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Wandertour am Himmelmoor : SH-Tour: Landschaft voller Gegensätze

vom

Auf einer Wanderung im Himmelmoor bei Quickborn kann man erkennen, wie der Menschen die Natur zerstört hat und versucht, sie wieder aufzubauen.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2014 | 18:45 Uhr

Quickborn | Das Himmelmoor: Eine Landschaft in dunklen Brauntönen. Zumindest im Zentrum, dort, wo der Abbau des Torfs noch immer seine Spuren hinterlässt. Auf unserer Wanderung erleben wir, wie der Mensch die Moore zerstört – und wie er versucht, sie wiederherzustellen. Vor allem aber entdecken wir die wilde Seite dieser sagenumwobenen Kulisse: Verwunschene Birkenwälder und glitzernde Teiche, Wollgras und grundlose Sümpfe. Und eine spannende Tierwelt, die das einst verlorene Paradies langsam wieder entdeckt.

Die Karte als Download zum Ausdrucken (pdf)  


Detailbeschreibung Teil I

Start:

Parken am Straßenrand vor Einfahrt zum Torfwerk Einfeld Carl Hornung, Quickborn > Privatweg in Torfwerk folgen > Nach 230 m hinter Torfwerk links abbiegen > Nach 100 m vom Lorendamm am Schild „Feldbahn, Betreten verboten“ rechts abbiegen und Weg mit einigen Biegungen folgen > Nach 120 m links abbiegen auf Aussichtspunkt > Nach 120 m vom Aussichtspunkt über Treppe absteigen > Am Fuß der Treppe links abbiegen > Nach 30 m links abbiegen > Nach 140 m dem gleichen Weg wie beim Hinweg 200 m weit bis hinter das Torfwerk folgen.

Tipp:   Stabiles Schuhwerk empfohlen. Die Wege im Moor können nass sein.

Detailbeschreibung Teil II

1 km   Hinter dem Torfwerk:

Nicht ins Torfwerk abbiegen, sondern geradeaus weiter > Nach 960 m links abbiegen und an Gabelung gleich nochmals links halten > Nach 600 m rechts abbiegen und dem Weg folgen > Nach 280 m Aussichtspunkt besteigen > Den Schienen der Feldbahn nach Süden folgen > Nach 1 km nach rechts abbiegen > Nach 50 m nach rechts abbiegen > Nach 120 m nach links abbiegen und dem Rand der Abbaufläche nach Westen folgen > Nach 1,4 km nach links abbiegen entlang den Gleisen > Nach 120 m nach rechts abbiegen und dem Weg 650 m bis zum nächsten Querweg (Am Himmelmoor) folgen.

Tipp:   In den Moorteichen rund um den Aussichtspunkt interessante Vegetation und Tierwelt.

Tipp:   Im nassen Moor den Weg nicht verlassen, der Boden kann grundlos sein.

--> Abkürzung (Länge: 3,2 km, abgekürzte Gesamtstrecke: 11 km):

Der Straße „Am Himmelmoor“ nach links folgen > Nach 1,5 km nach links abbiegen > Nach 50 m nach rechts abbiegen (Hundefriedhof nahe der Kreuzung) > Nach 600 m halbrechts abbiegen > Nach 240 m auf Schulweg links abbiegen > Nach 900 Ankunft am Parkplatz.

Detailbeschreibung Teil III

7,8 km   Straße „Am Himmelmoor“:

Nach rechts abbiegen > Nach 60 m links abbiegen > Nach 100 m links abbiegen > Nach 70 m scharf rechts auf Asphaltsträßchen abbiegen > Nach 170 m rechts in unbefestigten Wirtschaftsweg (Am Hörn) einbiegen > Nach 1,1 km auf Querweg nach rechts abbiegen > Nach 480 m geradeaus in schmaleren Wiesenweg und der Bilsbek folgen > Nach 2,2 km rechts in schmalen Waldweg abbiegen > Nach 150 m nach links auf „Inneren Moorweg“ abbiegen > Nach 550 m links abbiegen > Nach 200 m rechts abbiegen > Nach 530 m wird der Schotterweg zu Plattenweg, diesem geradeaus folgen > Nach 1,1 km rechts in Asphaltsträßchen „Schulweg“ abbiegen > Nach 260 m Ankunft am Parkplatz vor Einfahrt Torfwerk.

