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Wandern in Ostholstein : Mit dem Fernglas zum Brutrevier

vom

Heiligenhafen erweist sich mit seiner vorgelagerten Halbinsel Graswarder als Vogelparadies. Strandzone und Seebrücke versprechen Entdeckungen.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2014 | 06:45 Uhr

Heiligenhafen | Maritimes Flair und sandige Füße, quirlige Altstadt und stille Natur. Einen Besuch ist Heiligenhafen allemal wert. Aber nur, wer die Umgebung des Ostseebads zu Fuß erkundet, der lernt die Vielfalt dieses Landstrichs wirklich kennen: Altes und Neues, Traditionelles und Erhaltenswertes. Eine Wanderung für die ganze Familie, ein Erlebnis für Jung und Alt.

Die Karte als Download zum Ausdrucken (pdf)

 
Detailbeschreibung Teil I

Start:

Parkplatz am Beginn des Straßendamms nach Graswarder. Achtung: Parkplätze östlich des Straßendamms sind gebührenpflichtig, die Parkzeit ist auf 3 Stunden begrenzt! > 400 m über den Straßendamm, dann rechts ab Richtung Naturschutzgebiet Graswarder > Nach 160 m geradeaus, NICHT der Abzweigung nach links zur Seebrücke folgen! > Nach 770 m, an der Schranke zum Naturschutzgebiet, endet der asphaltierte Weg und führt als Schotterweg weiter > Nach 470 m rechts NABU Naturzentrum > Nach 350 m Wendehammer der Straße > Nach rechts Eingang zum Aussichtsturm, zum Turm 100 m > Zurück zum Wendehammer.

Tipp: Naturschutzgebiet Graswarder, sehr interessante Vogelwelt.

Tipp: Strandvillen, landschaftlich sehr reizvoll.

Detailbeschreibung Teil II

2,3 km Wendehammer am Ende der Straße Graswarder:

Vom Wendehammer links schmaler Pfad (Hinweisschild „Heiligenhafen 1,8 km“, Schild „Privatbesitz, Betreten verboten“  betrifft nicht Strandbesucher) über Dünen, nach 60 m am Strand > Nach 800 m am Strand vor großem Gebäude links abbiegen 40 m über Dünen zurück zur Straße > Nach 770 m rechts abbiegen zur Seebrücke > Nach 110 m Beginn Seebrücke > Nach 360 m auf Spitze der Seebrücke > Zurück zum Beginn der Seebrücke

4,8 km Abkürzung von Beginn Seebrücke zurück zum Parkplatz

Nach 110 m nach rechts abbiegen > Nach 160 m nach links abbiegen > Nach 390 m am Parkplatz (Ausgangspunkt). Gesamtstrecke der abgekürzten Wanderung: 5,5 km

Detailbeschreibung Teil III

4,8 km Beginn Seebrücke:

120 m nach Beginn Seebrücke Promenade nach rechts über Strandübergang verlassen und Wanderung am Strand/Spülsaum fortsetzen > Nach 880 m kleine, hölzerne Seebrücke und DLRG-Station > Nach 820 m Strand verlassen und gepflastertem Promenadenweg weiter folgen > Nach 270 m Skulptur „Mann im Sturm“ > Nach 340 m, bei der „Sunset Strandbar“, Promenadenweg verlassen und weiter am Strand > Nach 430 m Strand jetzt mühsam begehbar wegen großer Kiesel > Nach 195 m, direkt vor Steilküste bei den Bunkerresten links vom Strand abbiegen, weiter oben dem Schotterweg folgen.

Tipp: Badekleidung mitnehmen, bei gutem Wetter Möglichkeit zum Schwimmen.

Detailbeschreibung Teil IV

7,8 km Beginn Schotterweg am Westende des Strands:

Nach 540 m: Schotterweg endet an Kreuzung, nach links abbiegen auf Schotterweg > Nach 900 m: Direkt links liegt jetzt Ostseeferienpark. Weg wird zu schmalerem Pfad > Nach 190 m: Weg wird zur Kopfsteinpflaster-Straße > Nach 130 m links abbiegen, bergab zum Binnensee > Nach 210 m nach Überquerung der Autostraße Beginn der Promenade am Binnensee, nach rechts abbiegen > Nach 940 m Statue des Meeresgotts Njörd > Nach 300 m rechts abbiegen auf Autostraße zur Innenstadt > Nach 290 m links abbiegen auf Autostraße zur Altstadt > Nach 240 m auf Markt > Nach 190 m Heimatmuseum > Nach 310 m nach links gehen, Autostraße überqueren > Nach 60 m nach rechts abbiegen Richtung Hafen > Nach 80 m links in Hafen abbiegen > Nach 110 m Fischereihafen > Nach 120 m Hafen mit Fischrestaurants und Anlegeplätzen Ausflugsschiffe > Nach 240 m am Parkplatz (Ausgangspunkt).

