Arbeitslosenzahlen Juli 2015 : Saisonbedingt mehr Arbeitslose in SH und HH

Im Norden sind wieder mehr Menschen ohne Job. Wichtig ist aber: Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es auch im Juli einen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

shz.de von
30. Juli 2015, 11:24 Uhr

Im Sommermonat Juli hat die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein wie in dieser Jahreszeit üblich zugenommen.

Insgesamt waren nach Angaben der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur 96.500 Menschen ohne festen Job. Das waren zwar 3300 oder 3,5 Prozent mehr als noch im Juni, aber auch 4100 (4,0 Prozent) weniger als noch vor einem Jahr. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 6,4 Prozent, nach 6,7 Prozent im Juli vergangenen Jahres.

Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit sei im Juli jahreszeitlich typisch, sagte Agenturchefin Margit Haupt-Koopmann. „Hierfür gibt es mehrere Gründe: Einerseits steigt die Zahl der Arbeitslosen durch quartalsbedingte Kündigungen, andererseits werden in vielen Branchen Einstellungen bis nach den Sommerferien aufgeschoben.“

Entscheidend sei jedoch der deutliche Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit, sagte Haupt-Koopmann. „Das hängt einfach mit dem Ausbildungsende zusammen.“ Aber auch hier gebe es eine positive Entwicklung. „Es wurden mehr junge Menschen übernommen als noch im vergangenen Jahr.“ Der überproportionale Anstieg in der Gruppe unter 25 Jahren um 2100 oder 22,4 Prozent zum Juni sei kein Grund zur Besorgnis. „Der größte Teil dieser Jugendlichen wird bis zum Herbst eine neue Stelle gefunden haben.“

Auch Schleswig-Holsteins Arbeits-Staatssekretär Frank Nägele betonte, „für die kommenden Monate bin ich sehr optimistisch“. Viele junge Menschen, die sich nach dem Ende ihrer Ausbildung arbeitslos gemeldet hätten, würden in Kürze Arbeit finden. „Hierfür spricht auch die gegenüber dem Vorjahr weiter gestiegene Arbeitskräftenachfrage in Schleswig-Holstein.“ Unter den Kreisen hatte im Juli Stormarn mit 3,8 Prozent die niedrigste und Dithmarschen mit 7,0 Prozent die höchste Quote. Unter den kreisfreien Städten gab es in Kiel mit 9,8 Prozent den geringsten Wert, in Neumünster mit 10,3 Prozent den höchsten.

Behördenschefin Haupt-Koopmann schätzt den Arbeitsmarkt im Norden weiter stabil ein. Neben dem Rückgang der Zahl der Arbeitslosen gibt es weiterhin mehr sozialversicherungspflichtige Jobs. Mit Stand Mai entstanden im nördlichsten Bundesland im Vorjahresvergleich 14.400 zusätzliche Stellen.„Optimistisch stimmt mich darüber hinaus, dass die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Januar bis Juli) klar rückläufig ist“, sagte sie. Insgesamt meldeten sich 2600 oder 5,1 Prozent weniger Frauen und Männer arbeitslos. „Angesichts der guten konjunkturellen Lage und des sich verschärfenden Wettbewerbs um Fachkräfte halten die Betrieb ihr Personal.“

Auch in Hamburg hat die Zahl der Arbeitslosen im Sommermonat Juli deutlich zugenommen. Insgesamt waren 74.543 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 2576 oder 3,6 Prozent mehr als im Monat zuvor, teilte die Agentur für Arbeit am Donnerstag in Hamburg mit.

Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit um 0,3 Punkte auf 7,6 Prozent. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres bedeuten die Juli-Zahlen allerdings einen Rückgang um 782 oder 1,0 Prozent. Auch die Arbeitslosenquote liegt um 0,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahr.

Die Agentur führte den Anstieg auf die Urlaubs- und Ferienzeit zurück. „Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit ist die Gruppe der jungen Erwachsenen überdurchschnittlich betroffen“, sagte der Chef der Arbeitsagentur, Sönke Fock. Viele aus dieser Altersgruppe hätten ihre Berufsausbildung zwar erfolgreich beendet, aber noch keine Anschlussbeschäftigung gefunden. Das sei aber nur eine Frage der Zeit. „Hier trifft die Hamburger Wirtschaft auf gut ausgebildete und gesuchte Fachkräfte, die jederzeit einen Job antreten können“, sagte Fock.

Die gute Verfassung des Hamburger Arbeitsmarktes zeige sich auch in der stetig steigenden Beschäftigung. Im Mai waren 907.000 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das waren 15.200 oder 1,7 Prozent mehr als im Monat zuvor. In den Bereichen Gastgewerbe, wirtschaftliche und technische Dienstleistungen, Gesundheitswesen, Handel und Information/Kommunikation seien binnen eines Jahres 10.800 neue Arbeitsplätze gestiegen. Die Zahl der freien Arbeitsplätze habe mit 15.470 einen Jahreshöchstwert erreicht und die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften erstrecke sich über alle Wirtschaftsbereiche.

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