210 m Beobachtungshütte im Ringpriel mit Eisvogel-Nisthöhlen > Nach 1,2 km links vom Ringpriel abbiegen > Nach 700 m Kreisstraße nach Tönning überqueren > Nach 380 m am Eiderdeich.

Tipp: Die gesamte Strecke durch den Naturerlebnisraum am Ringpriel ist sehr interessant und bietet auch Kindern viele Möglichkeiten, Natur spielerisch zu erleben.

Detailbeschreibung Teil III

8,0 km Eiderdeich:

360 m vor der Eider nach Südwesten bis zum Siel (Deichdurchlass) > Siel überqueren und 680 m dem Deich folgen > Deich nach rechts verlassen und unbefestigtem Weg 330 m nach Nordwesten bis zur Kreisstraße folgen > 630 m der Kreisstraße bis zur Bundesstraße beim Eidersperrwerk folgen > 560 m auf der Bundesstraße bis zur Schleuse und dann über das Eidersperrwerk bis zur Seevogelkolonie.

Tipp: Seevogelkolonie mit Seeschwalben und Lachmöwen, spannende Beobachtungen.

Detailbeschreibung Teil IV

10,6 km Seevogelkolonie:

2 km von der Seevogelkolonie zurück über das Eidersperrwerk und dann auf dem geteerten Nordseedeich oder auf dem Radweg neben der Bundesstraße bis zur Abzweigung zum Aussichtsturm > 550 m bis zum Aussichtsturm > 550 m zurück bis zur Bundesstraße > 2 km auf dem geteerten Deich oder auf dem Radweg neben der Bundesstraße bis zum Abzweig zum Naturzentrum Katinger Watt > 280 m bis zum Ausgangspunkt und zum Naturzentrum Katinger Watt.

Tipp: Beobachtungsturm auf etwa halbem Weg zwischen Eidersperrwerk und Ausgangspunkt. Herrliche Rundsicht.

15,8 km     Parkplatz vor NABU Naturzentrum Katinger Watt

Länge:  15,8 km

Anfangs- und Endpunkt:

Parkplatz vor NABU Naturzentrum Katinger Watt, Katingsiel 14, 25832 Tönning

Achtung, Streckenänderung aufgrund liegender Bäume!

Man beginnt die Wanderung wie gehabt am Naturschutzzentrum Katinger Watt, geht an der Schankwirtschaft Andresen NICHT rechts in den Wald, sondern geradeaus weiter auf dem Deich. An der ersten Möglichkeit dann rechts vom Deich abbiegen, gleich darauf wieder nach links. Beim nächsten Querweg wieder rechts abbiegen und mehr oder weniger geradeaus bis zum Ringpriel, wo man den ursprünglichen Wanderweg wieder erreicht.

Unsere Wanderung beginnt auf dem Deich beim NABU Naturzentrum Katinger Watt. Nach rechts fällt der Blick auf Feuchtwiesen und schilfumstandene Wasserflächen. Im Konzert Hunderter Vögel vibriert die Luft. Durch eine Pforte geht es vom Deich hinab und zwischen Sichtwällen zu den Beobachtungshütten. Drinnen ist es stockfinster. Als wir vorsichtig eine der Luken öffnen, erschließt sich uns eine fantastische Welt. Vor unseren Augen, zum Anfassen nah, watschelt eine Graugansfamilie vorbei: Mutter, Vater und die flauschigen Küken. Im flachen Wasser sucht ein Säbelschnäbler nach Nahrung. Kiebitze und Rotschenkel, Brachvögel und Löffelenten tummeln sich im Paradies der Vögel. Und wir sind mitten drin.

Auf dem Deich setzen wir unsere Wanderung fort, vorbei an zahlreichen Schafen. Auch wenn mancher Schäfer uns das weismachen will: Die bunten Flecken auf dem Hintern der Tiere sind nicht etwa Peilhilfen fürs Zielfernrohr. Vielmehr trägt der Bock auf der Brust ein Stempelkissen und hat damit die „besprungenen“ Weibchen markiert. Vor der „Schankwirtschaft Andresen“, berühmt für ihren Eiergrog, heißt es: runter vom Deich und rein in den Wald. Wieder empfängt uns ein überwältigendes Vogelkonzert, vor allem morgens im Frühjahr. Singdrossel und Pirol, Zaunkönig und Rotkehlchen trillern um die Wette. Der Kuckuck ist ebenfalls auf Brautschau und ruft unermüdlich seinen Namen.

