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Nordsee : Seehundsterben: Forscher stehen vor Durchbruch

vom
Aus der Onlineredaktion

Warum wurden in Schleswig-Holstein 2014 schon 180 tote Seehunde gefunden? Die Frage könnte bald beantwortet werden.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2014 | 10:05 Uhr

Tönning | Experten rechnen damit, dass sie noch in dieser Woche die Ursache für das Seehundsterben an Schleswig-Holsteins Nordseeküste herausfinden können. Die Spezialisten der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersuchten noch in Büsum, ob Staupe- oder Influenzaviren eine Rolle spielen, sagte der Sprecher des Nationalparkamts, Hendrik Brunckhorst, am Donnerstag in Husum. Es bestehe die Hoffnung, dass am Freitag ein Ergebnis vorliege.

Influenzaviren waren für die dänische Ostseeinsel Anholt nachgewiesen worden, wo seit August rund 200 von insgesamt 1500 dort lebenden Seehunden tot entdeckt worden waren. Vor der Küste Schleswigs-Holsteins sind seit Anfang Oktober rund 180 tote Tiere entdeckt worden. Allein in der vergangenen Woche fanden die Seehundjäger auf Sylt bis zu 16 verendete Tiere – „auf Helgoland und Amrum waren es täglich jeweils fünf bis zehn Tiere“, sagte Hendrik Brunckhorst vom Nationalparkamt in Husum.

Einen Impfstoff für Seehunde gibt es nicht. „Selbst wenn es einen gäbe, würden wir ihn nicht den Tieren verabreichen, denn im Nationalpark Wattenmeer soll die Natur Natur sein“, sagte Brunckhorst. Ein völliges Verschwinden der Seehunde an der Nordseeküste sei keinesfalls zu befürchten, versicherte der Sprecher.

Er verwies auf das Massensterben bei zwei großen Ausbrüchen der Seehundstaupe 1988 und 2002, als 60 Prozent beziehungsweise 40 Prozent der Bestände verendeten. 1988 starben rund 18 000 Tiere, 2002 wurden rund 21.700 tote Tiere gezählt. Danach erholte sich die Population, weil überlebende Tiere Antikörper bilden.

Als Vorsichtsmaßnahme für Wattwanderer riet Brunckhorst, tote Tiere nicht zu berühren. Hunde sollten nur an der Leine geführt werden.

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