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Tag des Artenschutzes 2015 : Seeadler und Wasserlobelie: Diese Tiere und Pflanzen sind in SH bedroht

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Nicht erst nach der Zerstörung eines Seeadler-Horstes im Kreis Schleswig-Flensburg ist das Thema Artenschutz in aller Munde. shz.de wirft einen Blick auf bedrohte Tiere in Schleswig-Holstein.

Seit 1973 haben bedrohte Tiere und Pflanzen einen eigenen Tag: den Tag des Artenschutzes, der jedes Jahr am 3. März auf das Aussterben einiger Arten aufmerksam machen soll. shz.de stellt einige heimische bedrohte Arten vor.

Kleine Bartfledermaus

Im Winter leben die Tiere gern unterirdisch.
Im Winter leben die Tiere gern unterirdisch. Foto: imago/imagebroker

 

Die kleine Bartfledermaus macht ihrem Namen alle Ehre. Die Tiere werden nur 3,5 bis 5 Zentimeter lang. Damit gehört sie zu den kleinsten Fledermausarten in ganz Europa. Sie jagt gern an Bächen, Waldrändern und Hecken. Während sie im Sommer sich gern in Mauern und auf Dachböden einquartieren, überwintern die Tiere meist unter der Erde. In Schleswig-Holstein wurde 1993 zum ersten Mal ein Männchen gefangen. Seitdem sind im Land eine Wochenstube mit 24 Tieren und ein Tier, das auf einem Bunkergelände überwinterte, gefunden worden. Die Tiere stehen wegen ihrer Seltenheit auf der Roten Liste des Landes Schleswig-Holstein.

Trauerseeschwalbe

Vom Aussterben bedroht: die Trauerseeschwalbe.
Vom Aussterben bedroht: die Trauerseeschwalbe. Foto: hn

 

Die Trauerseeschwalbe sieht man nicht mehr so oft durch die Lüfte Schleswig-Holsteins fliegen. Vor 30 Jahren brüteten 800 Paare in SH. Heute sind es nur noch 18, die in Eiderstedt ihre Küken zur Welt bringen. Der Lebensraum der Vögel hat sich durch die Ackerwirtschaft verändert. Die Erde wird früher entwässert, dadurch finden die Schwalben keine Nahrung mehr.

Fischotter

Der Fischotter lebt sehr unauffällig, man sieht das nachtaktive Tier nur sehr selten. Foto: dpa
Der Fischotter lebt sehr unauffällig, man sieht das nachtaktive Tier nur sehr selten. Foto: dpa Foto: dpa

 

Seit den 1990er Jahren schwimmt der Fischotter wieder vermehrt durch schleswig-holsteinische Gewässer. Vor allem kommen die Tiere aus Dänemark und Mecklenburg zu uns. Allerdings gibt es nach wie vor zwei große Gefahren für die Tiere: Fischernetze und Verkehr. Seit 1993 gibt es 53 dokumentierte Fälle, in denen die Tiere überfahren wurden.

Schweinswal

 

Es gibt nur einen einzigen Wal in der Ostsee: den Schweinswal. Die bis zu 1,60 Meter langen Tiere sind sehr scheu, aber manchmal kann man sie in der Eckernförder Bucht oder der Kieler Förde sehen. Die Überfischung der Meere und vor allem Munitionssprengungen und Bauarbeiten von Offshore-Windparks gefährden die Meeressäuger. Die Tiere brauchen ihr Gehör zum Jagen, zur Orientierung und Kommunikation. Bei Unterwasserdetonationen kann das Gehör zerstört werden - und die Tiere sterben.

Haselmaus

Erwischt! Die Haselmaus führt ein nachtaktives und    scheues Leben.
Das Maskottchen der Hüttener Berge: die Haselmaus. Foto: Gerhard Augustin

 

Die kleine, flinke Haselmaus ist etwa so groß wie eine Hausmaus, allerdings ist ihr Fell gelblich. Ihr Schwanz macht die Hälfte ihrer Körperlänge aus. Zum Leben brauchen die Tiere Waldränder und Knicks. Und da liegt ein Problem, denn durch falsche Knickpflege wird ihr Lebensraum zerstört. In SH gilt sie als stark gefährdet. Einige Wiederansiedelungen verlaufen zwar erfolgreich, nehmen aber viel Zeit in Anspruch. Besonders wichtig ist die Haselmaus für die Hüttener Berge. Sie ist das Maskottchen des Gebietes. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es: Bislang konnte dort keine Haselmaus gefunden werden.

Seeadler

Seit 1947 gibt es wieder Seeadler in SH. Der Raubvogel war zeitweise fast ganz aus Schleswig-Holstein verschwunden. Das lag zum einen an der Verfolgung durch den Menschen. Zum anderen waren Pestizide die Ursache. Die Chemikalien weichten die Eierschalen auf, die dadurch leichter kaputt gingen. Lebten in den 1970er Jahren nur zwei bis drei Paare im Land, hat der König der Lüfte den Himmel über SH zurück erobert. Seit 1985 steigt der Bestand. Heute brüten 70 bis 80 Paare im Norden. Das scheint allerdings nicht jedem zu gefallen. Unbekannte fällten in Stangheck (Kreis Schleswig-Flensburg) eine Eiche mit einem schon lange bestehenden Horst.

Wasserlobelie

Die Wasserlobelie ist in ganz Deutschland bedroht.
Die Wasserlobelie ist in ganz Deutschland bedroht. Foto: imago/imagebroker
 

Die Wasserlobelie braucht nährstoffarme und stehende Gewässer, die es in SH nicht mehr so oft gibt. Nicht nur hier, sondern in ganz Deutschland kämpft die Lobelie ums Überleben. Die Pflanze wächst in SH zum Beispiel am Ihlsee in Bad Segeberg oder dem Bültsee. Jeder Gartenliebhaber kann der Pflanze beim Überleben helfen: Im heimischen Gartenteichen wächst die Lobelie mit etwas Pflege ziemlich gut.

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erstellt am 03.Mär.2015 | 11:49 Uhr

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