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Radtour in Pinneberg : Kleine Straßen, vielfältige Landschaft

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Peter und Annedore Hempel kommen zum Radfahren oft in den Kreis Pinneberg, denn für Radfahrer sind die Strecken einfach ideal. Die Rosariums-Tour gefällt den radelnden Eheleuten am Besten.

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erstellt am 22.Apr.2014 | 12:13 Uhr

Pinneberg | „Warte, ich muss meinen Fotoapparat noch auspacken,“ Annedore Hempel eilt ihrem Mann Peter hinterher, der gerade die beiden Fahrräder zusammengeschlossen hat und sich jetzt auf den Weg zum See im Uetersener Rosarium macht.
„Das Rosarium ist toll, um eine Radfahrpause zu machen“, sagt Peter und erklärt gleich, wieso das so ist: „Wenn man länger mit dem Rad unterwegs ist und ungefähr auf halber Strecke Pause machen möchte, dann sucht man sich dazu am besten einen Ort, an dem man sich ein wenig die Beine vertreten kann und seinen Hintern mal ein paar Minuten schont.“ Dieses wäre natürlich auch an vielen anderen Orten möglich, aber für seine Frau, die noch lieber fotografiert als Rad zu fahren, ist der Zwischenstopp im Rosarium immer wieder ein Höhepunkt der gemeinsamen Radtour.

 

Das Himmelmoor ist das größte Hochmoor Schleswig-Holsteins. Foto: wikipedia
Das Himmelmoor ist das größte Hochmoor Schleswig-Holsteins. Foto: wikipedia

Eigentlich wohnt das Ehepaar in Hamburg, wo die beiden auch arbeiten: sie als Marketingleiterin eines Ferienhausanbieters, er als Unternehmensberater. Ihre Wochenenden verbringen die beiden jedoch gerne im Kreis Pinneberg, um sich dort auf dem Fahradsattel vom stressigen Alltag zu erholen. „Pinneberg ist eine fantastische Umgebung für Fahrradfahrer“, sagt Peter, „es gibt viele kleine verkehrsarme Straßen, überall wo die Straßen größer sind, ist ein Radweg vorhanden und zudem fährt man die ganze Zeit an einer reizvollen Landschaft vorbei.“ Mal fahre man auf einem Deich entlang, mal an einer Baumschule vorbei und zwischendrin immer wieder an Wiesen, auf denen Pferde weiden würden.

Peter weiß, wovon er spricht: Vor zirka fünfzehn Jahren hat Annedore ihm sein erstes Rennrad geschenkt, seitdem hat er unzählige Fahrradtouren durch den Kreis Pinneberg gemacht. Um fit zu bleiben, und um sich auf seine Fahrradurlaube vorzubereiten: Im vergangenen Jahr ist er zum ersten Mal den Mont Ventoux rauf gefahren, einen der legendärsten Berge der „Tour de France“.

„Grafen- und Tortentour“: 36 Kilometer

Den Bahnhof im Rücken, über den  Platz in die Bangertstraße bis zur Ampel, rüber, im Kurpark links halten. Dem Weg folgen. Eine kleine Brücke überqueren, links abbiegen. Am Rümpeler Weg links bis Rümpel. Rechts in den Lehmberg, diesem links (Brookredder)  2 Kilometer folgen. Dann rechts in die Wiesenstraße einbiegen. Man stößt nach  200 Metern auf die K88, der wir links folgen. Nach weiteren  300 Metern biegen wir rechts in den Rohlfshagener Weg und fahren durch Rohlfshagen.  Links abbiegen  „In de Eck“ bis zum  Radwanderweg nach Trittau. Nach 3 Kilometern links in den Eicheder Weg.  Wir kreuzen die K79 und fahren in den Radeländer Weg bis  nach Stubben.  Von der Dorfstraße in den Schmachthagener Weg abbiegen. Kurz vor Schmachthagen rechts auf L88/Dorfstraße. Rechts geht es für 1,5 Kilometer weiter, am Lindenhof  links auf die L87 abbiegen. Nach einem Kilometer weiter in der Rehkoppel. Nach  2 Kilometern links in den Schäpersbarg bis an die Straße Kunstborn, rechts folgen. Am Gasthaus Mäcki der Straße zur Düpenau folgen bis zur   K67/Oldesloer Straße. In Sehmsdorf  rechts in den Weg An der Trave. Nach  300 Metern zwischen zwei Häusern  runter zur weißen Brücke über die Trave. Links rum längs der Trave Richtung Bad Oldesloe. An der Unterführung  Berliner Ring entweder nach oben fahren und links rum zum Bahnhof zurück oder unten bis zur nächsten  kleinen Brücke und dann links den  historische Stadtkern erkunden



„Wenn wir unsere Pinneberg-Rosariums-Tour fahren, dann starten wir in Pinneberg, weil wir dann meistens auf dem Hinweg, wenn wir noch fit sind, gegen den Wind fahren müssen und es später leichter haben“, erklärt Annedore. Sie genießt die gemeinsamen Radtouren mit ihrer Familie - manchmal schließen sich auch die erwachsenen Söhne und ihre Freundinnen an - so ehrgeizig wie ihr Mann ist sie beim Radfahren jedoch nicht.

