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Steigende Einbruchszahlen : SH rüstet auf: Gestiegenes Interesse an Alarmanlagen

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Die gestiegenen Einbruchszahlen verunsichern offenbar viele Bürger in SH: Der Verkauf von Sicherheitstechnik wie Alarmanlagen boomt. Am Donnerstag debattiert der Landtag über die Bekämpfung der Einbruchskriminalität.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2016 | 16:01 Uhr

Die Nachfrage von Alarmanlagen zur Abschreckung von Einbrechern ist in Schleswig-Holstein offenbar sprunghaft gestiegen. „Wir haben seit November geschätzt etwa 40 Prozent mehr Interessenten und die Nachfrage wächst weiter“, sagte Steffi Wulf von der Fachfirma Mebo Sicherheit am Mittwoch in Bad Segeberg der Deutschen Presse-Agentur.

Viele Einbrüche und eine geringe Aufklärungsquote: Viele Schleswig-Holsteiner fühlen sich nicht mehr sicher. Deswegen schaffen sie sich Sicherheitstechnik an.

Lutz Kleinfeldt, Landesgruppenvorsitzender des Verbandes der Sicherheitswirtschaft, sagte NDR 1 Welle Nord zum Interesse an Sicherheitstechnik: „Die Schleswig-Holsteiner geben deutlich mehr Geld dafür aus.“ Hintergrund dürften die gestiegene Einbruchskriminalität und die Medienberichterstattung darüber sein, sagte Jens Weerts von der Zentralstelle Polizeiliche Prävention des Landespolizeiamts in Kiel.

Insgesamt bearbeitete die Polizei im vergangenen Jahr 8600 Fälle nach rund 7500 Delikten im Jahr 2014. „Die Zahlen zeigen, dass einige wenige Zuwanderer vom Balkan maßgeblich für den Anstieg im Bereich der Wohnungseinbrüche verantwortlich sein dürften“, sagte Innenminister Stefan Studt (SPD) kürzlich bei der Veröffentlichung der Zahlen.

Der Landtag wird sich am Donnerstag mit der gestiegenen Einbruchskriminalität befassen. CDU und FDP fordern mehr Präsenz der Polizei in der Fläche und an Kriminalitätsschwerpunkten. Reaktionszeiten müssten kürzer und Täter schneller verurteilt werden, forderte FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. In Bayern mit 13 Millionen Einwohnern gebe es im Jahr etwa gleich viele Einbrüche wie in Schleswig-Holstein mit unter 3 Millionen Einwohnern. Dies liege an der größeren Polizeipräsenz in Bayern.

Die CDU fordert die Einrichtung einer Taskforce „Einbruchskriminalität“, die landesweit und ganzjährig diese Kriminalitätsform bekämpft, sowie mindestens fünf zusätzliche Stellen für neue Staatsanwälte.

Besonders groß soll laut NDR 1 Welle Nord die Nachfrage nach klassischen Alarmanlagen sein. Firmen in Kiel und Lübeck sprächen von einer Verdopplung bei den Anfragen und rechneten daher auch mit höheren Umsätzen. Dagegen hätten Sicherheitsfirmen in Flensburg angegeben, die Nachfrage sei genauso groß ist wie im Vorjahr.

„Immer wenn es Presse- oder Fernsehsendungen zum Thema Einbruchskriminalität gibt, bekommen wir mehr Nachfragen“, sagte Weerts. Genaue Zahlen konnte er nicht nennen. Jede Polizeidirektion in Schleswig-Holstein habe eine Präventionsstelle, die aber für vorbeugende Maßnahmen in verschiedenen Bereichen wie etwa auch Verkehr oder interkulturelle Kompetenz zuständig sei.

Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen, die Bürgern für ihr eigenes Zuhause ein konkretes Sicherheitskonzept vorschlagen und vor Ort beraten, gibt es seit Jahren nicht mehr in Schleswig-Holstein. Dafür hat die Polizei aber eine Liste mit geprüften Sicherheitsfirmen in ganz Schleswig-Holstein herausgegeben: Den „Errichternachweis für mechanische Sicherungseinrichtungen sowie Überfall- und Einbruchsmeldeanlagen“. Mit Informationsständen wie am vergangenen Samstag in Kiel oder diesen Samstag in Segeberg wollen Firmen in Kooperation mit der Polizei über Schutzmaßnahmen gegen Einbruchskriminalität aufklären

Neben Alarmanlagen werde auch vermehrt nach Video-Überwachungskameras für Eingangsbereiche oder den klassischen Haustürspion nachgefragt, sagte Wulf. „So viel Angst wie jetzt haben wir vorher noch nie bei den Kunden, die sich bei uns melden, gespürt.“

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