Schleswiger Domschule wird zur "Bühnenschule"

 Im 'Hippie-Café' wurden die  60er wieder lebendig: Kathrin Groskreutz, Marita Hofmann und Louise Schoppmeier (von links) halfen dabei.  Foto: Albrodt
Im "Hippie-Café" wurden die 60er wieder lebendig: Kathrin Groskreutz, Marita Hofmann und Louise Schoppmeier (von links) halfen dabei. Foto: Albrodt

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08. Juli 2010, 03:59 Uhr

SCHLESWIG | "Jeder Schüler sollte während seiner Schulzeit wenigstens dreimal an einer Bühnenproduktion mitgewirkt haben", wünscht sich Karlheinz Einsle, der die Theater-AG der Schleswiger Domschule leitet. Diesem Ziel ist er jetzt ein großes Stück näher gekommen. Unter dem Titel "Domschule - Bühnenschule" haben sich die Domschule und das Schleswig-Holsteinische Landestheater dazu bereiterklärt, künftig enger zusammenzuarbeiten. Durch eine "Schauspieler-Patenschaft", die das Landestheater in mehreren Spielstätten pflegt, hatte man bereits Erfahrung in der gemeinsamen Kooperation gesammelt: Der Schauspieler André Eckner hatte eine neunte Klasse zweimal im Unterricht besucht, die Jugendlichen hatten ihn im Gegenzug bei Proben begleitet und mit ihm hinter die Kulissen des Theaters geblickt.

Als Schulleiter Georg Reußner und Theaterpädagogin Ilona Januschewski gestern im Innenhof des Schulgeländes schließlich die Kooperationsverträge unterschrieben, applaudierte die Menge der versammelten Lehrer, Eltern und Schüler lautstark. Erklärte Ziele der Partnerschaft seien, den Schülern das Theater als "entscheidenden Ort kulturellen Lebens" näherzubringen, ihnen ein "realistisches Bild der Arbeitsbedingungen, Anforderungen und Impulse des Theaters" zu vermitteln und sie in ihrer "Selbst- und Sozialkompetenz" zu fördern, heißt es in dem Vertrag. Für das kommende Schuljahr sind bereits Theaterbesuche der Domschule geplant, zudem sollen alle sechsten Klassen in der Vorbereitung des Vorlesewettbewerbs eine professionelle Sprechschulung erhalten. Mehrere Lerngruppen werden die Inszenierung verschiedener Theaterstücke von der Entstehung bis zur Aufführung begleiten, dazu werden bis zu fünf Schüler der Domschule die Möglichkeit erhalten, ihr einwöchiges Berufspraktikum am Landestheater zu absolvieren.

Die Vertragsunterzeichnung wurde durch einen großen Aktionstag begleitet. So gut wie alle Schüler waren an dessen Gelingen beteiligt, einige Klassen präsentierten einstudierte Theaterstücke, der 13. Jahrgang demonstrierte im Chemieraum Show-Experimente. Mehrere Räume waren in Cafés umgewandelt worden, in den Gängen wurde Popcorn und Zuckerwatte verkauft. Der erzielte Gewinn kam dem Schuletat zugute. Vor der aufgebauten Bühne im Innenhof wurde unterdessen ein neu angeschaffter Renn-Vierer der Ruderriege getauft. Danach folgten mehrere Aufführungen, etwa die Tanzdarbietung oder die Modenschau einer fünften und einer sechsten Klasse. Im Kunst- und im Musikraum wurden die Kurzfilme von Teilnehmern des schulinternen Filmwettbewerbs gezeigt, die teilweise in den Klassen, teilweise aber auch privat entstanden waren. Die besten unter ihnen wurden am späten Nachmittag schließlich mit den "Domschuloscars" ausgezeichnet.

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