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Ostern 2016 : Schleswig-Holstein: Das Land der Hasen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gute Nachricht zu Ostern: Den Feldhasen in Deutschland geht es gut. Besonders im Norden fühlt sich der Osterhase wohl – die Besiedlungsdichte liegt hier über dem Bundesdurchschnitt.

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2016 | 16:07 Uhr

Berlin/Kiel/Flintbek | Ein nasskaltes Frühjahr ist für Junghasen gefährlich. Allein und ungeschützt im Gras kauernd warten sie auf ihre Mütter, die nur kurz zum Säugen vorbeikommen. Feldhasen haben keinen Bau: So sind die kleinen Märzhasen der Witterung schutzlos ausgeliefert. Auch später bleibt das Leben der schnellen Sprinter hochriskant. Fressfeinde wie der Fuchs trachten ihnen nach dem Leben, sie werden Beute der Jäger oder enden unter Autoreifen. Die größte Bedrohung ist in Zeiten intensivierter Landwirtschaft aber der Mangel an passender Nahrung – Hasen sind wählerisch. Doch trotz aller Gefahren: Kurz vor Ostern legen die Jäger neue Zahlen vor, und die stimmen optimistisch.

„Der Bestand ist stabil“, sagt Torsten Reinwald, Sprecher des Deutschen Jagdverbandes (DJV) in Berlin. „Im Durchschnitt leben elf Hasen pro Quadratkilometer auf Deutschlands Feldern und Wiesen.“ Das belegten die neuesten Zahlen aus bundesweit 450 Referenzgebieten. „In Deutschland leben derzeit rund 3 bis 3,5 Millionen Feldhasen“, so Reinwald unter Berufung auf Hochrechnungen. „Auf 25 Bundesbürger käme danach ein Osterhase.“ Trotz leichter Schwankungen der Bestände hätten sich die Hasen seit Beginn der Zählungen im Jahr 2002 – jeweils im Frühjahr und Herbst – behauptet.

Die gute Nachricht: Im Norden geht es dem Feldhasen besonders gut. Für das Jahr 2015 kommt das Wildtierkataster Schleswig-Holstein, ein Projekt der Uni Kiel und des Landesjagdverbands, im Durchschnitt für das gesamte nördlichste Bundesland auf 16,9 Hasen pro Quadratkilometer (km²). Damit liegt Schleswig-Holstein deutlich über dem bundesweiten Herbst-Durchschnitt mit einer Besiedlungsdichte von zwölf Hasen pro km² in den „Offenlandflächen“.

Insgesamt könne im Vergleich zu den Vorjahren sogar „von einer ganz leichten Erholung des Hasenbestandes“ gesprochen werden, führen die Diplom-Geographen Heiko Schmüser und Christin Nowok vom Wildtierkataster aus. Dieser positive Trend sei allerdings am deutlichsten in der Geest zu beobachten. Hier zeige sich mit 14,88 Hasen/km² ein genereller Aufwärtstrend seit 2012. Auch im östlichen Hügelland sei der Trend mit 16,56 Hasen/km² leicht positiv. In der Marsch hingegen sei der Trend – trotz hohem Niveau mit 22,27 Hasen/km² – rückläufig. Ob letzteres nur eine langjährige – vielleicht sogar klimatische bedingte – Schwankung darstellt oder auf Strukturveränderungen in der Landwirtschaft zurückzuführen ist, müssten weitere Beobachtungen zeigen.

Wie sieht die Zukunft des Hasen im Norden aus? Trotz einer wellenförmigen Abwärtsbewegung bei den Jagdstrecken seit den 60er Jahren müsse man sich keine Sorgen machen, antwortet Andreas Schober, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes. Denn: „Beim Hasen kann man aus den Strecken nicht auf den Bestand schließen.“  

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