Tönning : Rottweiler fallen zwei Menschen an und werden erschossen

Unter anderem zwei Rottweiler gingen auf das Mädchen los.
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Ein 15- und ein 26-Jähriger wurden durch Hundebisse von zwei Rottweilern verletzt. (Symbolfoto)

Die Polizei versuchte zunächst, die Tiere einzufangen. Als dies nicht gelang, schossen die Beamten.

shz.de von
17. Januar 2018, 18:42 Uhr

Tönning | Tönning Tragisch endete ein Zwischenfall mit zwei Rottweilern am Dienstagabend  in Tönning.  Zwei Menschen waren von ihnen  gebissen und leicht verletzt worden, wie die Polizei mitteilt.  Die Tiere waren außer Kontrolle geraten und mussten schließlich erschossen werden.    Gegen 20.15 Uhr war ein 15-jähriger Junge in der Friedrichstädter Chaussee in Höhe der Rettungswache von den Hunden angefallen und gebissen worden.  Nach Angaben der Polizei  waren sie ihm von seinem Vater zur Aufsicht überlassen worden. Ein vorbeifahrender Radfahrer wurde ebenfalls attackiert. Der 26 Jahre alte Mann und der 15-jährige Junge wurden  leicht verletzt und zur Wundversorgung in ein Krankenhaus eingeliefert.

Als die Polizei am Ort des Geschehens eintraf,  standen die Rottweiler  hinter einer Leitplanke auf einem Grünstreifen. Einer der Hunde hatte sich offenbar mit seiner Leine im Gestrüpp verfangen. Der 52-jährige Hundehalter erschien vor Ort, war jedoch nicht imstande, sich um die Tiere zu kümmern oder diese einzufangen, wie es weiter heißt. Er rief selbst einen Jäger an, der die Tiere erschießen sollte. Bemühungen der Polizei,  einen Tierarzt für eine mögliche Betäubung der Vierbeiner  hinzuzuziehen oder die Hunde einzufangen,  scheiterten. Als sich der im Gestrüpp verfangene Hund losreißen konnte und beide Rottweiler Richtung Ortskern liefen, blieb den Beamten jedoch keine andere Möglichkeit mehr,  und sie mussten auf die Tiere schießen. Einer der Hunde wurde tödlich getroffen, das andere verletzt und im Anschluss durch den Jäger erlöst. Gegen den Hundehalter wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Zu  dem Anlass und dem Ablauf  des tragischen Vorfalls selbst  wollte der Mann gestern auf Anfrage unserer Zeitung nichts sagen, da das ganze für ihn möglicherweise noch ein rechtliches Nachspiel haben könnte.  Nur so viel: Er könne sich das Verhalten der Hunde nicht erklären, vermutlich seien sie durchgedreht. „Der zweieinhalbjährige Rüde und die fünfjährige Hündin  sind von klein auf bei uns gewesen. Mein Sohn hat sich immer um sie gekümmert. Er war ihre Bezugsperson“, schildert er. Nach seinen Angaben wurden sie in einem sicher eingezäunten, 2000 Quadratmeter großen Areal  auf dem Grundstück gehalten.  „Sie waren unsere Wachhunde, weil wir ziemlich abgelegen wohnen.“ Allerdings seien sie nicht scharf abgerichtet worden, betont er. „Für uns war es ein absolut schrecklicher Abend.“ Ihm sei es  nicht leichtgefallen, die Hunde erschießen zu lassen, doch wenn ein Hund einmal beiße, tue er es immer wieder, ist er sich sicher.  Er habe sich allerdings sehr gewundert, dass die Polizei so lange gezögert habe und erst noch einen Tierarzt holen wollte. Schließlich hätten die Tiere ja auf die B5 laufen und dort einen Verkehrsunfall verursachen  oder weitere Passanten anfallen und verletzten können.  Außerdem erklärte der Hundehalter, dass die zweite leichtverletzte  Person ein Autofahrer gewesen sei und kein Radfahrer. Dieser habe angehalten, weil er helfen wollte.  Ferner hielt ein zweiter Autofahrer, in dessen Wagen sich der 15-Jährige in Sicherheit bringen konnte. Dieser wird gebeten, sich bei der Polizei  in Tönning unter Telefon 04861/6170660 zu melden.

Nein, die beiden Hunde seien noch nie auffällig und deswegen beim Ordnungsamt gemeldet worden, erklärte Matthias Hasse, Büroleitender Beamter der Stadt Tönning, gestern auf Anfrage.   Das habe eine Rückfrage beim Amt Eiderstedt ergeben, wo sie registriert seien.  In Tönning  seien insgesamt 352  Hunde  angemeldet.   Seit  der Einführung des Gesetzes zum Halten von Hunden  2016 gab es in der Stadt 27 Verfahren im Zusammenhang mit gefährlichen Hunden, wie  Hasse weiter erläutert. Nicht mehr  als fünf  von ihnen seien als  gefährlich eingestuft  worden.  Sie müssen in der Öffentlichkeit stets an der Leine gehen und einen Maulkorb tragen. Die Schwierigkeiten liegen  woanders:  „In Tönning gibt es die meisten Probleme mit Hunden, die auf Spielplätzen ihr Geschäft verrichten oder  Schafe jagen.“

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