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Zu Fuß in Stormarn : Waldwanderung durch die Hahnheide

vom

Das Naturschutzgebiet bei Trittau bietet volle Abwechslung: Eine hügelige Landschaft, über 100 Jahre alte Bäume, viele Seen und kleine Bäche.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2014 | 06:45 Uhr

Hamfelde | Direkt vor den Toren der Gemeinde Trittau, in der Stormarnschen Schweiz, liegt eines der größten Waldgebiete Schleswig-Holsteins. Unsere Wanderung führt durch die Moränenlandschaft der Hahnheide: Über baumbestandene Hügel und durch idyllische Bachtäler, in urige Wälder und zu einsamen Fischteichen.

Die Karte als Download zum Ausdrucken (pdf)

Detailbeschreibung Teil I

Start:

Waldparkplatz Waldeslust, Familie Koops in Hamfelde > Zwischen der Einfahrt zum Parkplatz und der Bushaltestelle „Hamfelde, Waldeslust“ dem Weg in den Wald folgen > Nach 320 m links abbiegen > Nach 580 m rechts abbiegen > Nach 900 m links abbiegen auf Hohenfelder Damm > Nach 690 m an Waldparkplatz rechts abbiegen und dem mittleren Weg folgen > Nach 1 km hinter dem Teich rechts abbiegen und dem Ufer des Teichs folgen > Nach 400 m links abbiegen > Nach 230 m im rechten Winkel nach links abbiegen (nicht der Linksabbiegung im spitzen Winkel folgen) > Nach 330 m rechts abbiegen > Nach 810 m an Forststraße nahe Försterei Hahnheide.

Tipp:   Hohenfelder Damm: Historische Straße (denkmalgeschützt).

Tipp:   Fischteiche im Wald.

Detailbeschreibung Teil II

4,5 km   Försterei Hahnheide:

Forststraße überqueren und auf der anderen Straßenseite dem Waldrand (Mühlenbachtal) folgen > Nach 800 m Schotterweg überqueren und auf der anderen Seite weiter dem bisherigen Weg folgen > Nach 480 m an Kreuzung geradeaus gehen > Nach 300 m an breiterem Forstweg nach links gehen > Nach 400 m rechts abbiegen und Waldrand folgen > Nach 680 m rechts abbiegen > Nach 400 m, etwa 50 m vor Gehöft, rechts abbiegen in Wald. Pfad vor kleinem Damm nahe Waldrand nach Süden folgen (nur schlecht zu erkennen) > Nach 230 m schlecht erkennbarem Forstweg (weiterhin entlang kleinem Wall) nach halb links folgen >  Nach 150 m kleinen Wall durch Einschnitt überqueren und auf der anderen Seite breiterem, anfangs nur schlecht erkennbarem Forstweg nach halb rechts folgen > Nach 260 m nach links abbiegen > Nach 260 m nach links abbiegen > Nach 80 m rechts abbiegen > Nach 820 m auf Hohenfelder Damm.

Tipp:   Mühlenbachtal (Naturschutzgebiet).

Tipp:   Schön gelegene Fischteiche im Wald.

Tipp:   Abenteuerliche Wegstrecke, Weg teils kaum erkennbar.

Detailbeschreibung Teil III

10,3 km   Hohenfelder Damm:

Auf Hohenfelder Damm nach links abbiegen > Nach 270 m nach rechts abbiegen (Wegweiser nach Hamfelde) und dem Sandweg (teilweise Hohlweg, vorbei an mehreren Abzweigungen) folgen > Nach 800 m nach links auf schmalen Pfad in Nadelwald abbiegen > Nach 70 m Gabelung, dem rechten Pfad steil bergauf folgen > Nach 190 m auf Großem Hahnheider Berg und Aussichtsturm (besteigen) > Nach 220 m auf breiterem Forstweg rechts abbiegen und über nächste Kreuzung geradeaus gehen > Nach 700 m breiteres Forststräßchen überqueren und auf der gegenüberliegenden Seite, etwa 15 m versetzt, wieder in den Wald abbiegen > Nach 680 m links abbiegen > Nach 320 m zurück am Ausgangspunkt bzw. Parkplatz.

