Bundesamt für Migration und Flüchtlinge : Schleswig-Holstein genehmigt besonders viele Asylanträge

Die Schutzquoten in Rendsburg weichen um mehr als zehn Prozentpunkte von den Referenzwerten ab.
Die Schutzquoten in Rendsburg weichen um mehr als zehn Prozentpunkte von den Referenzwerten ab.

Von Januar bis April bekamen in SH 37,7 Prozent der Hilfesuchenden Asyl oder einen anderen Schutzstatus.

shz.de von
25. Mai 2018, 14:05 Uhr

Kiel/Nürnberg | In der Rendsburger Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) haben in der Vergangenheit besonders viele Flüchtlinge positive Asylbescheide erhalten. „In Rendsburg liegt die für das Jahr 2017 berechnete Schutzquote über der sogenannten Referenzschutzquote“, sagte eine Bamf-Sprecherin am Freitag. Die Außenstelle gehört zu zehn Standorten, deren Schutzquoten um mehr als zehn Prozentpunkte von den Referenzwerten abweichen und die nun überprüft werden.

Nach Angaben des Bundesamts ist die Anerkennungsquote in Schleswig-Holstein insgesamt höher als im Bundesdurchschnitt. Von Januar bis April bekamen hier 37,7 Prozent der Hilfesuchenden Asyl oder einen anderen Schutzstatus, bundesweit waren es 32,5 Prozent. 2017 lag die Quote im Norden bei 52,5 Prozent während sie bundesweit 43,4 Prozent betrug.

Nach dem Skandal in Bremen, wo Bamf-Mitarbeiter nach Angaben der ermittelnden Staatsanwaltschaft zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen ohne ausreichende Grundlage Asyl gewährt haben sollen, überprüft die Behörde Außenstellen. Insgesamt werden zehn Standorte genauer untersucht. Darunter ist auch die Bamf-Außenstelle in Rendsburg.

„Diese Überprüfung bedeutet nicht automatisch, dass es in diesen Standorten zu Unregelmäßigkeiten bei der Bearbeitung von Asylverfahren gekommen ist“, sagte die Bamf-Sprecherin. Die Schutzquoten seien abhängig vom der Volksgruppenzugehörigkeit des Antragstellers und seiner Religion.

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