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Südtondern, Husum und Eiderstedt : Mit dem Rad vorbei an Deich, Strand und Sand

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Das flache Land mit den weiten Horizonten ist für Radler ein Eldorado - wenn der Wind mitspielt.

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2014 | 11:17 Uhr

Tönning | Vom Meerwasserfreibad bis zum Schloss Hoyerswort gemütlich mit dem Rad: Auf der 78 Kilometer langen Tour entlang der Halbinsel- Küste zeigt sich die ganze Vielfalt Eiderstedts. Selbst die Schafe scheinen den herrlichen Ausblick auf die Nordsee zu genießen. Selbst bei Niedrigwasser kann man einen Sprung ins kühle Nass wagen, bevor die Tour zum Eidersperrwerk weitergeht.

Tönning-St.Peter-Ording-Westerhever: die Tour in Kürze

 

Ausgangspunkt der Tour ist Tönning. Vom Hafen führt ein Radweg entlang der Eider. Dieser ist nicht auf den ersten Blick zu sehen. Über die weiße Klappbrücke hinweg links halten und dann hinter dem "Roten Schuppen" gehts los. Parallel zur Eider und zum Deich führt der Weg über Olversum ins Katinger Watt. Zwischenstation ist das Eidersperrwerk. Rechts auf dem Teerdeich und dann auf Radwegen die Strecke nach St.Peter-Ording. Eine traumhafte Kulisse erwartet die Radler. Einziges Manko mögen die Zwischenstopps an den Hecktoren sein, die die Pachtbezirke der Schafzüchter abgrenzen. Die Pforten lassen sich jedoch mühelos öffnen - sollten aber unbedingt wieder geschlossen werden.

Ständige Beobachter sind die zahlreichen Schafe, die sich hin und wieder auch auf den Wegen niederlassen. Ab St.Peter-Ording führt der Radweg weiterhin an der Küste entlang gen Westerhever. Nach rund vier Kilometern geht es über den Deich ins Landesinnere. Über Osterhever, Warmhörn und Oldenswort zurück nach Tönning. Kurz hinter dem "Schloss Hoyerswort" führt ein Weg links Richtung Tofting in die Eiderstadt. Der Kirchturm der Tönninger St.Laurentius-Kirche ist schon aus der Ferne zu erkennen.

1. Tipp: Reußenköge - über die Köge zur Hallig

Weiße Häuser, grüne Dächer - das Markenzeichen des Sönke-Nissen-Koogs. Rund 22 Kilometer lang ist die Route durch die Köge. Start ist das Amsinck-Haus in den Reußenkögen. Auf der Tour erfahren - und das im wahrsten Wortsinne - die Radler eine Menge über den Deichbau und die Besiedlung. Wissenswertes über Natur und Kultur wechselt sich mit Informativem über die Windenergie ab. Durchs Deichvorland geht es über einen Damm zur Hamburger Hallig - die einzige Hallig, die vom Festland mit dem Rad angesteuert werden kann. Dort angekommen, besteht die Möglichkeit zur Wattwanderung, einem Bad oder einer Einkehr in den Hallig-Krog.

2. Tipp: Süderlügums Binnendünen

Mitten im Binnenland des Dorfes Süderlügum liegen weitläufige Dünen aus feinem Sand, teilweise mit Heide bewachsen. Ein Anblick, der an die nahegelegenen Inseln Sylt und Amrum erinnert und auf jeden Fall einen Abstecher wert ist. Das 41,5 Hektar große Gebiet steht unter  Naturschutz und ist noch in einer recht ursprünglichen Form erhalten.

Es ist zugleich eine der größten Binnenheiden Schleswig-Holsteins, in der viele Tiere und Pflanzen beheimatet sind, darunter auch selten gewordene Arten. Obwohl der Ort nahe der Küste liegt, haben die Binnendünen nie am Meer gelegen. Sie sind mit der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren entstanden, als Schmelzwasser den zusammengewehten Sand dorthin transportierte. Auch der  Ort selbst, in dem viele dänische Geschäfte angesiedelt sind, ist sehenswert. 

