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Südtondern zu Fuss : Deichwanderung mit Nordseeprise

vom

Im Rickelsbüller Koog direkt an der Grenze zu Dänemark lassen sich vielfältige Vogelarten beobachten.

Rickkelsbüller Koog | Deichspaziergang mit Nordseeprise, ganz oben in Schleswig-Holstein. Schon aufgrund seiner geografischen Lage, zwischen Hindenburgdamm und dänischer Grenze, ist der Rickelsbüller Koog eine Wanderung wert. Aber um den Schatz dieses Kleinods wirklich zu heben, braucht es schon einen wahren Vogelgucker. Der Koog gilt deutschlandweit als eines der besten Beobachtungsgebiete. Mit dem Fernglas in der Hand und dem Bestimmungsbuch im Rucksack sind ornithologische Highlights garantiert.

Die Karte als Download zum Ausdrucken (pdf)

Detailbeschreibung

Anfahrt mit dem Auto:

Nach Klanxbüll, von dort aus Richtung Rodenäs. In Neudorf auf der Querstraße links abbiegen. Ab hier ist der Rickelsbüller Koog ausgeschildert. Im Koog auf dem Grenzdamm bis zum Seedeich fahren und dort parken.

Start:

Parkplatz am Seedeich > Dem Deich Richtung Süden folgen, entweder auf einem der asphaltierten Wege innen- und außendeichs oder auf der Deichkrone > Nach 3,9 km links abbiegen und der Straße am Hindenburgdamm landeinwärts folgen > Nach 2,7 km direkt vor der Infotafel links in den unbefestigten Weg abbiegen, der unterhalb des Deichs verläuft. ACHTUNG: Weg nicht verlassen, Gattertore immer wieder sorgfältig verschließen! > Nach 4 km links abbiegen auf asphaltierte Straße entlang der dänischen Grenze > Nach 840 m bei kleinem Wegweiser die Beobachtungshütte besuchen > Dann auf dem Grenzdamm weiter Richtung Küste > Nach 1,1 km am Ausgangspunkt Parkplatz am Seedeich.

Tipp:  Wegstrecke vom Parkplatz bis zum Hindenburgdamm: Beste Beobachtungsmöglichkeiten von der Deichkrone aus!

Tipp:  Weg unterhalb des Deichs auf der Ostseite des Koogs: Weg nicht verlassen (Vogelbruten), Gattertore immer sorgfältig schließen.

Tipp:  Festes Schuhwerk empfohlen auf der Wegstrecke unterhalb des Deichs auf der Ostseite des Koogs.

Länge:   12,6 km

Anfang- und Endpunkt:

Parkplatz am Seedeich an der Nordwest-Ecke des Rickelsbüller Koogs

Dort, wo die dänische Grenze ins Wattenmeer mündet, beginnen wir unsere Wanderung. Nach Norden verwehrt ein Zaun den Durchgang: Landesgrenze und Naturschutzgebiet. Wir nehmen die einzige Alternative und folgen dem Deich nach Süden. Rechts streift der Blick übers Wattenmeer, in der Ferne erahnen wir Sylt. Auch links steht den Augen nichts im Weg: Endlos weit blicken wir ins flache Land, über Wasserflächen und Feuchtwiesen. Jetzt, im Frühling, ist Balzzeit: Die Luft vibriert vom Trillern und Flöten der Wiesenvögel. Im Wasser schnattern die Enten, und am Himmel jubilieren die Lerchen. Die Gesänge der Gefiederten werden uns über die nächsten paar Stunden begleiten.

Dass im Rickelsbüller Koog vor gut 30 Jahren noch die Nordsee tobte, ist heute kaum mehr vorstellbar. Erst Anfang der 1980er-Jahre wurde der Deich geschlossen. Das Mosaik verschiedenster Lebensräume, die Vielfalt der Vogelwelt, all das rührt nicht zuletzt daher, dass der Koog vom Salzwasser abgeschnitten ist. Schafe und Rinder sorgen jetzt dafür, dass die Vegetation nicht zu hoch wächst. Mit schrillem Pfiff fliegt ein Austernfischer von der See hinüber in den Koog. Die Uferschnepfe, die mit zornigem Ruf einen Eindringling verjagt, der Kiebitz, der im Balzflug über sein Revier gaukelt – sie alle profitieren von den vierbeinigen Landschaftspflegern.

Der Hindenburgdamm verbindet Sylt mit dem Festland. Inselgäste reisen bevorzugt mit dem Autozug an.
Der Hindenburgdamm verbindet Sylt mit dem Festland. Inselgäste reisen bevorzugt mit dem Autozug an. Foto: Holger Schulz

Wir erreichen den Hindenburgdamm. Eine rote Diesellok donnert an uns vorbei, der Sylt Shuttle mit dem langen Lindwurm aus Autotransportwagen. Unser Weg verlässt die Küste und führt am Südrand des Rickelsbüller Koogs landeinwärts. Eine halbe Stunde später erscheint links vor uns der alte Landesschutzdeich. Der unbefestigte Weg am Deichfuß soll uns laut Karte zurück zur dänischen Grenze bringen. Hier, direkt am Rand des Naturschutzgebiets und hautnah bei den brütenden Vögeln? Als ein Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung erscheint, fragen wir ihn. „Ja, das ist die richtige Route“, versichert er, „aber bitte den Weg nicht verlassen“.