Für Annedore steht das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund und sie freut sich, wenn sie während der Radtour Fotos machen kann und sich nicht zuviel um den Verkehr kümmern muss - die kleinen Straßen, durch die man im Kreis Pinneberg fahren kann, werden nur selten von Autos genutzt. Fahrradfahrer gibt es dafür eine Menge. „Ich glaube, die Pinneberger sind manchmal ganz schön genervt vom Hamburger Fahrradtourismus in ihrem Kreis“, sagt Peter, „das ist wie die PI-Autofahrer, die tagsüber Hamburgs Straße blockieren.“

Kreiskulturzentrum Landdrostei. Foto: en
Kreiskulturzentrum Landdrostei. Foto: en
1. Tipp: Schiffen "Hallo" sagen

Die Begrüßungskapitäne der Schiffsbegrüßungsanlage "Willkomm Höft" haben stets den Überblick darüber, welche Schiffe in den Hamburger Hafen einlaufen oder ihn verlassen. Seit Juni 1952 ist die Schiffsbegrüßungsanlage, die sich zirka 200 Meter vor der Landesgrenze zu Hamburg befindet, in Betrieb. Seitdem wurden mehrere hunderttausend Schiffe von der Kommandozentrale aus begrüßt und verabschiedet, die kleineren durch Flaggendippen, für die größeren ab 1000 Grosstonns wird zusätzlich die Nationalhymne des Staates gespielt, unter dessen Flagge sie fahren.

Besucher, die sich die Zeit nehmen, auf einen Kaffee oder eine Mahlzeit im Schulauer Fährhaus einzukehren, erfahren über eine Lautsprecheranlage von den Begrüßungskapitänen zusätlich interessante Fakten über die ein- und auslaufenden Schiffe. Die Kommandozentrale ist täglich von 9Uhr bis Sonnenuntergang besetzt, das Schulauer Fährhaus ist jeden Tag von 11 bis 23 Uhr geöffnet, an Sonntagen gibt es dort zwischen 9.30 und 13 Uhr ein Frühstückbüfett. www.schulauer-faehrhaus.de

2. Tipp: Rosenpracht in Uetersen

Das Rosarium in Uetersen ist der größte Rosengarten Norddeutschlands. Auf einer Fläche von sieben Hektar können Besucher während der Rosensaison von Juni bis Ende August mehr als 900 verschiedene Rosensorten in ihrer Blüte betrachten. Wer sich genauer über die Blumen im Rosarium informieren möchte, kann an einer kostenlosen Rosenführung teilnehmen. Diese wird während der Rosensaison jeweils sonntags um 10.30 Uhr angeboten und dauert zirka eine Stunde. Treffpunkt für die Führung ist der Hoteleingang Rosarium. Besucher, die außerhalb einer Führung ins Rosarium kommen, können sich durch Schilder über die Rosensorten informieren. Das Rosarium ist jederzeit geöffnet, allerdings darf in der Parkanlage kein Fahrrad gefahren werden. www.rosarium-uetersen.de.

3. Erlebnisbauernhof Almthof

In Appen, auf dem Weg von Uetersen nach Pinneberg, befindet sich der Erlebnisbauernhof Almthof, der im Dezember 2012 mit dem vierten Platz beim 1. European Congress of Young Farmers ausgezeichnet wurde. Hier können Kinder in der Strohburg toben, Tiere streicheln, beim Melken zusehen, sich durch die Irrwege des Maislabyrinths kämpfen oder ihre Eltern zu einer Partie Bauerngolf herausfordern. Es besteht aber auch die Möglichkeit, einfach nur ein Stück Kuchen oder eine Tasse Tee im Hofcafé zu genießen. Der Eintritt für den Altmhof beträgt pro Person vier Euro, ein Verzehrgutschein im Wert von zwei Euro ist darin enthalten. Wer lediglich das Café besuchen möchte, braucht keinen Eintritt zahlen. Die Öffnungszeiten variieren. www.almthof.de

