Sommerreise durch den Norden : Rückendeckung für die Landespolizei: Daniel Günther sagt weitere Unterstützung zu

Ministerpräsident Daniel Günther bekommt vom Polizeibeamten Martin Hartwig eine Schutzweste angelegt.

Ministerpräsident Daniel Günther bekommt vom Polizeibeamten Martin Hartwig eine Schutzweste angelegt.

Bis zum 16. August besucht Günther auf seiner Sommerreise schleswig-holsteinische Einrichtungen.

shz.de von
13. August 2018, 15:36 Uhr

Eutin | Beim seinem ersten Besuch als Ministerpräsident bei der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung in Eutin (Kreis Ostholstein) hat Daniel Günther (CDU) der Polizei weitere Unterstützung der Landesregierung zugesagt. „Die Menschen, die für unsere Sicherheit sorgen, sind mir wichtig“, sagte Günther am Montag zum Auftakt seiner viertägigen Sommtour durch den Norden. Vergangene Woche hat er in Jordanien Soldaten eines Aufklärungsgeschwaders aus Schleswig-Holstein besucht. Jetzt habe er den Beamten „die Aufwartung“ machen wollen.

Um die geplanten zusätzlichen Stellen bei der Polizei besetzen zu können, brauche man entsprechend Ausbildungskapazitäten, betonte der Politiker. Die Polizeischule, die ein neues Trainingszentrum bekommen hat, werde weiter modernisiert und ausgebaut. Und die Beamten bekämen eine bessere Ausrüstung. Bis 2019 soll die Polizei flächendeckend Tablets und Smartphones erhalten. Zudem würden die Arbeitsbedingungen und die Arbeitszeiten attraktiver gestaltet.

„Wir wollen viele neue Polizisten dazuholen, die sollen top ausgebildet werden“, sagte Günther. Er habe einen sehr positiven Eindruck gewonnen – „von der Stimmung, aber auch den Gegebenheiten, die wir bieten“. Bei den technischen Standards der Polizei übernehme Schleswig-Holstein eine Vorbildfunktion. Die digitale Spurensicherung könne sehr dabei helfen, Alltagskriminalität zu bekämpfen. Die Polizei müsse auch entsprechend ausgerüstet werden, um den Kampf gegen Cyberkriminalität zu bestehen.

Anschließender Besuch auf dem Bauernhof

Am Nachmittag wollte Günther einen Bauernhof in Holtsee bei Eckernförde besuchen, um sich über die Schäden durch die lange Trockenheit zu informieren. Christoph Hannemann, der den Familienbetrieb in dritter Generation seit 20 Jahren führt, sagte, dass die Schäden an der Ostküste mit den lehmigen Böden nicht ganz so verheerend seien wie auf der Geest. Bei ihm sei der Ertrag bei Getreide um 23 Prozent geringer, bei Raps um 18 Prozent und bei den Bohnen etwa 40 bis 45 Prozent. Allerdings seien die Preise um etwa 20 bis 25 Prozent gestiegen, was die Verluste ausgleiche.

Weiterlesen: Dürreschäden in der Landwirtschaft – es geht um Milliarden

Das Hauptproblem seien die Ausfälle beim Futteranbau – Mais und Gras  – für seine 450 Milchkühe und weitere 450 Jungtiere. Er hoffe auf Regen, um wenigstens noch einen dritten Schnitt hinzubekommen – vier Gras-Schnitte seien sonst üblich.

Seine Kernforderung an den Ministerpräsidenten sei, gute Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft zu schaffen. So sollten die Landwirte steuerfreie Rücklagen bilden und mit weniger Auflagen als bisher Lagerstätten für Futter bauen können. In der aktuellen Dürrekrise seien Bürgschaften oder Überbrückungsdarlehen sinnvoll.

Bis Donnerstag besucht Günther unter anderem auch ein Kompetenzzentrum für Demenz in Norderstedt, innovative Unternehmen in Nordfriesland und das Nationalpark-Haus der Schutzstation Wattenmeer in St. Peter-Ording.

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