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Radeln auf Sylt, Föhr und Amrum : Die Königin der Nordsee per Rad erkunden

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Als Fahrradinsel wird Sylt nur selten bezeichnet – und das, obwohl sich immer mehr Urlauber auf den Sattel schwingen, um die dünenreiche Insel radelnd zu erkunden.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2014 | 15:37 Uhr

Westerland | Rund 200 Kilometer ausgewiesene Fahrradwege und fast 40 Verleihstationen laden auf Sylt zu Fahrradtouren ein: Die Badehose sollte nicht vergessen werden, denn Strandnähe ist garantiert. Sollte einem bei launigem Wind mal die Puste ausgehen, kann man auch im Bus weiterfahren - das Fahrrad wird bei Bedarf mitgenommen.

Um die Sylter Inselmitte - die Tour in Kürze

Die gut 22 Kilometer lange Strecke führt von Westerland über Braderup und Munkmarsch nach Keitum. Weiter geht es durch den Koog am Nössedeich entlang zum  Naturschutzgebiet Rantumbecken. Von dort führt die Tour übers Eidum-Wäldchen und die Westerländer Dünen bis zur Promenade.

Der Schwierigkeitsgrad ist angesichts fehlender Steigungen vor allem von der Windrichtung und -stärke abhängig. Gefahren wird zumeist auf befestigten Wegen, deren Zustand besser ist, als der so mancher Inselstraße. Landschaftlich bietet die Tour das volle Sylt-Programm – von der Stadt über Heide, Wiesen, Watt und Weinberg (!) bis zu Deich und Dünen. Dauer: 2-2,5h.

Los geht es am Westerländer Bahnhof

Von dort nach rechts die Straße und kurz hinter der Polizei links in den Kirchenweg. Vorbei an der Alten Dorfkirche bis links der Sjipwai abzweigt. Den bis zu Ende fahren, die große Kreuzung am Bahnweg nach Norden queren, weiter auf der alten Inselbahntrasse Richtung Wenningstedt. Nach einem Kilometer über die Holzbrücke am Golfplatz vorbei nach Braderup. An der Straße entweder nach links einen Abstecher zum Naturzentrum oder nach rechts auf dem Radweg vorbei an der Kiesgrube nach Munkmarsch und weiter Richtung Keitum. Kurz vor der St.-Severin-Kirche links in den Alten Kirchenweg.

Der Straße folgen, bis es nach links zum ausgeschilderten Hünengrab Tipkenhoog (Pause mit Wattblick) geht. Der asphaltierten Straße folgen, am Ingewai rechts und die nächste Straße links Richtung Bahndamm. Am Gurtstig rechts abbiegen und am Grünhof nach links in die Süderstraße bis zum Gaat. Dort links abbiegen, durch den Tunnel, die Hauptstraße queren und gleich links in die Koogstraße bis zum Nössedeich. Entweder außendeichs radeln oder am alten Schöpfwerk auf die Seeseite wechseln.

Nach einem Kilometer hinter dem Deichkreuz geradeaus weiter auf den Rantumer Binnendeich. Beim Klärwerk rechts abbiegen und durchs Eidum-Wäldchen (ein Abstecher zur Vogelkoje lohnt sich) zur Landesstraße. Auf der Westseite der L 24 Richtung Norden fahren. Kurz hinter dem Parkplatz der Strandoase links in die Rantumer Straße abbiegen. Am nach links und zwischen Wäldchen und Dünen dem Radweg zur Westerländer Promenade folgen. Dort endet die Tour. Zurück zum Bahnhof ist es nicht weit - allerdings muss man das Rad dann durch die Friedrichstraße schieben.

1. Tipp: Zu Kirchen, Künstlern und Kühen auf Föhr

Die Insel Föhr ist ein wahres Paradies für Radtouristen. Ein gut ausgebautes Radwegenetz sowie eigens ausgeschilderte Themen-Routen laden zu entspannten Drahteseltouren ein. Und wer sein eigenes Fahrrad nicht mit auf die Insel bringen will, findet in nahezu jedem Ort Fahrradverleiher, die Räder in allen Größen, Formen und Farben anbieten, mit oder ohne Elektromotor, und auf Wunsch auch mit Kinder- oder Hundeanhänger. 