4. Tipp: Geschichte der Baumschulen

Der Kreis Pinneberg gilt mit einer Fläche von 4200 Hektar als größtes Baumschulgebiet Europas. Im Deutschen Baumschulmuseum in Pinneberg lässt sich die Geschichte der Baumschularbeit entdecken: Von historischen Arbeitsgeräten bis zu modernen Werkzeugen bilden die Exponate im Museum einen guten Einstieg in das Thema. Das Team des Baumschulmuseums nimmt sich dabei gern die Zeit, Besucher durch die Ausstellung zu führen. Geöffnet ist das Museum ganzjährig am Dienstag zwischen 16 und 19 Uhr, in den Monaten Mai bis Oktober auch an Sonntagen zwischen 14 und 18 Uhr. Zudem ist es möglich, telefonisch bei Frau Lunau (04101) 41578 einen Besichtigungstermin außerhalb der regulären Öffnungszeiten zu vereinbaren. Der Eintritt in das Museum ist frei, Spenden, die zum Erhalt des Museums beitragen, sind gerne gesehen.

5. Tipp: Schaurig ist’s im Moor

Das Himmelmoor zwischen Quickborn und Borstel-Hohenraden ist mit einer Fläche von zirka 605 Hektar das größte Hochmoor Schleswig-Holsteins. Bis heute wird im Himmelmoor Torf abgebaut, jedoch soll der Torfabbau bis zum Jahr 2020 eingestellt werden, inzwischen wird das Moor renaturiert. Die Flora und Fauna des Himmelmoors sind sehr vielfältig. Insbesondere Ornithologen freuen sich über die zahlreichen Vogelarten, die sie dort beobachten können, wie beispielsweise den Eisvogel, den Weißstorch oder den Wachtelkönig.

Für Kinder ist sicherlich der Schauerfaktor des Moores am spannendsten: Neben der fleischfressenden Pflanze "Sonnentau", haben sie im Himmelmoor die Möglichkeit, eine echte Schlange zu erblicken, denn im Moor leben Kreuzottern und Schlingnattern. Der Förderverein Himmelmoor setzt sich dafür ein, dass Moor als Natur- und Naherholungsgebiet attraktiv zu machen, beispielsweise durch die Finanzierung von Hinweisschildern, Sitzbänken oder den Ausbau von Wegen. www.foerderverein-himmelmoor.de

 

Nach einer halben Stunde im Rosarium macht sich das Ehepaar auf den Rückweg nach Pinneberg. In Appen fahren sie am Erlebnisbauernhof „Almthof“ vorbei. "Wenn wir das nächste Mal mit unseren Söhnen unterwegs sind, dann werde ich die beiden zum Bauerngolf herausfordern", beschließt Peter.

Bis es soweit ist, wird es sicherlich nicht lange dauern: Sobald das Wetter es zulässt ist die Familie regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs. „Meine Fahrradsaison beginnt meistens im März“, sagt Peter, "gerade zu Beginn des Jahres ist es toll, wenn einem die kalte Luft durch die Lungen bläst." Ehefrau Annedore sieht das anders, sie fährt lieber erst dann los, wenn man auch im kurzärmeligen T-Shirt unterwegs sein könnte. „Das macht aber gar nichts, dann nehme ich eben meinen jüngsten Sohn mit“, sagt Peter.

Die Vater-Sohn-Radtouren würden aber anders aussehen: „Wir fahren dann meistens viel längere Strecken, sind schneller unterwegs und machen keine größeren Pausen zwischendurch.“ Kein Wunder, die beiden trainieren gemeinsam, um bei den Cyclassics im Sommer zu starten - und dabei kommt es neben dem Durchhalten auch ein wenig darauf an, schnell zu sein. Schließlich will niemand vom Besenwagen "aufgefegt" werden. Auch wenn diese hauptsächlich durch die Hansestadt führen: trainiert wird im Kreis Pinneberg.