12,7 km   Parkplatz (Ausgangspunkt)

Länge:   12,7 km

Anfangs- und Endpunkt:

Parkplatz am Straßendamm nach Graswarder gegenüber Yachthafen

Unsere Tour beginnt am Parkplatz gegenüber dem Jachthafen. Über den Straßendamm gelangen wir auf die Nehrung und halten uns rechts, um zuerst den Graswarder zu erkunden. Der schmale Landstreifen besteht aus Sand und Geröll, das die Meeresströmungen abgelagert haben. Auf den flachen Dünen links unseres Wegs wächst ein dichter Teppich aus Strandhafer. Die ostasiatischen Apfelrosen, die heute dort ebenfalls wuchern, tragen im Sommer schöne Blüten. Für die heimische Pflanzenwelt jedoch sind sie eine Plage: Manche Arten, wie die hübsche Stranddistel und der Meerkohl, sind deshalb selten geworden.

Von rechts, aus dem Naturschutzgebiet, tönt der vielstimmige Chor Hunderter Küstenvögel. Im Mosaik aus Salzwiesen und Flachwasserzonen brüten an die 40 Vogelarten. Im Frühjahr geraten die Gefiederten schier aus dem Häuschen. Es piept und zwitschert, trillert und pfeift, am Himmel, am Boden und vom Wasser. Rotschenkel und Seeschwalben, Gänse und Enten, Kiebitz und Brachvogel, sie alle zeigen jetzt, was sie können. Ein Eldorado für Tier- und Naturfreunde. Mit dem Fernglas entdecken Experten so manche Rarität. Für weniger geübte Vogelgucker empfiehlt sich ein gutes Bestimmungsbuch.

Gegenüber, zwischen den Dünen, leuchten als farbige Kleckse die berühmten Strandvillen. Blau, rot, weiß, orange oder gelb getüncht, säumen die denkmalgeschützten Häuschen den schmalen Sandstreifen. Ein Stück weiter, am Naturzentrum Graswarder, werden von Ostern bis Oktober geführte Rundgänge durch das Schutzgebiet angeboten. Wie fühlt sich ein gerade geschlüpftes Möwenküken an? Wie schmeckt der salzhaltige Queller, wie riecht der Echte Sellerie? Die Naturschutzwarte kennen sich aus. Sie lassen ihre Gäste schauen, riechen, tasten und schmecken. Und sie wissen auch, dass hier noch vor 40 Jahren Sturmmöweneier gesammelt wurden: In manchen Jahren bis zu 50.000 Stück. „Börgermester sin Höhner“, wurden die Sturmmöwen damals genannt, und ihre Eier galten als Delikatesse.

Nicht schnurgerade wie in anderen Küstengemeinden,  sondern spektakulär im Zickzack ragt Heiligenhafens Seebrücke in die Ostsee hinaus. Das genau 435 Meter lange Bauwerk wurde Ende Juni 2012 eingeweiht.
Nicht schnurgerade wie in anderen Küstengemeinden, sondern spektakulär im Zickzack ragt Heiligenhafens Seebrücke in die Ostsee hinaus. Das genau 435 Meter lange Bauwerk wurde Ende Juni 2012 eingeweiht. Foto: Oliver Franke

Der futuristische Aussichtsturm am Ende der Häuserreihe ist 14 Meter hoch, mit großartigem Blick über das Schutzgebiet. Hier beginnt unser Rückweg über den Graswarder. Diesmal allerdings wandern wir hinter den Dünen, direkt am Strand der Ostsee entlang. Es lohnt sich, jetzt den Blick fürs Kleine zu schärfen. Am Boden, manchmal versteckt zwischen Algen und Tang, finden sich schöne Steine, aber auch Muscheln, Federn und die Panzer von Krebsen. Die neue Erlebnis-Seebrücke Heiligenhafen führt uns 360 Meter weit über den Strand und hinaus aufs Meer. Der Ausblick ist grandios: auf den Graswarder, die Steilküste und bis hin zur Fehmarnsundbrücke. Auf zwei Etagen ist Platz zum Rasten und Sonnenbaden. Kinder finden ihr Glück in den Spielzonen. Und sogar an schlechtes Wetter ist gedacht: Ein rundum verglaster Bereich mit bequemen Sesseln bietet Schutz vor Wind und Kälte.