Es gibt auf Föhr so gut wie keine Steigungen zu bewältigen, lediglich der Wind macht selbst sportlichen Radlern manchmal zu schaffen, wenn er kräftig von vorne bläst. Ganz clevere planen ihre Tour deshalb nach der aktuellen Windrichtung und so, dass die "steife Brise" überwiegend von hinten und von der Seite bläst. Und nehmen es gelassen, wenn der Wind dann im Laufe des Tages dreht...

Man kann das knapp 83 Quadratkilometer kleine Eiland auf eigene Faust erkunden oder den gut ausgeschilderten Routen folgen, auf denen man viele verschiedene Facetten der "grünen Insel" kennen lernen kann. Da gibt es die "Eilun-Tour" die einmal rund um die ganze Insel führt. Eine Reise in die Föhrer Vergangenheit bietet die Route "Föhrer Zeitzeugen", die zu Kirchen, Hügelgräbern und der Lembecksburg, einer archäologischen Fundstätte, führt.

Bei der "Klaar-Kiming-Tour" steht die Aussicht im Vordergrund: Auf Salzwiesen und Vögel, auf weite Wattflächen oder das Meer, auf die Nachbarinseln Amrum und Sylt und auf die Halligen. Der "Kunstweg" führt zu Museen und Galerien und macht einen Abstecher ins Künstlerdorf Oldsum. Bei der Tour ins "Marsch-Viertel" lernt man Föhr von seiner grünen, bäuerlichen Seite kennen. Für jede dieser Touren hängt an den vielen Wegweisern ein eigenes Symbol, verfahren ist so praktisch ausgeschlossen. Ausführliche Streckenbeschreibungen gibt es im Internet unter www.foehr.de.

2. Tipp: Gemeinsam statt einsam

Längst ist dieser Trip schon kein Geheimtipp mehr, reisen doch auch vom Festland und den Nachbarinseln viele Teilnehmer an: Seit Jahren veranstaltet der Insel-Bote am dritten Sonntag im Juli eine Fahrradtour. Vom Hafen aus geht es auf jährlich neuen Routen über die Insel, am Wasser entlang, durch die grüne Marsch und idyllische Friesendörfer. Und anschließend kann man sich bei einer leckeren Mahlzeit und buntem Rahmenprogramm erholen und mit etwas Glück sogar einen Pokal oder einen wertvollen Preis gewinnen. In diesem Jahr findet die IB-Radtour am 14. Juli statt. Informationen gibt es im Kunden-Center des Insel-Boten, Telefon 04681/59760.

3. Tipp: Unendliche Weiten

Gefühlt bläst der Wind aus allen vier Himmelsrichtungen gleichzeitig. Aber man wird belohnt mit unendlicher Weite und Freiheit. Eine Hallig mit dem Fahrrad zu erkunden ist ein ganz besonderes Erlebnis. Auf Hooge kann man sich direkt am Anleger ein Rad mieten, sich noch bevor das Ausflugsschiff all die anderen Touristen ausgespuckt hat, auf den Sattel schwingen und das winzige Eiland auf eigene Faust erkunden. Inklusive eines unvergleichlichen Blickes über das Halligmeer und die benachbarten Inseln. Einen Fahrradverleih gibt es auch auf der Hallig Langeneß.

4. Tipp: Europas größte Sandkiste

Nachts weist der rot-weiß gestreifte Leuchtturm Schiffen den Weg, tagsüber können sich Radfahrer leicht an dem Wahrzeichen der Insel Amrum orientieren. Allerdings - besser geht das noch mit einer Fahrradkarte. Oder man folgt den Routen-Vorschlägen, die die Amrum-Touristik in einem Flyer zusammengestellt hat. Touren, die die stark befahrene Hauptstraße meiden und weitgehend über Wald- und Wirtschaftswege sowie Fahrradwege führen und einen wunderschönen Eindruck von der Insel mit ihrer imposanten Dünenlandschaft und dem weiten Kniepsand, der einer der breitesten Badestrände Europas ist, bieten. Da gibt es die 11,5 Kilometer lange Radtour vom Hafenort Wittdün ins idyllische Friesendorf Nebel, wo man alte Kapitänshäuser, die Windmühle und das Heimatmusem "Öömrang Hüs" sowie die Inselkirche und den Friedhof mit seinen historischen "sprechenden" Grabsteinen besichtigen kann.

