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Amnestie für Waffen : Schleswig-Holsteiner geben 363 Waffen und 22.000 Schuss Munition ab

vom

Bis Juli 2018 können illegale Waffen straffrei abgegeben werden. Behörden nehmen Pistolen, Messer und Taser entgegen.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2017 | 17:10 Uhr

Kiel | Die bundesweite Amnestie für Waffen hat in Schleswig-Holstein bereits nach wenigen Wochen zu einem beachtlichen Ergebnis geführt: Landesweit sind bisher 363 Waffen und knapp 22.000 Schuss Munition bei den Waffenbehörden der Kreise oder der Polizei abgegeben worden.

Die befristete Amnestie ist am 1. Juli in Kraft getreten und endet im Juli 2018. Sie umfasst neben illegalen Waffen erstmals auch das Angebot, illegale Munition straffrei abzuliefern – was stark genutzt wurde.

Von den 363 abgegebenen Waffen haben die Behörden letztlich 57 als illegal eingestuft. Wenn jemand zum Beispiel ohne Waffenbesitzkarte ein Jagdgewehr erbt, dann handelt es sich um einen unerlaubten und damit illegalen Waffenbesitz. In seinen Händen ist die Waffe illegal.

Die Amnestie greift aber auch bei grundsätzlich verbotenen Waffen. Dazu zählen vollautomatische Schusswaffen (sofern es keine Kriegswaffen sind), Pumpguns, Elektroimpulsgeräte (Taser), Stahlruten, Totschläger oder Schlagringe, Wurfsterne, Faustmesser und Präzisionsschleudern. Kriegswaffen wie Panzerfäuste, Raketenwerfer oder Handgranaten sind von der Amnestie ausgenommen.

Die Zahlen im Überblick:

 

„Wir werten das Ergebnis zum derzeitigen Stand als sehr positiv“, sagt Dirk Hundertmark, Sprecher im Innenministerium. Eine abschließende Bewertung sei aber erst nach Ablauf der Frist und Auswertung aller Zahlen möglich. Zuletzt hatte es 2009 nach dem Amoklauf von Winnenden eine Amnestie gegeben. In Schleswig-Holstein waren damals mehr als 3000 Schuss-, Hieb- und Stoßwaffen abgegeben worden.

Spitzenreiter in der aktuellen Statistik ist der Kreis Herzogtum-Lauenburg. Dort wurden 18.000 Schuss Munition (vorwiegend Kleinkaliber und Schrot) sowie 110 Waffen abgegeben. Kreissprecher Tobias Frohnert: „Wir haben zeitgleich mit der Amnestie 400 registrierte Waffenbesitzer angeschrieben und ihnen Aufbewahrungskontrollen angekündigt. Da sich die Anforderungen an Waffenschränke erhöht haben, vermuten wir, dass viele Leute sich diese Kosten sparen wollen, Waffen und Munition lieber abgegeben haben.“ Die größte Kiste brachten die Erben eines verstorbenen Schützen zur Waffenbehörde. Sie lieferten 3500 Schuss Kleinkalibermunition ab.

Was passiert mit den Waffen und der Munition? Im Landeskriminalamt (LKA) wird zunächst überprüft, ob sie zu Straftaten passen, also Fahndungsrelevanz haben. Danach werden sie vernichtet. Laut Nationalem Waffenregister gibt es in Schleswig-Holstein mit Stand vom 31. August dieses Jahres 37.900 Waffenbesitzer, denen 191.000 erlaubnispflichtige Schusswaffen zugeordnet werden.

 

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