Sie besitzen ein mobiles Gerät mit GPS-Funktion ? Dann können Sie hier per Download die GPX-Daten abrufen: Heiligenhafen_und_Graswarder_GPS.gpx (rechte Maustaste -> Ziel speichern unter ...) oder hier als Zip-Archiv für Internet-Explorer. (Die Verwendung von GPX-Dateien setzt die Installation einer GPX-Tracking-Software voraus).

Eigentlich sind wir ja hier, um zu wandern. Gesagt, getan, jetzt folgt der sportliche Teil. An der Seeseite des Steinwarders, immer am Badestrand entlang, gelangen wir zur Steilküste, verlassen den Strand und umrunden die Eichholzniederung. Wir winken den Galloway-Rindern zu, die dort grasen, und erreichen zügig die Promenade am Binnensee. Vom Ufer grüßt uns der Njörd, die Statue des Schutzpatrons der Fischer und Seeleute. Dann tauchen wir ein in die Altstadt. Unser Bummel durch enge Gassen führt uns zum Hafen: In einer gemütlichen Kneipe, zwischen Kuttern und Ausflugsschiffen, lassen wir unsere Wanderung ausklingen.

Höhepunkte auf der Tour: Hier lohnt sich ein Besuch

1. Die Seebrücke

Nicht geradeaus, sondern spektakulär im Zickzack ragt Heiligenhafens Seebrücke in die Ostsee. Das 435 Meter lange Bauwerk wurde Ende Juni 2012 eingeweiht. Mit Kinderspielbereichen, diversen Sitz- und Liegemöglichkeiten, verglasten Abschnitten, Badedeck, einer Meereslounge und öffentlichen Toiletten setzte diese Brücke architektonisch neue Maßstäbe.

2. Der Hafen

Der kommunale Hafen ist das Herzstück des Ostseebads. Mit Frachtern, die Getreide verschiffen, mit sturmerprobten Kuttern, mit knorrigen Fischern, mit Direktverkauf von fangfrischen Fischen. Fischbrötchen gibt es gleich auf die Hand. 45.000 Angler aus aller Welt kommen jährlich nach Heiligenhafen, um mit der größten Hochseeangelflotte Europas ihrem Hobby zu frönen.

3. Naturzentrum NABU „Graswarder“

Das Naturzentrum Graswarder“ des Naturschutzbundes (NABU) liegt mitten im 230 Hektar großen Schutzgebiet. Rund 180 Vogelarten sind dort zu finden. Der Besucher des Informationszentrums darf auf einer Führung schon mal das bebrütete Ei einer Sturmmöwe oder sogar ein Küken in die Hand nehmen. Vom neuen Beobachtungsturm aus bietet sich ein fantastischer Blick auf die Nehrungsküste. Führungen: Ostern bis Ende Oktober täglich 10.30 Uhr und 15 Uhr.

Graswarder, 23774 Heiligenhafen: Tel.: 04362/6947, www.graswarder.de.

4. Die Kirche

Den Mittelpunkt Heiligenhafens bildet der Altstadtbereich mit der 750 Jahre alten Stadtkirche und ihrem Treppengiebelturm. Der heilige Christophorus wacht am Übergang vom Altarraum zum Hauptschiff.  Sehenswertes Glanzstück der Inneneinrichtung ist ein Schiffsmodell, das vom hohen Gewölbe in den Kirchenraum hinabhängt und als eines der ältesten Votivschiffe Deutschlands 1636 von einem Heiligenhafener Bürger gestiftet wurde. Auch das Taufbecken vor dem Altar ist hübsch anzusehen.

5. Aktiv Hus

Neben dem Ende der 1960er-Jahre als Beton-Ungetüm erbautem Ferienzentrum duckt sich am Steinwarder das AktivHus, ein Haus, mit viel Leben drin für Groß und Klein. Kinder finden Platz zum Toben, Klettern, Spielen; Erwachsene finden  Zeit für sich – bei Wellness im Spa, in der Sauna, beim Bummeln oder in der Ostsee-Lounge mit Meerblick.

Am Yachthafen 4a, 23774 Heiligenhafen; Tel.: 04362/50340, www.aktiv-hus.de

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