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Schleswig-Holstein

12. Dezember 2017 | 21:15 Uhr

Geologie : Schleswig-Holsteins Erdschätze

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum bundesweiten "Tag des Geotops" lässt sich auch in Schleswig-Holstein die Erdgeschichte erkunden. Unser Autor Tobias Fligge stellt fünf Exkursionen vor.

von
erstellt am 15.Sep.2013 | 15:16 Uhr

An manchen Orten Schleswig-Holsteins treten sie offen zu Tage – Wegmarken der Erdgeschichte wie Felsen, Mineralien und Findlinge. Einmal pro Jahr werden solche Orte in ganz Deutschland zum „Tag des Geotops“ in den Mittelpunkt gestellt. Der Norden ist reich an Arealen, anhand derer sich die Entwicklung und der Aufbau des Erdbodens besonders gut erkennen lässt. Schleswig-Holstein am Sonntag zeigt, wo Sie heute die Erdgeschichte erkunden können.

Wanderungen durch die Stauchmoräne Morsum Kliff (Sylt):

Wer weiß schon, wie es vor 120 000 Jahren am östlichsten Zipfel der Insel Sylt aussah? Die beiden Ortskenner Dr. Roland Klickenhoff und Eberhard Rohde von der Naturschutzgemeinschaft Sylt waren zwar nicht dabei, als dort Gletscher Erdformationen übereinanderschoben und damit das heute so markante Morsumer Kliff formten. Aber sie lesen die Steilküste wie ein erdgeschichtliches Dokument. Bei ihrer Wanderung erklären sie die einzelnen Schichten der Steilküste vom Eis- bis zum Braunkohlezeitalter. Die Wanderung beginnt um 11 Uhr und dauert zwei Stunden. Treffpunkt: Parkplatz vor dem „Landhaus am Kliff Morsum“.

Wanderung am Roten Kliff (Sylt):

Der wohl bekannteste Abschnitt der Sylter Steilküste ist das Rote Kliff. Wer sich hier zur richtigen Zeit aufhält kann die Magie der Natur mit eigenen Augen sehen. Der Geschiebelehm beginnt im Licht der untergehenden Sonne rostrot zu leuchten. Zwar beginnt der Geologe Dr. Ekkehard Klatt seine Wanderung am Vormittag, doch wer sich für die markante Steilkante interessiert, sollte sich die Exkursion zwischen Kampen und Wenningstedt trotzdem nicht entgehen lassen. Die Wanderung beginnt um 11 Uhr und dauert zwei Stunden. Die Veranstalter bitten um eine Spende für den Naturschutz. Treffpunkt: Strandübergang Berthin-Bleeg-Straße in Wenningstedt auf Sylt.

Wanderung zum Segeberger „Kalkberg“:

Der Kalkberg in Bad Segeberg ist mehr als „nur“ die Kullisse der Karl-May-Festspiele. Er ist eine der wenigen Erhöhungen, die das flache Schleswig-Holstein zu bieten hat. Beim Tag der Geotope können Besucher die Höhlensysteme erkunden und Fledermäuse bestaunen. Geologen führen durch die Geschichte von Salz und Gipsabbau. Die Exkursion beginnt um 14 Uhr und dauert zwei Stunden. Pro Person kostet die Wanderung zehn Euro. Die Veranstalter bitten um eine telefonische Anmeldung unter 04551-8082 0. Treffpunkt: Fledermaus-Zentrum „Noctalis“ in der Oberbergstraße beim „Geologischen Fenster“ am David-Kropff-Weg.

Schnupper-Exkursion ins Kieswerk Tensfeld:

Wer genau hinsieht, erkennt sie: die individuelle Geschichte eines Steins. Für einen Mineralogen ist ein Kieswerk vielleicht wie ein Märchenbuch. Laien können im Kieswerk Fischer in Tensfeld heute in diese Welt eintauchen. Die Mineralogin Nicole Janzen und die Geologin Franziska Burmeister nehmen die Teilnehmer mit in die Welt der Steine. Regen ist übrigens kein Grund, die Exkursion abzusagen – im Gegenteil: Sind die Steine nass, sieht man schon von Weitem die Besonderheiten leuchten, nach denen Ausschau gehalten wird. Wer hat, bringt Hammer, Schutzbrille und Lupe selbst mit. Vorkenntnisse sind für diese Schnupperexkursion nicht erforderlich. Die Wanderung beginnt um 14 Uhr und dauert 90 Minuten. Die Teilnehmer treffen sich vor dem Kieswerk Fischer, Kiesstraße in Tensfeld. Die Führung kostet fünf Euro pro Person und zehn Euro pro Familie.

Führung durch die Kalkgrube Lieth:

Auch in Elmshorn lässt sich eine spannende Zeitreise unternehmen. Die Kalkgrube Lieth gilt in Schleswig-Holstein als besonders faszinierend, da hier bis zu 250 Millionen Jahre altes Gestein an der Erdoberfläche zu Tage tritt. Ein Findlingsgarten zeigt die wichtigsten Gesteine Skandinaviens. Gemeinsam mit der Kulturgemeinschaft Tornesch können Besucher mehr über diesen Ort erfahren, an dem im 19. Jahrhundert die tiefste Bohrung der Welt stand. Die Führung beginnt um 10.30 Uhr und endet um 14 Uhr. Die Gruppe trifft sich auf dem Parkplatz der Liether Kalkgrube.


Weitere Informationen im Netz unter

www.tag-des-geotops.de




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