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Radtour in Steinburg : Reizvolle Tour in der Marsch

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Am Rand des Moors führt der Weg über die tiefste Landstelle bis hin zum Elbstrand.

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erstellt am 22.Apr.2014 | 12:40 Uhr

Wilstermarsch | Am schönsten ist es, wenn der Wind nur mäßig weht – dann sind selbst etwa 65 Kilometer in der platten Wilstermarsch für den geübten Radler beinahe ein Klacks. Herrlich lässt es sich hier radeln und dabei die Natur erleben sowie manche Köstlichkeit in den Restaurants und Cafés am Wegesrand genießen. Doch auch ein gewisser Reiseproviant  und eine Wasserflasche dürfen nicht fehlen.

 
Die Tour in kürze

Start an der St. Bartholomäus-Kirche/Markt in Wilster; Kohlmarkt, links auf den Klosterhof, Neue Burger Straße, Hackeboe/L135, Abzweigung K18 Vorder-Neuendorf/leicht rechts auf die L235, einige Kilometer folgen.Links in die Straße Vorder-Neuendorf, geht in Osterende über. In Vaalermoor links auf Südende/L134, geht in die Dorstraße über. In Sachsenbande nach rechts auf die Burger Straße/L135, in Rechtskurve links Richtung Ecklak abbiegen/L137, Hauptstraße Richtung Landscheide, geht in die Flethseer Straße über. Der Straße, teilweise auf Radweg folgen über Stuven nach St. Margarethen.

Quer über die Kreuzung in die Dorfstraße Richtung Brokdorf, kurz vor Ortsausgang rechts Deichreihe über den Deich auf den Katastrophenweg links entlang der Elbe. Höhe Brokdorf wieder links über den Deich in die Straße Osterende, zum Kreisel, Straße Krück Richtung Wilster. Über Siehtwende, Hummelsteert, Rotenmeer zur L136, links, Auf dem Breuel (L136) von Dammfleth nach Wilster rein; Mühlenstraße, Rathausstraße, Schmiedestraße, Op de Göten zum Markt.

Heute will ich mich ganz den landschaftlichen Reizen der Marsch hingeben. Vorbereiten auf Fauna und Flora der Region kann sich der Ausflügler im naturkundlichen Heimatmuseum der Naturschutzbund-Gruppe Wilstermarsch im Speicher hinter dem Alten Rathaus. Vielleicht lässt sich unterwegs das eine oder andere wiederentdecken. Die Radtour startet am Mittelpunkt der bezaubernden Marschenstadt Wilster: an der St. Bartholomäuskirche, erbaut vom Architekten des Hamburger Michel, Ernst Georg Sonnin. Von dort geht es den Kohlmarkt hinunter bis zur Ampelkreuzung am Klosterhof. Auf die andere Straßenseite wechselnd,  lässt sich hier auf dem Fahrradweg über die Bahn an der Neuen Burger Straße entlang gemütlich stadtauswärts nach Neuendorf-Sachsenbande fahren.   

Bis zur Abzweigung Richtung Vorder-Neuendorf folge ich der Landstraße 135. Da heißt es dann, eine Entscheidung treffen: Im Landgasthaus Zum Dückerstieg einzukehren, vielleicht den Schlüssel für das kleine Handwerkermuseum  entgegenzunehmen und eine kleine Besichtigungs- und anschließende Schlemmerpause einzulegen, um dann weiter  – allerdings teilweise ohne Radweg – auf der Landstraße zur tiefsten Stelle Norddeutschlands zu fahren. Oder einen zirka 12 Kilometer langen „Umweg“ zu fahren, der aber auch überaus reizvoll ist: Abbiegen und der Kreisstraße 18 folgen, an der nächsten Kreuzung rechts halten (L235). Nach wenigen Kilometern beginnt auf der linken Seite der Radfahrweg. Dort lohnt es sich schon, erneut einen Stopp einzulegen, um die historischen Rosen der Baumschule Schütt zu betrachten. Jede Rosenart erzählt eine Geschichte. Wieder auf dem Sattel, geht es kurz darauf schon links in die Straße Vorder-Neuendorf hinein, die schließlich in den Weg Osterende übergeht.  Dort befindet sich das Herrenmoor.