3. Tipp: Langenberger Forst bei Leck

Rund um den Langenberger Forst finden sich Ausflugsziele für die ganze Familie. Am Startpunkt Ochsenweg in Leck kann eingezäuntes Damwild gefüttert werden – besonders für  die Kleinen ein Vergnügen.  Die Fischteiche im Lecker Teil des Waldes sind ein weiteres lohnenswertes Ziel. Mit dem Rad in wenigen Minuten  zu erreichen ist der Golfclub Hof Berg.  Im  Landgasthof "Waldstübchen Hof Berg" kann man im idyllischen Garten sitzen. Für Kinder gibt  es dort Spielgeräte und ein Tiergehege mit Ziegen. In der Nähe befindet sich die Heuherberge Hedwigsruh, die zur Verschnaufpause einlädt. Während die Großen Kaffee und Kuchen genießen, können die Kleinen dort im Heu toben.

4. Tipp: Ab Richtung Grenze (Neukirchen/Aventoft)

In der unendlichen Weite Nordfrieslands hat sich der Maler Emil Nolde zu zahlreichen seiner großen Werke inspirieren lassen. Mit dem Fahrrad lassen sich die Spuren des großen Expressionisten am besten verfolgen. In der Nolde Stiftung Seebüll kann eine regelmäßig wechselnde Auswahl der Arbeiten Noldes besichtigt werden. Die Öffnungszeiten sind täglich in der Zeit vom 1. März bis 1. Dezember von 10 bis 18 Uhr.

Neben den Werken des Künstlers ist auch ein Besuch im Garten Noldes zu empfehlen. Der Künstler schaffte durch die umliegenden hohen Bäume einen geschützten Ort, in dem eine für das raue Klima unübliche Blütenpracht gedieh. Heute wird der Garten biologisch bewirtschaftet und ist mit seiner Farbenpracht und Artenvielfalt weit über die Grenzen Nordfrieslands hinaus bekannt.

Ebenfalls einen Abstecher wert ist das unmittelbar in der Nähe liegende Dorf Aventoft, das direkt an Dänemark grenzt. Aufgrund der hohen Mehrwertsteuer in Dänemark kaufen viele Dänen im Grenzort ein - und das oft in extrem großen Mengen - ein kleines Spektakel. In den Handelgeschäften der nordischen Nachbarn gibt es landestypische Spezialitäten, wie beispielsweise dänisches Lakritz, zu kaufen.

5. Tipp: Ein persönlicher Triathlon in Dagebüll

Wie wäre es mit einem ganz privaten und entspannten "Triathlon"? Möglich beispielweise in Dagebüll. Bei Hochwasser lädt der ausgewiesene und bewachte Badestrand zum Schwimmen ein. Bei einem anschließenden Marsch über den Deich lernen Interessierte landestypische Begriffe wie Stöpe und Warft kennen. Ein sechs Kilometer langer, ausgeschilderter Rundweg führt vorbei am Schöpfwerk, dem ehemaligen Leuchtturm und der Kirche. Festes und unempfindliches Schuhwerk ist empfohlen, da entlang des Deiches Schafe grasen. Ein Muss am Ende des "Triathlons": ein Fischbrötchen im Ort.

 
Urlaub im Heu-Hotel. Foto: dpa
Urlaub im Heu-Hotel. Foto: dpa
6. Tipp: Watt und Wald

Im Husumer Ortsteil Schobüll berührt die Geest die Nordsee - nicht nur das macht eine Tour dorthin so interessant. Hinaus zum Dockkoog führt eine landschaftlich attraktive Strecke, die sogenannte Meeresroute. An der Schleuse über den Deich hinweg verläuft ein Radweg direkt nach Schobüll. Man "erfährt" viel über die Husumer Bucht. In Schobüll angekommen laden das "Kirchlein am Meer" mit herrlichen Aussichtsplätzen davor, ein Abenteuerspielplatz, die weit über der Grenzen bekannten Schobüller Pommes frites und ein Minigolfplatz dazu ein, etwas länger in dem kleinen Örtchen zu verweilen. Vom "Berg" aus reicht die Sicht über die Nordsee und das Watt bis nach Nordstrand. Herrlich.

Der Weg über die Geest nach Hattstedt führt über den Schobüller Wald. Dieser ist nicht nur bei Radlern, sondern auch bei Reitern, Joggern und Spaziergängern sehr beliebt. Schon aus der Ferne ist dann der mächtige Turm der St.Marienkirche in Hattstedt zu sehen. Eine Besichtigung des Gotteshauses lohnt sich. Dort, im Pastoratsgarten, ehelichte einst Husums großer Sohn, der Schriftsteller Theodor Storm, seine zweite Frau Dorothea Jensen. Auf dem angrenzenden Friedhof befindet sich auch die Grabstelle von Ingwer Paulsen, dem berühmten Maler und "Radierer des Nordens". Über den Kirchenweg geht es rechts in den Alten Husumer Weg zurück in die Storm-Stadt.

