Schluss mit Winterschlaf

Eine Fransenfledermaus (links) und eine Wasserfledermaus.  Foto: Noctalis
Eine Fransenfledermaus (links) und eine Wasserfledermaus. Foto: Noctalis

Der Nabu zählt die ein- und ausfliegenden Fledermäuse in den Höhlen des Kalkbergs

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01. April 2011, 09:15 Uhr

Bad Segeberg | Der Segeberger Kalkberg mit seinen zahlreichen Felsspalten und dem über 2000 Meter langen Höhlensystem ist Deutschlands wichtigstes Fledermausquartier und fällt aufgrund seiner europaweiten Bedeutung unter die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH). Seit 1991 zählt der Nabu mit einer Lichtschranke an beiden Hauptzugängen die ein- und ausfliegenden Tiere. Jetzt werden die Daten auch tagesaktuell ins Internet übertragen (http://Fledermausdaten.Nabu-sh.de).

Gegenwärtig machen sich die Tiere auf den Weg, die Höhle nach dem Winterschlaf zu verlassen. Die Grafik zeigt in Halbstunden-Intervallen die Summe der Aktivitäten an den beiden Haupteinflügen. Im Archiv können die Daten ab dem 19. Oktober abgerufen werden.

Seit der Entdeckung der Höhlen im Frühjahr 1913 ist bekannt, dass Fledermäuse das unterirdische Felslabyrinth als Quartier nutzen. In der Kalkberghöhle überwintern regelmäßig rund 22 000 Tiere von sieben Fledermausarten, wobei die Wasser- und die Fransenfledermäuse deutlich vor der Bechstein-, der Teich-, der Großen Bartfledermaus, dem Großen Mausohr und dem Braunen Langohr dominieren.

Nach dem Ausflug der letzten Wintergäste gegen Mitte Mai folgt bis Mitte Juli die "Schwärmphase" der Männchen. Eine Jungenaufzucht findet in der 9 Grad kalten Höhle nicht statt - die nackten Fledermausjungen würden kläglich an Unterkühlung sterben würden.

Besonders eindrucksvoll ist das spätsommerliche Schwarmverhalten. Ab der zweiten Augustwoche zeigen die Alttiere den Jungtieren zum ersten Mal ihren zukünftigen Überwinterungsplatz. Dieses Verhalten setzt sich je nach Fledermausart bis in den November fort. In Spitzennächten verzeichnen die Lichtschranken einige tausend Fledermausflüge. Im Herbst und im Winter dienen die Kalkberghöhlen außerdem noch als Balz- und Paarungsquartier.

Derzeit ist der Ausflug der Wintergäste zu beobachten. bis Mitte Mai haben auch die letzten Winterschläfer das Kalkberggelände verlassen, um in ihre Sommerlebensräume zu fliegen und ihre verbrauchten Energiedepots wieder aufzufüllen.

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