Sand für die Fördestrände

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25. März 2010, 07:14 Uhr

glücksburg/flensburg | Bitte spülen! So lautet ab 8. April das Motto an den Stränden von Sandwig (Glücksburg) und Solitüde (Flensburg). Pünktlich zum Start in die Badesaison wollen die beiden Städte ihre Vorzeigestrände für Urlauber und Gäste aus der Region mit einer gemeinsamen Aufspül-Aktion herausputzen. Die Kosten für die Schönheitskur werden durch diese Kooperation um rund 20 Prozent reduziert.

Insgesamt 20 000 Kubikmeter Sand (12 000 für Solitüde und 8000 für Sandwig) werden dafür von zwei Spülschiffen vom dänischen Meeresgrund vor der Insel Ærø aufgesaugt, an die deutsche Fördeküste transportiert und dort auf die Strände gespült. Die Kosten für das gesamte Projekt betragen gut 400 000 Euro. Fördermittel gibt es - im Gegensatz zu den Aufspülungen an der Westküste - nicht, da die geplante Aufpolsterung nicht dem Küstenschutz, sondern "nur" der Optik dient.

"Wir wollen durch diese Investition gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten ein Zeichen setzen - und die Bedeutung des Tourismus für die Förderegion unterstreichen", sagte Flensburgs Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner bei der gestrigen Ortsbegehung am Glücksburger Kurstrand.

Dort wurde zuletzt im Jahr 2002 kräftig aufgespült. Das Polster von damals sollte eigentlich länger als acht Jahre halten. Doch in den vergangenen Jahren nagten viele ungewöhnlich starke Stürme am Strand. Die gefährlichste Windrichtung für die Sandwigbucht ist Nordwest. Denn diese Stürme treiben das Wasser aus der Förde. Lässt der Wind nach, schwappt es mit voller Wucht auf den Strand zurück.

"2002 haben wir zudem das falsche Material gewählt", sagt Glücksburgs Stadtrat John Witt. Und zwar eine ziemlich feine Körnung, die der Wind großzügig im Kurzentrum verteilt hat. "Wann in Solitüde zuletzt aufgespült wurde, können wir gar nicht genau sagen. Es muss mindestens 20 Jahre her sein", sagt Gunther Leiser, Leiter des Technischen Betriebszentrums in Flensburg.

Die Vorbereitungen zur Aufspülung beginnen am 6. April mit der Verlegung der Spülrohre aus Kunststoff. "Bis zum 23. April wird dann rund um die Uhr gearbeitet", sagt der verantwortliche Wasserbauer Peter Knabe. Die Lärmbelästigung wird sich dennoch in Grenzen halten. Denn nur alle fünf Stunden kommt ein Schiff. Die Entladung von jeweils 400 Kubikmetern Sand wird etwa 45 Minuten dauern. Länger laut sind aber die Bagger und Raupen, die das aufgespülte Material am Strand verteilen. Doch diese werden nachts und an den Sonntagen nicht fahren. Geplant ist, in Glücksburg zu beginnen.

Bis zur Mitte der Seebrücke soll der Glücksburger Strand nach der Aufpolsterung reichen. In Solitüde wird ein 400 Meter langer Streifen auf eine Breite von 35 bis 40 Metern modelliert. In Solitüde soll es bald auch Verbesserungen mit Blick auf die Infrastruktur, Sauberkeit und Sicherheit geben. "Beschlossen ist aber noch nichts", sagt Klaus Tscheuschner. Eine Privatisierung wie an den Glücksburger Stränden sei laut OB ein positives Beispiel.

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