Den Grund dafür, dass Peter Hempel zum Radfahren - egal ob für die ruhige Familienradtour oder das Rennrad-Training - immer wieder die Hansestadt verlässt und in den Kreis Pinneberg kommt, fasst er mit einem kurzen Satz zusammen: „Weils so schön ist.“

6. Tipp: Einzige handbetriebene Fähre

Vom 1. Mai bis zum 3. Oktober lässt sich die "Bundeswasserstraße Krückau" zwischen Seester und Neuendorf mit Deutschlands kleinster Fähre passieren. Die "Fähre Kronsnest" ist Schleswig-Holsteins einzige handbetriebene Fähre. Sie wurde nach historischem Vorbild aus Eichenholz gebaut und 1993 in Betrieb genommen. An Sonn- und Feiertagen zwischen 14 und 18 Uhr erwartet die Besucher des Fähranlegers zudem die Fahrradraststätte "Sööte Eck", in der ehrenamtliche Helfer Kaffee, Waffeln und selbstgemachte Kuchen servieren. Während der Saison verkehrt die Fähre an Wochenend- und Feiertagen zwischen 9 und 13 Uhr sowie zwischen 14 und 18 Uhr. Eine Familienkarte für Paare mit mehr als einem Kind unter zwölf Jahren ist für 2,50 Euro erhältich. Einzelkarten kosten 1 Euro für Erwachsene, Kinder zahlen 50 Cent. www.faehre-kronsnest.de-

7. Tipp: Arboretum Ellerhoop

Das Arboretum in Ellerhoop-Thiensen liegt zwischen Pinneberg und Barmstedt. Zirka siebeneinhalb der 17,5 Hektar sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf dem wunderschönen Parkgelände befinden sich Blumen und Bäume, die im Lauf des Jahres unterschiedliche Blütezeiten haben, sodass ein Besuch im Arboretum immer lohnt. Von April bis September ist das Arboretum täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet, in den anderen Monaten von 10 Uhr bis Sonnenuntergang. Der Einlass ins Arboretum endet eine Stunde vor Schließung der Anlage. Der Eintritt beträgt für Erwachsene sieben Euro (ermäßigt sechs Euro), Kinder zwischen acht und 16 Jahren zahlen 2 Euro Eintritt. Hunde dürfen angeleint mitgeführt werden. Vom 1. Dezember bis zum 15. Januar bleibt das Arboretum geschlossen. www.ellerhoop.de/html/arboretum.html

8. Tipp: Kreiskulturzentrum Landdrostei

Die Landdrostei, die von den Pinnebergern meistens nur "Drostei" genannt wird, ist seit 1991 das Kulturzentrum des Kreises Pinneberg. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde in den 1760er Jahren erbaut und gilt als eines der Hauptwerke des norddeutschen Rokkoko. Hinter dem Gebäude berfindet sich der Drosteipark, der sich bei gutem Wetter sehr gut zum Picknicken eignet. In der Drostei werden regelmäßig Ausstellungen gezeigt, dabei haben neben bekannten Künstlern auch Nachwuchskünslter aus der Region immer mal wieder die Chance, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Ausstellungen in der Drostei können in der Regel mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr besucht werden. www.drostei.de

9. Tipp: Rantzauer See in Barmstedt

Der Rantzauer See in Barmstedt bietet gemeinsam mit der Schossinsel im See, die über eine Brücke erreichbar ist, vielfältige Möglichkeiten, um sich vom Radfahren zu erholen: Zwei Cafés laden zum Verweilen bei einem phänomenalen Ausblick ein. Familien haben die Möglichkeit, sich zum Minigolfspiel herauszufordern. Kunst- und Kulturinteressierte kommen im Museum auf ihre Kosten. In der Wassermühle ist eine Töpferei untergebracht, in der auch Töpfereibedarf erworben werden kann. Für alle, die sich nicht nur neben dem Wasser aufhalten wollen, gibt es die Möglichkeit, Treetboote zu mieten oder das Hallen- oder Freibad zu besuchen. Für die Kleinsten befindet sich in unmittelbarer Nähe des Sees ein Spielplatz. www.rantzauersee.de

10. Tipp: Elmarschenhaus

Die Haseldorfer Marsch ist sicherlich eines der schönsten Gebiete im Kreis Pinneberg. Wer sich über die Marsch, ihre Entstehung sowie ihre Flora und Fauna informieren möchte, ist im Elbmarschenhaus richtig. Dort können die Besucher mittwochs bis sonntags von zehn bis 16 Uhr eine Ausstellung besuchen. Zudem befindet sich direkt am Elbmarschenhaus der "Garten alter Obstsorten", in dem diverse Apfel- und Birnenbäume wachsen. Besucher haben Zutritt zu diesem Garten und dürfen sich sogar Obst für den Eigenbedarf pflücken. Sicherlich ist der Obstgarten, in dem Schafe wohnen, jedoch auch im Frühjahr ein Highlight, wenn die Bäume in voller Blüte stehen. www.elbmarschenhaus.de

Deutschlands kleinste Fähre. Foto: shz.
Deutschlands kleinste Fähre. Foto: shz.

 

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