13,6 km   Waldparkplatz Waldeslust, Familie Koops.

Tipp:   Gasthaus Waldeslust gegenüber Parkplatz.

Länge:   13,6 km

Anfangs- und Endpunkt:

Waldparkplatz Waldeslust, Familie Koops, Dorfstraße 6, 22929 Hamfelde-Stormarn

Bei Hamfelde, am Parkplatz Waldeslust, beginnen wir unsere Tour. Noch mal fest die Wanderstiefel geschnürt, dann geht es los. Schon auf den ersten Metern zeigt uns die Hahnheide ihre bewegte Topografie: bergauf und bergab im ständigen Wechsel, auf lauschigen Pfaden und durch dämmrige Hohlwege. Schon 1938 wurde diese großartige Landschaft unter Naturschutz gestellt. Hauptsächlich, um die Ansiedlung eines Rüstungsbetriebs zu verhindern. Aber gleichzeitig wurden dadurch große Bestände von alten Buchen und Kiefern erhalten. Mehr als 800 Hektar Wald sind heute älter als hundert Jahre. Aus dem Unterholz ragt der verwitterte Stumpf eines abgestorbenen Baums, dicht bewachsen von Baumpilzen. Mit kräftigen Schnabelhieben traktiert ein Buntspecht das Totholz. Dann zerrt er eine fette Made hervor. Als wir uns nähern, fliegt er hörbar genervt davon. Im Nachbarbaum verrät sich eine Tannenmeise durch ihr feines Gezwitscher. Hektisch turnt der Winzling über Zweige und Äste, auf der Suche nach Käfern, Mücken und Spinnen. Hier, im Naturschutzgebiet, ist der Tisch für die Singvögel reich gedeckt. Wer genauer hinschauen möchte, der sollte ein Fernglas dabei haben.

Wir gelangen auf den Hohenfelder Damm. Im 18. Jahrhundert war die mittelalterliche Straße mit ihren zwei Spuren eine wichtige Handelsverbindung zwischen Trittau und Hohenfelde. Eine Seite ist unbefestigt, die andere gepflastert mit uralten Steinen. Gummireifen hatten die Fuhrwerke damals noch nicht, und das Gerüttel auf der Pflasterstraße muss unerträglich gewesen sein. Bei trockenem Wetter wichen die Fuhrleute deshalb gerne auf die glattere Sommerstraße aus. Nach Regenfällen jedoch, bei aufgeweichtem Boden, mussten sie wohl oder übel die befestigte Holperstrecke benutzen. Damals war es noch mühsam, durch die Hahnheide zu reisen.

Wir jedoch sind bald wieder auf unserem Waldweg und erreichen nach einigen Kilometern einen Fischteich. Einsam und wie verzaubert liegt er in einer feuchten Senke. Im Wasser spiegeln sich überhängende Bäume, und am Ufer schwirren große Libellen. Mit wellenförmigen Schwanzschlägen paddelt ein Kammmolch vorbei. Ein paar Meter entfernt hat vor Jahren der Sturm eine Eiche entwurzelt. Ihre knorrige Krone ragt dicht bemoost in den Teich. Für den Eisvogel ein willkommener Ansitz. Seinem Namen als fliegender Edelstein macht er alle Ehre: Blau und rot schillert sein Gefieder in der Sonne. Auf einem schmalen Damm überqueren wir die Schlucht und setzen am Hang gegenüber unsere Wanderung fort.