Tipp:   In den vernässten alten Handtorfstichen rechts des Weges lässt sich manches entdecken, was man auf den ersten Blick nicht erwartet.

13,1 km   Parkplatz am Straßenrand vor Einfahrt zum Torfwerk Einfeld Carl Hornung, Quickborn

Länge:   13,1 km (abgekürzt: 11 km)

Anfangs und Endpunkt:

Parken am Straßenrand vor Einfahrt zum Torfwerk Einfeld Carl Hornung, Himmelmoorchaussee 61, 25451 Quickborn

Im Torfwerk bei Quickborn beginnen wir unsere Wanderung. Voll beladen stehen die Loren der Feldbahn vor den Förderbändern. Aufgeschüttet zu großen Hügeln wartet der Torf auf den Abtransport. Zum Moor ist es von hier aus nicht weit. Ein paar hundert Meter durch ein lauschiges Birkenwäldchen, und schon sind wir mitten drin. Von einem Aussichtshügel bestaunen wir das fast unwirkliche Panorama: Vor uns liegt ein großer, verzweigter Moorsee. Aus dem spiegelblanken Wasser ragen die Stümpfe abgestorbener Bäume, dazwischen grüne Inselchen aus Binsen und Gräsern. Durch den Anstau von Wasser soll hier das abgetorfte Moor renaturiert werden. Schon jetzt ist eine faszinierende Landschaft entstanden. Eine Krickente zieht ihre V-förmige Kiellinie ins schwarzblaue Wasser. Am Ufer patrouillieren mit knatternden Flügeln zwei Mosaikjungfern. Bis zu elf Zentimeter misst die Spannweite dieser hübschen Libellen. Ein Neuntöter schaut aus einer Birke dem Treiben interessiert zu. Als fetter Happen kämen die Insekten ihm gerade recht.

Zwischen feuchten Wiesen geht’s weiter. Wir sind jetzt auf dem „Inneren Moorweg“, der den Kern des Moores umrundet. Die wunderschöne Wanderstrecke führt uns zum Waldrand. Dort biegen wir ab in Richtung Hochmoor. Der Weg wird schmaler und feuchter und wandelt sich schließlich zu einem abenteuerlichen Pfad. Bei jedem Schritt federt das Moor unter den Stiefeln. Wir laufen an einer Abbruchkante entlang, zwischen festem Torf und grundlosem Sumpf. Spätestens jetzt zahlt das feste Schuhwerk sich aus, sonst bekämen wir nasse Füße. Vorbei an gespenstischen Wurzeltellern und überhängenden Bäumen windet sich der wilde Trampelpfad durch das Moor. Eine Sumpfmeise turnt zwitschernd durchs Geäst und sammelt Insekten von den toten Zweigen. Dicht am Boden huscht ein Zaunkönig vorbei und versteckt sich hinter dem nächsten Baumstumpf. Dann öffnet sich der Wald, und die braune Einöde liegt vor uns.

Foto: Peter Jäger
 

Wie ein frisch gepflügter Acker wirkt die riesige Abbaufläche. Schwarz-brauner Torf, so weit das Auge reicht. Irrwitzig verbogene Schienen verlaufen auf Dämmen hinaus ins Moor. Wie soll da noch ein Zug fahren? Doch, es geht! Mit quietschenden Rädern, schwankend und rüttelnd, knattert über die alten Gleise eine Torfbahn heran, im Schlepp eine Reihe hölzerner Loren. Der Zugführer lehnt entspannt auf der kleinen Lok. Bei einem einsamen Bagger, weit draußen im Moor, wird das urige Gespann beladen. Seit fast hundert Jahren wird im Himmelmoor industriell Torf abgebaut. Sieben Mitarbeiter sind im Torfwerk heute beschäftigt, aber im Jahr 2020 ist Schluss mit dem Abbau. Dann erhält die Natur das gesamte Moor zurück.

Sie besitzen ein mobiles Gerät mit GPS-Funktion ? Dann können Sie hier per Download die GPX-Daten abrufen:Himmelmoor_bei_Quickborn_GPS.gpx (rechte Maustaste -> Ziel speichern unter ...) oder hier als Zip-Archiv für Internet-Explorer. (Die Verwendung von GPX-Dateien setzt die Installation einer GPX-Tracking-Software voraus).