7. Tipp: Grenzluft schnuppern

Lust auf einen kurzen Besuch im Ausland? Durch die Nähe Südtonderns zu Dänemark können Sie bereits nach wenigen Kilometern bei den skandinavischen Nachbarn sein. Von Süderlügum aus gelangt man bequem auf einem Radweg ins dänische Städtchen Tondern, das Dänemarks älteste Handelsstadt ist. Hier können zahlreiche Attraktion zu Fuß und per Rad entdeckt werden. Darunter der ehemalige Wasserturm mit einer ständigen Ausstellung eines dänischen Stuhldesigners sowie das Klöppelmuseum in der Innenstadt. Auch architektonisch bietet die Stadt viel. Beispielsweise die in der Innenstadt gelegene Christkirche wurde im Jahr 1592 erbaut und verfügt über eine der schönsten barocken Einrichtungen von ganz Dänemark. Das alte Rathaus stammt aus dem Jahr 1643 und beherbergt heute unter anderem die Tourist-Information. Gleich nebenan lädt das ältestes Haus Tonderns, erbaut im Jahr 1520, zum Verweilen ein: In dem spätgotischen Dielenhaus ist heute ein Café untergebracht.

8. Tipp: Sportroute für Groß und Klein

Wer sich neben dem Radfahren sportlich betätigen möchte, ist in Leck genau richtig - ob davor, danach oder als Zwischenstopp einer Tour.  Erste Möglichkeit ist von Leck in Richtung Stadum fahrend der "Kletterpark Filu" an der B199. Hier können die Besucher Höhenluft schnuppern und ihre Schwindelfreiheit testen. Der Hochseilgarten bietet mehrere Kurse, einer davon speziell ausgelegt für Menschen mit Behinderungen. Der Parkplatz des Klettergartens befindet sich am Anfang der Straße Karlsmark. Zweite Möglichkeit für einen lohnenden Stopp: das Lecker Erlebnisbad. Das Spaßbad liegt mitten im Zentrum der Gemeinde. Es bietet neben mehreren Becken eine 90-Meter Riesenrutsche, eine Dampf- sowie Außensauna und den dazu passenden Garten.

9. Tipp: Der "Berg" ruft

Vonwegen alles flach. Nicht weniger als 43,4 Meter hoch ist der Stollberg nördlich von Bredstedt inmitten einer einmaligen Wald- und Heidelandschaft. Auf seinem höchsten Punkt steht sogar noch ein Fernmeldeturm, dessen Aussichtplattform einen wunderschönen Blick über die Nordsee, die Inseln und Halligen ermöglicht.  Der Stollberg ist ein idealer Ausgangspunkt für kleine Radtouren ringsum. Drein Rundwege werden vor Ort angepriesen und sind erfahrenswerte Strecken. Das etwa 380 Hektar große Areal am westlichen "Hang" des Stollbergs wurde 2002 zum Naturerlebnisraum erklärt. Die Touren führen vom Fernmeldeturm aus an verschiedenen beschilderten Stationen vorbei. An ihnen gibt es jeweils Erklärungen zu der Entstehung der Landschaft sowie der Kultur- und Siedlungsgeschichte. Auch auf der östlichen Seite der Bundesstraße 5 erstreckt  sich ein Naturschutzgebiete mit vielen Wegen, vorbei an idyllischen Seen.

10. Tipp: Durch die Marsch

Schon morgens sehen, wer mittags zu Besuch kommt. Das können die Bewohner der Südermarsch. Kilometerweit schweift der Blick über die von zahlreichen Gräben und Sielen durchsetzte Landschaft. Von Husum aus führt der Weg über den Lagedeich dorthin – entweder von der Wilhelmstraße aus in Höhe der Tankstelle oder ab Ortsteil Rödemis am Ende der Friedrichstraße. Hinein in ein Gebiet, das keine Fahrradwege benötigt, weil dort eh’ kaum Kraftfahrzeuge unterwegs sind. Über Rödemis geht es geradeaus oder von der Wilhelmstraße nach gut einem Kilometer rechts ab  in den Parallelweg. Dieser endet in der Rantrumer Straße. Der Name ist Programm, denn sie führt direkt nach Rantrum. Dort angekommen, führt ein Weg links auf den Lagedeich, um wieder zurück in die Storm-Stadt zu gelangen. Oder man biegt rechts auf den Lagedeich ein, um nach Schwabstedt zu gelangen.

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