Nun, an diese Regel halten wir uns gerne. Auf dem grasbewachsenen Pfad lässt es sich wunderschön laufen. Die tiefen Pfützen? Kein Problem, unsere Wanderstiefel sind schließlich wasserfest. Nicht weit vom Wegrand beäugen uns misstrauisch ein paar Nonnengänse. Normalerweise nisten sie im arktischen Russland. Erst seit einigen Jahren brüten die Vögel vereinzelt auch an der Nordseeküste. Der kleinen Kolonie im Rickelsbüller Koog machen leider die Füchse das Leben schwer. Die nächste Begegnung lässt nicht lange auf sich warten: Schimpfend steht ein Rotschenkel auf einem Koppelpfahl und knickst nervös mit den Beinen. Irgendwo dort im Gras verbergen sich seine Jungen. Und ein Stück weiter draußen, am Rand eines Tümpels, hockt ein Säbelschnäbler am Boden. Was macht der Bursche dort? Als er sich endlich erhebt, kommen drei winzige, cremefarbene Küken zum Vorschein.

Sie besitzen ein mobiles Gerät mit GPS-Funktion ? Dann können Sie hier per Download die GPX-Daten abrufen: Rickelsbueller_Koog_GPS.gpx (rechte Maustaste -> Ziel speichern unter ...) oder hier als Zip-Archiv für Internet-Explorer. (Die Verwendung von GPX-Dateien setzt die Installation einer GPX-Tracking-Software voraus).

Als wir die dänische Grenze erreichen, sind wir um viele Erlebnisse reicher. Auf dem asphaltierten Damm geht’s jetzt Richtung Küste. Ein Stück abseits des Wegs, verborgen in dichtem Weidengestrüpp, steht eine Beobachtungshütte. Durch eine der Luken sehen wir direkt vor uns drei Krickenten, die im Wasser nach Nahrung gründeln. Sie ahnen nicht, wie nah wir ihnen sind. Nebenan turnt eine Beutelmeise durchs Schilf. Mit ihrer Banditenmaske im Gesicht kann man sie mit keinem anderen Vogel verwechseln. Genug für heute, wir müssen uns sputen. Die Zeit im Rickelsbüller Koog ist viel zu schnell vergangen. Macht nichts, wir kommen wieder.

Höhepunkte auf der Tour und in der Region: Hier lohnt sich ein Besuch

1. Kunst unterm Deich

Wer nicht nur die Sicht vom Deich genießen möchte, sondern auch den Blick auf Kunst sucht, für den ist ein Besuch im Werner-Weckwerth-Museum ein echter Geheimtipp. Direkt im Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog gelegen, bietet das in einen weitläufigen Naturgarten eingebettete Museum, Ölbilder, Aquarelle, Temperabilder, Pastelle und Zeichnungen des Malers Werner Weckwerth.

Wellumweg 50, 25924 Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog; Tel.: 04668/296, www.werner-weckwerth-museum.de

2. Vogelbeobachtung

Die Strecke in Richtung Rickelbüller Koog eignet sich bestens zum Beobachten von Vögeln. Tausende Tiere tummeln sich in den warmen Monaten im Watt. Die beste Position, um die vielfältige Fauna zu beobachten, ist die Deichkrone. Daher der Tipp: Fernglas und Vogelbestimmungsbuch nicht vergessen. Wenn vorhanden, Spektiv mitnehmen. Auch Essen und Trinken nicht vergessen – entlang der Strecke gibt es keine Einkaufsmöglichkeit.

3. Frische Fischbrötchen

Wer sich bereits weit in den Norden und an die Grenze zu Dänemark vorgewagt hat, der sollte auch den kleinen Umweg (Auto) nach Dagebüll nicht scheuen. Der überschaubare Ort hat sich in den vergangenen Jahren gemausert. Heute bietet der Ortsteil Dagebüll-Mole sogar eine Miniatur-Bummel-Meile. Im Sommer findet sich unweit des Fähranlegers eine Badestelle, und auch gute Fischbrötchen sind hier immer zu haben. www.dagebuell.net.

4. Nolde Stiftung Seebüll

Wer sich für das Werk des Malers Emil Nolde interessiert, der kennt die berühmte Nolde Stiftung bei Neukirchen. Wer sie nicht kennt, für den lohnt sich ein Besuch in der malerischen Umgebung des ehemaligen Wohnhauses des Malers doppelt. Neben einer umfangreichen Ausstellung gibt es auf dem Gelände eine Genusswirtschaft und den historischen Noldegarten zu sehen. Die Nolde Stiftung Seebüll bei Neukirchen ist täglich vom 1. März bis 30. November von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Nolde Stiftung Seebüll, 25927 Neukirchen; Tel.: 04664/983930, www.nolde-stiftung.de

 

5. Infozentrum Wiedingharde

Der Weg in Richtung Rickelsbüller Koog führt auch am Infozentrum Wiedingharde in Klanxbüll vorbei. Mit einer Fülle an Exponaten gibt  eine Dauerausstellung einen Einblick in das Leben hinter dem Deich und im Wattenmeer. Wie haben die Menschen hier früher gelebt? Was ist ein Koog, was eine Warft? Wie erlebt eine Strandschnecke das Watt bei Ebbe und Flut? Wie funktioniert eine Windkraftanlage? Auf diese und weitere Fragen gibt es hier für Interessierte eine Antwort.

Toft 1, 25924 Klanxbüll; Tel.: 04668/313, www.wiedingharder-infozentrum.de

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erstellt am 22.Mai.2014 | 06:45 Uhr

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