Wir setzen unsere Wanderung fort, zwischen dem Abbaugebiet und alten, vernässten Handtorfstichen. Rechts von uns nichts als der blanke, trockene Torf. Links dagegen fällt der Blick auf einen üppigen Lebensraum: In kleinen Moorteichen wächst die Sumpfcalla, und an den toten Birken wuchern prächtige Baumpilze. Dicht am Ufer raschelt etwas durchs Gras. Eine Kreuzotter mit ihrem dunklen Zickzack auf dem Rücken fühlt sich gestört. In den naturnahen Ecken des Himmelmoors sind die scheuen Giftschlangen noch heimisch. Trillernd balzt am Himmel ein Brachvogel. Der Abend naht, und die letzte Etappe liegt vor uns. Auf dem „Äußeren Moorweg“, entlang des Flüsschens Bilsbek, erreichen wir durch Wald und vernässte Torfstiche das Ende unserer Tour – nach einer Wanderung durch eine Landschaft voller Gegensätze.

Höhepunkte auf der Tour und in der Region: Hier lohnt sich ein Besuch

1. Vor dem Start

Am Straßenrand vor dem Torfwerk steht eine Informationstafel mit Wandervorschlägen und detaillierten Angaben über Rundwege, die Geschichte des Torfabbaus und 

Renaturierungsmaßnahmen im Himmelmoor. Fotos informieren über seltene Pflanzen und Tiere.

3. Ausblick über das weite Moor

Eine  Pause auf dem ersten Aussichtshügel lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Von oben herab hat der Wanderer einen faszinierenden Blick auf das aufgestaute Moorgewässer. Hier rasten und brüten Enten sowie Grau- und Kanadagänse. Am Uferrand breitet sich eine interessante Vegitation (Moormose und Calla) aus. Frösche stimmen ihre Konzerte an. Und eine Vielzahl an Libellen jagt bei sommerlichen Temperaturen nach Mücken.

4. Brutstätte für Enten und Gänse

Die angestauten Wasserflächen im Himmelmoor sind ein Paradies für Vögel. Bis zu einhundert Grau- und Kanadagänse wurden in den vergangenen Jahren von Naturfreunden beobachtet.

5. Phänologischer Garten

Die Bildungs- und Förderstätte Himmelmoor in Quickborn ist seit 2007 ein offiziell anerkannter Naturerlebnisraum. Es besteht im Phänologischen Garten der bfh die Möglichkeit, die Auswirkungen des Klimawandels auf Pflanzen zu erforschen.

Heinrich-Hertz-Straße 20, 25451 Quickborn; Tel.: 04106/6229190, www.bf-himmelmoor.de

2. Torf aus Quickborn für Baumschulen

Die voll beladenen Loren der Feldbahn werden im Torfwerk mit anderen Rohstoffen für Baumschulen des Kreises Pinneberg gemischt. Der bereits eingeschränkte Torfabbau kann noch bis 2020 betrieben werden. Allerdings gilt es Abstand zur Torfbahn zu halten und die Betretungsverbote zu beachten.

3. Ausblick über das weite Moor

Eine  Pause auf dem ersten Aussichtshügel lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Von oben herab hat der Wanderer einen faszinierenden Blick auf das aufgestaute Moorgewässer. Hier rasten und brüten Enten sowie Grau- und Kanadagänse. Am Uferrand breitet sich eine interessante Vegitation (Moormose und Calla) aus. Frösche stimmen ihre Konzerte an. Und eine Vielzahl an Libellen jagt bei sommerlichen Temperaturen nach Mücken.

4. Brutstätte für Enten und Gänse

Die angestauten Wasserflächen im Himmelmoor sind ein Paradies für Vögel. Bis zu einhundert Grau- und Kanadagänse wurden in den vergangenen Jahren von Naturfreunden beobachtet.

5. Phänologischer Garten

Die Bildungs- und Förderstätte Himmelmoor in Quickborn ist seit 2007 ein offiziell anerkannter Naturerlebnisraum. Es besteht im Phänologischen Garten der bfh die Möglichkeit, die Auswirkungen des Klimawandels auf Pflanzen zu erforschen. Heinrich-Hertz-Straße 20, 25451 Quickborn; Tel.: 04106/6229190, www.bf-himmelmoor.de

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