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Wandern im Kreis Steinburg : Wald und Marsch am Ufer der Stör

vom

Mal geht die Wanderung durch offenen Hochwald, dann durch ein Bachtal.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2014 | 06:45 Uhr

Itzehoe ist eine Stadt im Grünen. Umgeben von einer Landschaft mit zwei Gesichtern, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: bewaldete Hügel und die offene Flussmarsch. Auf unserer Wanderung wollen wir beide kennenlernen. Im Schatten mächtiger Eichen und Buchen erkunden wir zuerst den Breitenburger Wald. Dann geht es raus ans Licht: Unter freiem Himmel folgen wir auf der Deichkrone den engen Schleifen der Stör.

Die Karte als Download zum Ausdrucken (pdf)


Detailbeschreibung Teil I

Start:

Parkplatz an den Malzmüllerwiesen in Itzehoe > Über die Schuhmacherallee ein paar Meter nach rechts bis zur Kreuzung und dort nach rechts in die Breitenburger Straße abbiegen > Nach 750 m am Stadtpark weiter auf Radweg neben der Breitenburger Straße (Autostraße) > Nach 250 m nach links abbiegen auf Schotterweg und dem Wegweiser „Eichtal“ folgen > Nach 330 m geradeaus weiter, Schotterweg wird zu schmalerem Waldweg > Nach 450 m Weggabelung, dem breiteren Hauptweg nach halbrechts folgen > Nach 1 km kurzer Abstecher nach rechts zum Waldsee und zurück, dem Hauptweg weiter folgen > Nach 550 m, hinter Forsthaus Friedrichsholz, links abbiegen auf Plattenweg > Nach 400 m halblinks abbiegen auf asphaltierten Weg > Nach 300 m rechts abbiegen auf Asphaltweg > Nach 570 m nach rechts abbiegen auf Autostraße entlang Störniederung > Nach 720 m links abbiegen auf Parallelweg zur Straße und nach 400 m, bei Charlottenhöhe, wieder nach rechts auf Straße > Nach 250 nach links abbiegen auf Fahrradweg neben Hauptstraße Richtung Hamburg/Lägerdorf.

Detailbeschreibung Teil II

6,3 km: Hauptstraße zur Stör und Restaurant Breitenburger Fähre

Nach 450 m nach rechts abbiegen und hinter Restaurant Breitenburger Fähre über Treppe auf den Stördeich steigen und auf dem Deich nach links gehen > Nach 1,5 km Breitenburger Schleuse. Weiter auf dem Deich > Nach 1,6 km weiter auf dem Deich oder Deich verlassen und unterhalb des Deichs einem Plattenweg folgen > Nach 2,2 km an der Hauptstraße über die Delftorbrücke > Nach 110 m direkt hinter Brücke rechts abbiegen > Nach 70 m an den Wiesen links abbiegen > Nach 300 m zurück am Ausgangspunkt Parkplatz an den Malzmüllerwiesen.

Tipp:   Gutes Schuhwerk erforderlich (teils feuchter Weg).

12,5 km: Parkplatz an den Malzmüllerwiesen

Länge:   12,5 km
Anfangs- und Endpunkt:
Parkplatz an den Malzmüllerwiesen, Schuhmacherallee, 25524 Itzehoe

 

Vom Parkplatz an den Malzmüllerwiesen führt uns ein kurzer Marsch hinaus aus der Stadt. Ein paar Minuten noch entlang der Straße, dann biegen wir ab ins Eichtal. Links, am Bach, wuchert üppiges Gestrüpp. Am Hang, auf der anderen Seite, stehen uralte Buchen. Schon nach 100 Metern scheint der Straßenlärm weit entfernt. In den Baumwipfeln glänzen die Blätter in frischem Grün, am Boden leuchten die Blüten der Buschwindröschen. Das Frühlingskonzert der Singvögel ist unser steter Begleiter. Immer wieder ist der Buchfink mit seinem Balzlied zu hören. Die Strophe des Waldlaubsängers schnarrt wie eine Nähmaschine. Das klagende „kliöhh“ eines Schwarzspechts lässt uns aufhorchen. In engem Bogen fliegt er heran und landet am Stamm eines toten Baums. Als er mit dem kräftigen Schnabel nach Insekten hämmert, fliegt die Rinde in Fetzen davon.

Wandern durch den Frühlingswald – ein Erlebnis für alle Sinne. Mal geht es durch offenen Hochwald, wie durch eine natürliche Kathedrale. Dann wieder umgibt uns dichtes Unterholz. Sanft bergab führt der Weg in ein feuchtes Bachtal, in dem ein Teich geheimnisvoll durch die Bäume glitzert. Am sumpfigen Ufer hängen Erlen und Weiden wie Schirme über das Wasser. Dann erreichen wir eine Lichtung, auf der sich das Forsthaus Friedrichsholz einsam unter sein wuchtiges Reetdach duckt. Die Rehe, die auf der Wiese äsen, nehmen von uns kaum Notiz. Erst als ein Fasan neben uns auffliegt, polternd und mit lautem Krächzen, suchen sie mit großen Sprüngen das Weite. Ein paar Hundert Meter noch zwischen mächtigen Bäumen, und wir treten hinaus in eine völlig andere Landschaft: Vor uns liegt die Niederung der Stör. In der klaren Luft, unter blauem Himmel, erstrecken sich weite Wiesen bis zum Deich.

