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Fotodienst von Facebook : SH auf Instagram: Heimatgefühle im Netz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Weltentdecker wollen nichts mehr von der Heimat wissen? Die Posts bei Instagram sprechen eine andere Sprache.

von
erstellt am 21.Apr.2017 | 17:15 Uhr

Kiel | „Hinter jedem Grashalm und unter jedem Stein kann man ein Abenteuer finden. Man muss sich nur trauen, es zu suchen“, zitiert Instagram-Nutzerin „herzens_momente“ aus dem Werk „Komm, wir fliegen zum Mond“. Dass die US-amerikanische Autorin Alison McGhee damit Mielsdorf im Kreis Segeberg im Sinn hatte, ist eher unwahrscheinlich. Doch das mit dem Spruch verzierte Foto eines olivgrünen Bullis mit Ausblick auf Knicks und Windräder suggeriert: Abenteuer erleben kann man auch in der Heimat – und die ist ziemlich cool.

 

Sich in sozialen Netzwerken zu inszenieren, gehört zum Handwerkszeug für jeden Jugendlichen und jungen Erwachsenen, könnte man meinen. Es geht darum, sich der digitalen Gemeinde möglichst hip, weitgereist und schön zu präsentieren. Doch eines kommt trotz aller Weltoffenheit wohl nie aus der Mode: das Zuhause.

Von Süd bis Nord feiern Lokalpatrioten oder Heimatbegeisterte auf Facebooks Fotodienst Instagram die Einzigartigkeit bayerischer Berge oder schleswig-holsteinischer Strände.

 

„Viele junge Nutzer zeigen ihre Lieblingsplätze aus der Heimat. Das stößt in der weltweiten Community auf großen Anklang“, sagt Mareike Bruns, Community Managerin bei Instagram gegenüber jetzt.de. „Sie zeigen, dass man nicht in die Ferne reisen muss, um schöne Landschaften zu entdecken.“ Dabei müssen sich Reisebegeisterung und Heimatliebe nicht ausschließen, erklärt Jan-Hinrik Schmidt, Soziologe am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg: „Viele erkennen den Wert ihrer Heimat gerade durch ihre vielen Reisen und neuen Bekanntschaften. Sie fangen an, ihre Wurzeln zu pflegen und teilen Impressionen ihrer Herkunft mit Freunden in der ganzen Welt.“ Die inzwischen unzähligen Posts lassen vermuten: Hier ist längst ein Trend entstanden.

Damit solche Fotos, teilweise aus der Provinz, auch in dem Netzwerk mit weltweit mehr als 500 Millionen Nutzern gefunden werden können, werden sie mit Schlagwörtern – sogenannten Hashtags – versehen. Unter #comeseesh zum Beispiel tummeln sich dann Bilder von Wetter und Strand oder Schafen und Reetdachhäusern.

 

Eingeführt wurde dieser Hashtag von der Tourismusagentur SH (Tash) und dem Land, die bereits im Jahr 2015 ankündigten, vermehrt auf das Internet und soziale Medien als Motor für den Tourismus setzen zu wollen und auch sonstige Akteure im Tourismus-Bereich wie Anbieter von Ferienwohnungen sollten aktiver werden.

Und auch die Heimatverbundenheit der Instagram-Gemeinde hilft, Werbung für den Norden zu machen. Denn der Einheimische wie auch der Smartphone-Tourist teilt seine Eindrücke vom Lieblingsort in Echtzeit per Foto, Video und Text – und veröffentlicht sie dann unter den offiziellen Hashtags von Tourismusagentur und Land wie #meinsh oder #derechtenorden, unter romantisch anmutenden Hashtags wie #nordseeliebe (wahlweise auch mit Ostsee-, Sylt- oder Hafen-), #heimatistwodasmeerist und #zwischendenmeeren oder markiert mit einem schlichten und knackigen #moin oder #ahoi.

 
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