Sie besitzen ein mobiles Gerät mit GPS-Funktion ? Dann können Sie hier per Download die GPX-Daten abrufen:  Hahnheide_Trittau_Waldwanderung_GPS.gpx (rechte Maustaste -> Ziel speichern unter ...) oder hier als Zip-Archiv für Internet-Explorer. (Die Verwendung von GPX-Dateien setzt die Installation einer GPX-Tracking-Software voraus).

Bald darauf erreichen wir den Mühlenbach. In engen Schleifen windet er sich durch sein üppig bewachsenes Tal. Heerscharen von Schwebfliegen und Bienen tummeln sich auf zahllosen Blüten, und aus der benachbarten Wiese tönt das Trompeten von Kranichen. Auf abenteuerlichen Pfaden, zwischen urigen Bäumen und einem Dschungel aus wucherndem Unterholz erreichen wir endlich den Höhepunkt unserer Tour. Ein sandiger Pfad führt uns durch dunklen Fichtenwald steil hinauf auf den Großen Hahnheider Berg. 99 Meter erhebt sich die Kuppe über die Hahnheide. Über 124 Stufen besteigen wir den 27 Meter hohen hölzernen Aussichtsturm. Oben angekommen bietet sich uns ein überwältigendes Panorama. Nicht nur über die ganze Stormarn’sche Schweiz fällt unser Blick, sondern weit darüber hinaus. In der Ferne sehen wir die Kirchtürme von Hamburg und Lübeck – ein krönender Abschluss unserer Waldwanderung. Zum Parkplatz Waldeslust ist es nun nicht mehr weit.

Höhepunkte auf der Tour und in der Region: Hier lohnt sich ein Besuch

1. Hahnheider Turm

Der 27 Meter hohe Hahnheider Turm ist die höchstgelegene Aussichtsplattform in Schleswig-Holstein. Der Holzturm liegt auf dem 99 Meter hohen Hahnheider Berg. 124 Stufen führen zu einer Aussichtsplattform, von der aus man nicht nur bei gutem Wetter einen tollen Blick in die Stormarn’sche Schweiz und die Hahnheide hat.

2. Hermann Jülich Werkgemeinschaft

In der Hermann Jülich Werkgemeinschaft in Hamfelde leben Erwachsene mit mehrfachen Behinderungen in Wohngemeinschaften zusammen mit Betreuern. In einer Papier- und Kräuterwerkstatt werden Notizbücher, Tees, Trockenobst und getrocknete Kräuter angeboten. Geöffnet ist mittwochs bis freitags von 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr. 

Dorfstraße 27, 22929 Hamfelde; Tel.: 04154/84380, www.werkgemeinschaften.de

3. Martin-Luther-Kirche

Die Kirche im nah gelegenen Trittau wurde erstmalig 1239 erwähnt. Sie bietet einen interessanten Innenraum mit sehenswerten Bildern sowie drei Fenstern im Chor der Kirche, die 1911 von Familie Wickel gestiftet wurden. Die Grabanlage im Jugendstil auf dem Friedhof wurde 2009 restauriert. Sie besteht aus einer unterirdischen Kammer und einem Überbau aus Sandstein.

4. Shoppen

Trittau bietet inhabergeführte Geschäfte für einen ausgedehnten Shoppingbummel. Mode, Schuhe und Schmuck und zur Erholung ein Eis oder ein Besuch in einem der Bäckereicafés laden nach dem Wandern zu einem Besuch des kleinen Ortes ein. Im Sommer bietet das im Mühlautal gelegene Freibad Abkühlung.

5. Wassermühle

Die Wassermühle ist seit 1992 das Kulturzentrum der Gemeinde Trittau. Sie hat eine 500-jährige Geschichte aufzuweisen. Kulturveranstaltungen und Ausstellungen  finden hier regelmäßig statt. An den Wochenenden kann man die jeweils aktuelle Ausstellung mit moderner Kunst kostenlos besuchen.

Europaplatz 5, 22946 Trittau; Tel.: 04154/807919, www.wassermuehletrittau.de

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