1. Tipp: Vergnügen auf dem Wasser

Die Wilstermarsch bietet auch viel Vergnügen auf dem Wasser. Sei es per Kanu oder aber als besonderes Erlebnis per Flachbodenschiff "Aukieker" (Foto) durch die weite der Marschlandschaften. Fahrten mit dem "Aukieker" der Familie Brandt sind auf der Wilsterau von Mai bis September für Gruppen ab zehn Personen jederzeit nach Absprache möglich. Einzelpersonen können sich auf Anfrage Gruppen anschließen. Auch Fahrräder können, wenn noch genügend Platz ist, mitgenommen werden. Informationen bei der Wilstermarsch Service GmbH, 04823/9215950, oder unter www.psb-brandt.de

2. Tipp: Marschen-Tierwelt im Museum

Das Naturkundliche Heimatmuseum (Foto) befindet sich im historischen Speicher neben dem Alten Rathaus im Stadtkern von Wilster. Gründer und Träger sind in sehr guter Zusammenarbeit die Jägerschaft des Hegeringes 7 der Wilstermarsch und der Nabu Wilstermarsch. Auf allen drei Etagen kann man in mehreren nachgestellten Biotopen die Tier- und Pflanzenwelt der Wilstermarsch erleben. Da schweben Weißwangengänse über die Köpfe der Besucher hinweg.   Auf einem Reetdach kann man die Familie des Weißstorchs bestaunen und ein nachgestelltes Unterwasserbiotop mit verschiedenen Fischen ist zu sehen.  Eine besondere Attraktion ist auf jeden Fall der Bienenstock:  Naturnah kann der Besucher die Arbeit der Bienen in einem durchsichtigen Bienenkasten verfolgen. www.nabu-wilstermarsch.org

3. Tipp: Altes Handwerk

In Neuendorf-Sachsenbande gibt es ein kleines Museum. Die beiden alten Handwerksberufe Stellmacher und Schmied sind  am Dückerstieg dargestellt. Während der Stellmacher für die Holzarbeiten an Fuhrwerken und Ackergeräten zuständig war, bearbeitete der Schmied das Eisen und fertigte u.a. Werkzeuge. In dem kleinenGebäude am Landgasthof Zum Dückerstieg  wird u.a. die Hauptarbeit des Stellmachers, das Anfertigen von Wagenrädern, zu dem das Drechseln der Nabe an der Wagenmaschine, deren Bearbeitung an der Drechselbank, das Einspeichen und Aufbringen der Felge gehört, präsentiert.  Die  Schmiede besteht aus Objekten der Schmiedemeister-Heinrich-Schröder-Stiftung und aus Objekten aus der ehemaligen Oldendorfer Schmiede. Es sind einem Amboss, einem Richthorn, einer Lochplatte, einer Stauchmaschine und einem Ablagebock für heiße Hufeisen eine große Anzahl an Werkzeugen zu sehen. Zusätzlich wird die Arbeit des Stellmachers und Schmiedes ausführlich auf Schautafeln erläutert. Führung nach Vereinbarung.

4. Tipp: Einmal durch den Wassertank

Alle kleinen und großen Bauernhoffreunde sind bei der Familie Strüven in Aebtissinwisch wollkommen. Der Erlebnis-Hof liegt direkt an der Wilster Au. Dort erleben Kinder den hautnahen Kontakt zu Tieren und zur Natur. Es gibt einen Streichelzoo, eine (Holz-)Kuh kann gemolken werden und wen es auf die Au zieht, der kann auch Ruder- und Tretboot mieten. Der Hof Strüven ist Ziel für Kindergeburtstage oder Erlebnisparty auf dem Bauernhof, bietet sich für Projekttage für Schulklassen (1. bis 4. Klasse), für den Kindergartenerlebnistag und zum Zelten. Der Grillplatz kann gemietet werden und auch Kanufahrer können an der Anlegestelle eine Rast einlegen. Infos: Heiko und Imke Strüven, 04825/9167, oder www.wilstermarsch-service.de

5. Tipp: Jede Rose erzählt eine Geschichte

Seit altersher übt sie eine besondere Faszination auf Pflanzenliebhaber aus: die Rose. In ihrer Vielfalt und Geschichte ist die "Königin der Blumen" auf dem Gelände der Baumschule Schütt in Neuendorf-Sachsenbande zu bewundern. Die älteste Rose stammt aus dem Jahr 1310: die Apotheker-Rose. Sie wurde in den Arzneigärten der Klöster gezogen. Ihrer Schönheit stehen die Blüten der anderen Sorten, wie beispielsweise die "Surpass Tout" (Foto) nicht nach. Jede hat ihre Besonderheit - wie die Rosa Alba Maxima von 1450 oder die Rosa Alba Semiplena, deren weiße Blüten an den üppigen Sträuchern mit ihrem wundervollen Duft betören.