Das Wandergebiet von oben.
Das Wandergebiet von oben. Foto: Ruff
 

Am Restaurant Breitenburger Fähre überqueren wir die Stör. Fast 400 Jahre ist es her, dass hier zuletzt ein Kahn die Reisenden übersetzte. Heute führt eine Brücke zum anderen Ufer. Nach einer Stärkung im Gasthaus gelangen wir über eine Treppe hinauf auf den Deich, dem wir einige Kilometer weit folgen. Ungehindert streift unser Blick über die Stör und ihre Marschen. In engen Schleifen windet sich der Fluss durch die Niederung, an beiden Ufern begleitet von hohem Schilf. Träge strömt uns das Wasser entgegen – obwohl wir eigentlich flussabwärts wandern. Die Stör unterliegt hier den Gezeiten. Viermal täglich ändert sie deshalb die Fließrichtung. Den Schafen mit ihren schwarzen Gesichtern und Beinen, die uns auf der schmalen Deichkrone begegnen, machen wir bereitwillig Platz. Die Fischer, die in ihren bunten Kähnen flussaufwärts tuckern, würdigen uns keines Blickes. Vielleicht hatten sie einen schlechten Tag, trotz der vielen Aale, Hechte und Zander, die in der Stör zu Hause sind.

Sie besitzen ein mobiles Gerät mit GPS-Funktion ? Dann können Sie hier per Download die GPX-Daten abrufen:Breitenburger_Wald_und_Stoer_GPS.gpx (rechte Maustaste -> Ziel speichern unter ...) oder hier als Zip-Archiv für Internet-Explorer.  (Die Verwendung von GPX-Dateien setzt die Installation einer GPX-Tracking-Software voraus).

Bei Münsterdorf führt unser Weg über die Schleuse, die hier die Stör mit dem Breitenburger Kanal verbindet. Bis Anfang des letzten Jahrhunderts nutzten noch jährlich 3000 Schiffe die Wasserstraße. Sie transportierten Zement, Kreide und andere Güter vom sechs Kilometer entfernten Lägerdorf über die Stör zu den Städten an der Elbe. Heute liegen hauptsächlich Sportboote in dem kleinen Hafen. Die nächste Schleife der Stör bringt uns dicht an die Hänge des Breitenburger Walds, wo oben über dem Flusstal die Amönenhöhe thront. Einen knappen Kilometer noch, dann verlassen wir den Pfad auf dem Deich. Endspurt mit müden Beinen: Auf einem Plattenweg gelangen wir zurück nach Itzehoe und zum Ausgangspunkt unserer Tour.

Höhepunkte auf der Tour und in der Region: Hier lohnt sich ein Besuch

1. Restaurant Breitenburger Fähre

Wandern macht hungrig. Rucksackverpflegung sorgt beim Picknick zwischendurch für eine Stärkung.  Aber auf Tour entlang der Stör lädt auch das Restaurant Breitenburger Fähre zur Einkehr ein. Dort gibt es nicht nur deftige Speisen, sondern auch einen besonderen Ausblick von der Terrasse auf die Stör. Geöffnet ist die Gaststätte täglich von 11 bis 22 Uhr. An der Stör, 25524 Itzehoe, Tel.: 04828/6200.

2. Wochenmarkt

Wer die Wanderung abends mit frischen Leckereien aus der Region beschließen möchte, sollte Montag oder Donnerstag für seinen Ausflug wählen. An diesen Tagen kann zwar die Parkplatzsuche ein wenig länger dauern, aber dafür gibt es auf dem Wochenmarkt direkt gegenüber den  Malzmüllerwiesen von 7 bis 12 Uhr Obst, Gemüse, Geflügel und viele andere frische Spezialitäten. 

3. Wenzel-Hablik-Museum

Natur und Kultur liegen in Itzehoe dicht beieinander. Vor oder nach der Wanderung durch Breitenburger Wald und an der Stör lädt das Wenzel-Hablik-Museum zum Besuch ein. Das Haus in der Reichenstraße 21 bietet wechselnde Ausstellungen und Werke des Namensgebers. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 bis 17 Uhr, Sonnabend 14 bis 18 Uhr und Sonntag 11 bis 18 Uhr. Reichenstraße 21, 25524 Itzehoe; Tel.: 04821-8886020, www.wenzel-hablik.de.

4. Breitenburger Schleuse 

Eine besondere Verschnaufpause bietet sich bei der Breitenburger Schleuse und dem angrenzenden Breitenburger Kanal. Im beschaulichen Sportboothafen kommt maritime Atmosphäre auf, und die auch als Moorkanal bezeichnete Wasserstraße kann auf ganzer Länge mit dem Kanu befahren werden. Boote müssten allerdings selbst mitgebracht werden.

5. Chili Event House

Nur einen Katzensprung entfernt von der Strecke liegt das gerade eröffnete Chili Event House auf  Amönenhöhe. Neben der kreativen Landhausküche à la carte gibt es an Sonntagen auch Kaffee und Kuchen. Und dabei wird besonderer Wert auf  den Service für die ganze Familie gelegt. Im Sommer sind Open-Air-Veranstaltungen, zum Teil auch mit Livemusik, geplant. Edendorfer Straße 164, 25524 Itzehoe; Tel.: 04821/4093940, www.chilieventhouse.de.

 
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