Die Wanderung führt uns zum Eidersperrwerk.
Die Wanderung führt uns zum Eidersperrwerk. Foto: dpa
 

Auch in der nächsten Etappe gibt es viel zu entdecken. Ausgewiesen als Naturerlebnispfad, führt der Wanderweg entlang des Ringpriels. Dieses Relikt aus der Zeit vor der Eindeichung ist heute ein flussähnlicher Süßwasserteich. Im Schilf zwitschern Rohrsänger ihr knarrendes Lied, Zwergtaucher paddeln quirlig am Ufer, und Bisams ziehen V-förmige Kiellinien. Die Schutzhütte „Waidmannsruh“ lädt ein zur wohlverdienten Rast, und mit der Bodensonnenuhr haben nicht nur die Jüngsten ihren Spaß. Am Keschersteg können die Kinder erkunden, was alles im Wasser lebt – vorausgesetzt, sie haben einen Kescher dabei. In einer „Rateschnecke“ lernen die Kleinen, Bäume und Sträucher zu unterscheiden. Schautafeln informieren über den Forst und seine Tiere. Aus einer Beobachtungshütte, die als Floß mitten im Ringpriel dümpelt, fällt der Blick auf zwei künstliche Nisthöhlen. Mit etwas Glück kann man hier brütende Eisvögel sehen.

Sie besitzen ein mobiles Gerät mit GPS-Funktion ? Dann können Sie hier per Download die GPX-Daten abrufen:  Katinger_Watt_und_Eidersperrwerk_GPS.gpx (rechte Maustaste -> Ziel speichern unter ...) oder hier als Zip-Archiv für Internet-Explorer. (Die Verwendung von GPX-Dateien setzt die Installation einer GPX-Tracking-Software voraus). Die GPX-Datei für die Alternativroute finden Sie hier .

Über den Eiderdeich gelangen wir schließlich zum Eidersperrwerk. Mit seinen mächtigen Toren verhindert es, dass die Fluten der Nordsee das Hinterland überschwemmen. Die kurze Wanderung über das Sperrwerk ist ein Ausflug in die dramatische Geschichte des Küstenschutzes. Am südlichen Ende des Bollwerks stoßen wir auf die Seevogelkolonie. Küstenseeschwalben und Lachmöwen brüten hier direkt neben dem Weg. Das Familienleben der Vögel bietet ein ganz besonderes Schauspiel. Aber Vorsicht: In der Brutzeit sind die Seeschwalben aggressiv. Sie beschießen jeden, der zu nahe kommt, mit ihrem Kot oder fliegen gezielte Angriffe. Neueste Forschungen haben gerade wieder gezeigt, dass die zierlichen Seeschwalben während des Zuges einmal pro Jahr um die ganze Erdkugel fliegen – und zwar mit Umwegen, nicht auf dem kürzesten Weg.

Die letzte Etappe liegt nun vor uns. Entweder auf der geteerten Deichkrone, mit Blick auf das Wattenmeer, oder auf dem Radweg entlang der Straße. Bei starkem Westwind ist Letzteres sicher angenehmer. Auf halbem Weg lassen wir uns den Aussichtsturm nicht entgehen, mit Fernblick auf Feuchtwiesen, Wasserflächen und Wald. Und dann? Endspurt. Nach 16 Kilometern sind wir schließlich zurück am Ausgangspunkt unserer Tour. Würdiger Abschluss ist ein Besuch im Naturzentrum Katinger Watt. Eine spannende Wanderung liegt hinter uns – ein Abenteuer voller Erlebnisse.