 

Die beeindruckende Moorlandschaft  lässt man am besten vom Beobachtungsplateau an der Wegbiegung aus auf sich wirken. Ein Tisch und Bänke laden zur Rast ein. Auf der Spurbahn geht es dann unter Bäumen  am Moorkanal entlang nach Vaalermoor. An der Dorfbrücke angelangt, wendet man sich nach links und radelt auf der Straße Süderende (L134), die in die Dorfstraße übergeht bis nach Sachsenbande. An der Burger Straße – hier habe ich wieder die L135 zu fassen – biegt man nach rechts ab und ein paar Kilometer weiter überquert man die Fahrbahn zum Rastplatz an der tiefsten Landstelle Deutschlands. Es ist schon faszinierend, sich vorzustellen, wie hoch hier das Wasser stehen würde, wenn die Deiche nicht wären. Wer mag, kann sich in ein Gästebuch eintragen.

Danach  wartet auf der Landstraßenstrecke eine kleine Erhebung: die Brücke über die Au in Höhe Achterhörn. Schwungvoll geht es weiter bis zur Rechtskurve, in der man nach links Richtung Ecklak abbiegt. Ich radele durch das  Dorf, mein nächstes Ziel ist Landscheide. Es gibt keinen Fahrradweg, aber nach einigen Kilometern auf der Hauptstraße (L137), die in die Flethseer Straße übergeht, führt die Birkenallee rechts ab zur Braake. Ich mache einen Abstecher und erkunde das Biotop mit Naturerlebnispfad.

Auch dort bietet sich eine Rast in idyllischer Umgebung an. Etwas ausgeruht trete ich wieder in die Pedale. Naja, da steht schon wieder eine Steigung an – und das im platten Land. Diesmal muss ich die Brücke über die B5 überqueren. Aber es gibt einen Fahrradweg, allerdings nicht  durchgängig bis St. Margarethen. Aber schön ist es trotzdem, wenn man an den Weiden vorbei fährt,  und interessant wird es, wenn man den Blick übers Land Richtung Industriegebiet Büttel/Brunsbüttel-Süd wirft. In St. Margarethen überquere ich die Kreuzung, fahre die Dorfstraße entlang und halte am Margarethenhof an. Dort kann man beim Essen oder Kaffee trinken über den Deich auf die Elbe blicken – und wenn der Chef da ist, erzählt er den Gästen etwas über die dicken Pötte auf dem Wasser.  Ein Feeling fast wie in Schulau. 

Die tiefste Landstelle Deutschlands. Foto: Ruff
Die tiefste Landstelle Deutschlands. Foto: Ruff

Steinburg III Tour 

Zugegeben, ich habe schon so um die 40  Kilometer hinter mir, aber es macht Spaß, weiter zu fahren. Nach knapp einem Kilometer biege ich rechts ab und radele über den Deich zum  Katastrophenweg an der Elbe. Links ab geht es Richtung Brokdorf. Zwischendurch muss ich zwar immer mal wieder absteigen, um ein Gatter zu öffnen und zu schließen, aber der Blick auf und über die Elbe sowie zu den  munteren Schafen am Deich entschädigt für die Anstrengung. In Brokdorf gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, sich verwöhnen zu lassen. Vom Restaurant Sell  kann ich  wieder den Blick auf die Schiffe genießen. Ich habe aber auch die Möglichkeit, mich einfach an den Strand zu setzen  und je nach Wärmegrad einen kurzen  Sprung in die Elbe zu wagen.

Wem das nicht geheuer ist, der radelt so wie ich heute über den Deich zum Parkplatz am Freibad an der Straße Osterende. Da ist Badespaß garantiert – bei beheiztem Wasser eben auch wenn die Außentemperaturen noch nicht so einladend sind. Danach ein leckeres Stück Kuchen im kleinen Kaffeestuuv in de Hörn? Ja, so stark wie ich in die Pedale getreten bin, ist das  auf jeden Fall drin. Da fällt die Rücktour doch gar nicht so schwer. Ich radele vom Freibad zum Kreisverkehr und an der Straße Krück (L170) immer den neuen Fahrradweg entlang durch Siethwende Hummelsteert und Rotenmeer Richtung Dammfleth. Unterwegs gibt es Tische und Bänke für kleine Pausen, in Dammfleth muss die 136 (Auf dem Breuel)  überquert werden.

Mein Weg  führt nach links auf dem Radweg an der L136 direkt nach Wilster hinein. Durch die Mühlenstraße und Rathausstraße (teilweise Radweg) radele ich am Neuen Rathaus vorbei, biege nach links in die Schmiedestraße und gleich wieder nach rechts in die Straße Op de Göten ab (auch hier gibt es teilweise einen Radweg). Während ich am Alten Rathaus vorbei fahre, halte ich direkt auf den Ausgangspunkt meiner Tour zu: die Sonnin-Kirche.

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