Bis ans andere Ende der Insel führt die 21 Kilometer lange Tour Wittdün-Norddorf. In dem Badeort an der Amrumer Nordspitze kann man einen gemütlichen Einkaufsbummel unternehmen oder einen Abstecher zum Strand machen. Auf der "Großen Radtour", 25 Kilometer lang, wird zusätzlich noch die Norddorfer Marsch umrundet, mit Blick vom Deich auf das Wattenmeer. Zwar transportieren die Autofähren der Wyker Dampfschiffs-Reederei, die von Dagebüll und Schlüttsiel aus Amrum ansteuern, auch Fahrräder, doch Tagesausflügler können sich auch ganz spontan für eine Radtour entscheiden. Denn es gibt etliche Fahrradverleiher auf der Insel, bei denen man einen passenden Drahtesel finden kann.

5. Tipp: Zu den Ursprüngen der Sylter

Wer die Sylter kennenlernen will, wie sie früher waren, der besucht den Denghoog in Wenningstedt. 5000 Jahre alt ist das größte begehbare Steinzeitgrab, 20 Tonnen wiegt alleine die Dachplatte. "Denghoog" bedeutet übrigens "Thing-Hügel" und bezeichnet den Ort, an dem die Germanen Gerichtsverhandlungen abhielten. Von 10-17 Uhr in der Woche (11-17 Uhr am Sonnabend und Sonntag) kann man hinter der Friesenkapelle Wenningstedt (Bi Kiar 3) Eindrücke von Sylts ersten Bewohnern sammeln.

Am Leuchtturm von Hörnum. Foto: Staudt
Am Leuchtturm von Hörnum. Foto: Staudt
6. Tipp: Hollywood-Panorama am Ellenbogen

Ganz im Norden der Insel liegt der Ellenbogen, ein Vogel- und Naturschutzgebiet. Der Drehort für den Polanksi-Film "Der Ghostwriter" bietet typisches Syltpanorama mit Dünen, Heide und Meer. Fahren darf man natürlich nur auf der Straße, die man allerdings höchstens mit den wenigen Autos der Surfverrückten und Angler teilen muss. Zwei Euro Maut zahlt der Fahrradfahrer als Eintritt in das Naturparadies, in dem der Radfahrer sein Gefährt gerne auch mal abstellen kann, um die kilometerweiten, einsamen Sandstrände zu genießen.

7. Tipp: Rückenwind per Knopfdruck

Wer nicht anhalten will, aber trotzdem eine Pause machen möchte, der besorgt sich ein Fahrrad mit eingebautem Rückenwind. Die E-Bikes sind absoluter Trend und bei fast jedem Fahrradverleih erhältlich. Wer der Technik allerdings misstraut, nutzt einfach den natürlichen Wind und lässt sich bei Nordwind zum Beispiel nach Hörnum treiben. Zurück geht’s mit dem Bus, alle ausgestattet mit Fahrradträgern.

8. Tipp: Maritime Geschichte im Hörnumer Leuchtturm

Einen Leuchtturm und seine Geschichte hautnah erleben kann man in Hörnum. Hier war zwischenzeitlich sogar die kleinste Schule Deutschlands untergebracht. Montags, mittwochs und donnerstags finden die einstündigen Führungen mit Ausblick im Hörnumer Leuchtturm statt. Rechtzeitige Voranmeldung beim Tourismusservice Hörnum (Rantumer Straße 20, Tel: 04651 96260 oder Email: info@hörnum.de) ist Pflicht.

9. Tipp: Über und unter das Watt blicken

Ganz im Süden der Insel wartet das Nationalpark-Infozentrum der Schutzstation Wattenmeer, wo Kindern spielerisch das Wattenmeer erklärt wird. Unter anderem informieren acht Meerwasseraquarien über das Leben unter der Wasseroberfläche. Von dort ist es nicht mehr weit bis zu Sylts südlichstem Restaurant, dem Südkap zu Füßen des Leuchtturmes. Bei guter Sicht hat man hier die Nachbarinseln Föhr und Amrum fast vor der Nase.

10. Tipp: Naturzentrum Braderup

Ein beliebtes Ausflugsziel für radelnde Familien ist das Naturzentrum Braderup. Während die Eltern im Kräutergarten entspannen, können sich Kinder im Innern mit den Pflanzen und Tieren der Insel vertraut machen. Nebenan im Körnerladen gibt’s eine gesunde Stärkung für unterwegs.

 
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