Höhepunkte auf der Tour und in der Region: Hier lohnt sich ein Besuch

1. Eidersperrwerk

Es lohnt sich, das Eidersperrwerk zu erklimmen. Von dort hat man einen wunderbaren Blick über Eiderstedt und Dithmarschen und über die Nordsee. Vielleicht kehrt auch gerade ein Kutter von seiner Fangfahrt zurück und passiert die Schleuse. Aber auch die mächtigen braunen Sieltore beeindrucken. Meist sind sie geöffnet. Doch wenn die NOrdsee zu wild wird, werden sie geschlossen. Seit 1973 schützt das Bollwerk das Hinterland vor Sturmfluten. Am Fuße des Sperrwerks  auf Dithmarscher Seite gibt es einen Imbiss, auf Eiderstedter Seite direkt am Katinger Watt ein Café.

2. NABU Naturzentrum Katinger Watt

 

Wer etwas oder alles über die Tier- und Pflanzenwelt im Katinger Watt erfahren will, der ist im Lina-Hähnle-Haus richtig. Dort erklären die Mitarbeiter, welche Vogelarten an der Eidermündung im Frühjahr und Herbst Rast machen, was es mit dem Wald auf Meeresgrund auf sich hat und dass sich sogar ein Seeadler im Naturschutzgebiet niedergelassen hat. Von hier aus starten auch die  Exkursionen. Und für Kinder gibt es ein Extraprogramm.

Lina Hähnle Haus, Katingsiel 14, 25832 Tönning/ Katingsiel; Tel.: 04862/8004, www.nabu-katinger-watt.de.

3. Schankwirtschaft Andresen

In dem urigen Haus aus dem 17. Jahrhundert direkt hinterm Deich muss man einmal Rast gemacht haben. Seit mehr als 400 Jahren ist das reetgedeckte Gebäude eine Gastwirtschaft. Früher war hier in Katingsiel ein kleiner Hafen. Von hier aus wurden über einen kleinen Kanal allerlei Waren von und nach Garding verschifft. Urgemütlich ist es in den altmodisch eingerichteten  Gasträumen oder lauschig unter den hohen Bäumen draußen. Großer Beliebtheit erfreut sich der Eiergrog. Ein echtes Original ist Senior-Chef Wilhelm Andresen. Das schmucke Gebäude diente auch schon mehrfach als Filmkulisse, zuletzt 2009 für den Krimi „Ein Song für den Mörder“ mit Jan Fedder und Axel Milberg.

Katingsiel 4, 25832 Tönning/Katingsiel, Tel.: 04862/370

4. Multimar Wattforum

Ein Stück die Eider hinauf liegt das Multimar Wattforum, nicht weit vom Tönninger Hafen. Ein Abstecher dorthin mit dem Auto oder dem Rad lohnt sich auf jeden Fall. Denn dort wird sehr umfassend und anschaulich über das Leben in und an der Nordsee informiert. Dort schwimmt in kleinen und großen Aquarien allerlei Meergetier umher, von der winzigen Qualle bis zum Kabeljau. Besuchermagnet ist das große Pottwal-Skelett. Den Meeressäugern ist ein ganzer Saal gewidmet. Und wer mag, läuft noch das kleine Stück zum Hafen und gönnt  sich dort in den Gaststätten eine Pause, um dann noch die Innenstadt zu erkunden.

Dithmarscher Str. 6a, 25832 Tönning; Tel.: 04861/96200, www.multimar-wattforum.de

5. Eiderstedt – Land der Kirchen

Mit 18 historischen Gotteshäusern hat Eiderstedt die größte Kirchendichte nördlich der Elbe. In der Nachbarschaft zum Katinger Watt finden sich gleich fünf: in Kating, in Vollerwiek, in Welt, in Garding und in Tönning. In ihnen gibt es so manchen Schatz zu entdecken, beispielsweise hängt in St. Laurentius in Kating die älteste Kirchenglocke Schleswig-Holsteins, in ihrer Namensvetterin in Tönning stecken noch Kanonenkugeln aus dem Nordischen Krieg (1700-1721) in den Wänden. In Welt beeindruckt der barocke Beichtstuhl. In St. Martin in Vollerwiek sind Bilder von Lucas Cranach zu sehen.

 
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