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Video vom Brandort : Schulzentrum in Heide gelöscht - Schule fällt aus

vom
Aus der Onlineredaktion

Bis in den Nachmittag brannte eine Turnhalle. Die mutmaßlichen Brandstifter sind gefasst. shz.de lässt in einem Video eine Augenzeugin zu Wort kommen.

Heide | Nach mehreren Großfeuern im Kreis Dithmarschen in den vergangenen Wochen ist in Heide an einem Schulzentrum ein Turnhallenkomplex in Brand geraten. Von gestern Abend bis heute Nachmitag stand die Sporthalle des Schulzentrums Heide-Ost in Flammen. Gegen 16 Uhr beendete die Feuerwehr die Nachlöscharbeiten. Noch während des Einsatzes nahm die Polizei zwei Tatverdächtige fest.

Die 17 und 18 Jahre alten Männer aus Heide seien schon seit längerem von einem zivilen Streifenkommando beobachtet worden, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Die Polizei vermutet, dass die Verdächtigen womöglich auch für die weiteren Großbrände in der Umgebung verantwortlich sind. Nur eine halbe Stunde vor dem Brand in der Schule war ein Feuer in einer Holzhütte eines Lauftreffs in Weddingstedt gemeldet worden. Derzeit befinden sich die Beschuldigten in polizeilichem Gewahrsam. Ob die Voraussetzungen eines Haftbefehls gegeben sind, wird die Staatsanwaltschaft Itzehoe prüfen.

Der Einsatz dauerte bis in den Nachmittag. Gegen 16 Uhr teilte die Feuerwehr Wöhrden mit, dass die Nachlöscharbeiten in Kürze abgeschlossen würden. Eine Brandsicherheitswache bleibe danach vor Ort. Der Gebäudekomplex besteht aus zwei Großsporthallen, die durch einen kleinen Zwischenbau miteinander verbunden sind. Die erste Halle ist bereits in der Nacht eingestürzt, die zweite konnte gehalten werden, ist aber massiv durch Löschwasser und Rauchgase in Mitleidenschaft gezogen.

Insgesamt kamen im Verlaufe des Einsatzes 204 Feuerwehrleute zum Einsatz. Auch das Technische Hilfswerk, Rettungsdienst, Polizei sowie das Deutsche Rote Kreuz waren im Einsatz. Drei verletzte Feuerwehrmänner mussten in ein Krankenhaus gebracht werden, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Einer von ihnen konnte die Klinik bereits wieder verlassen, sagte der Feuerwehrsprecher am Nachmittag. Die beiden anderen bleiben noch zur Beobachtung dort.

Bewohner, die aufgrund der starken Rauchentwicklung mitten in der Nacht ihre Häuser verlassen mussten, konnten mittlerweile zurückkehren. Kontrollmessungen ergaben, dass die Rauchgasentwicklung hat stark nachgelassen hat. In dem Sportzentrum verbaute Baustoffe, Holz und Kunststoffe sorgten für die rauchige Luft.

In der betroffenen Gemeinschaftsschule Heide-Ost fällt am Donnerstag und Freitag der Unterricht aus. Dennoch waren viele Schüler gekommen, um mit eigenen Augen zu sehen, was an ihrer Schule passiert war. „Es war kein Schüler hier, der nicht über Facebook, SMS oder Radio informiert war. Das hat gut geklappt“, erklärte der Schulleiter der Gemeinschaftsschule Günter Orgis am Morgen erschöpft. Er war die ganze Nacht auf den Beinen. Wie es nun weiter geht, weiß er nicht. Zunächst sei es sinnvoll, die Schüler in die Herbstferien zu schicken, erklärte er.

So sieht es auch der Schulleiter des Gymnasiums Gerhard Thomas. Wie sein Kollege war er vor Ort und auch für die Schüler ansprechbar auf dem Schulgelände. Eine Betreuung für Schüler sei sichergestellt, aber nicht von Nöten, denn: „Schulausfall geht immer rum. Da kann man sich drauf verlassen“, äußerte er. Beide Schulleiter werden in den Ferien umdenken müssen. Denn zunächst wird wohl kein Fußball in der an das Schulgebäude angrenzenden Turnhalle rollen und auch die Vereine können die Hallen auf nicht absehbare Zeit nicht mehr nutzen. Das müsse dann bis zu den Weihnachtsferien anders gehen, erklärte Günter Orgis. „Sportunterricht ist wichtig“, sagte er.

Ulf Stecher, Bürgermeister der Stadt  Heide machte sich am Donnerstagmorgen persönlich ein Bild von der Lage. Seitdem es in kurzer Abfolge immer wieder zu Großbränden kam, sorgen sich die Bürger, wenn sie die Feuerwehr mit Sirenenalarm durch die Stadt fahren hören. „Wir haben das erste Mal für die Stadt selbst einen großen Schaden. Die Turnhalle mit Verbindungsräumen und Umkleideräumen ist vollständig zerstört. Die zweite Halle konnte mit  Löschschäden gerettet werden“, beschreibt er die Lage. Den Schaden schätzt er auf einen Betrag im siebenstelligen Bereich. 

Ein besonderes Lob richtete Stecher an die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Deutschen Rotem Kreuz und THW. Was die Kameraden aus Stadt und Umland geleistet haben, sei unbeschreiblich. Die Koordinierung und Abstimmung vom Löschen bis zur Versorgung der Kameraden habe perfekt geklappt.

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erstellt am 09.Okt.2014 | 06:47 Uhr

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