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Amerikanische Polizei in SH : Rotes Blinklicht und Sirene: Neue Ausstattung für Polizeiautos

vom

Schleswig-Holsteins Polizei wird amerikanischer. Zumindest die Streifenwagen. Seit knapp einem Jahr dürfen sie mit Sirenensound nach US-Vorbild Autofahrer stoppen. Knapp die Hälfte der Wagen hat die neue Technik bereits.

shz.de von
erstellt am 01.Nov.2014 | 09:37 Uhr

Kiel | Die Ausrüstung der schleswig-holsteinischen Streifenwagen mit rotem Blinklicht und Sirenen nach US-Vorbild schreitet voran. „Zum Dezember 2014 werden 293 Funkstreifenwagen von 627 ausgestattet sein“, sagte Landespolizeiamts-Sprecher Jürgen Börner der Nachrichtenagentur dpa in Kiel. Es sei geplant, alle Streifenwagen zusätzlich zu Martinshorn und Blaulicht mit dem „Yelp“ (Heulen) und dem roten Blitzlicht „Flasher“ auszurüsten. Alle Neufahrzeuge erhalten die neue Technik, wobei sich nach Angaben Börners keine signifikante Kostenerhöhung ergeben hat. Bestandsfahrzeuge werden nicht nachgerüstet.

Das sogenannte „Yelp“-Signal wird seit Dezember 2013 landesweit im Norden verwendet. Als Vorteil der neuen Technik gilt, dass die Beamten Autos nicht mehr überholen müssen, um sie zum Anhalten aufzufordern. Einsetzen müssen die Polizisten die neue Technik aber nicht, wenn sie ein Fahrzeug stoppen wollen. Ob die Autofahrer die Aufforderungen zum Anhalten jetzt eher bemerken als vor knapp einem Jahr und wie oft die Beamten sie tatsächlich anwenden, steht noch nicht fest. „Eine Evaluation hat noch nicht stattgefunden“, sagte Börner.

Aktiviert werden darf der neue Sirenenton übrigens nur zusammen mit dem roten Blinklicht bei Stoppmanövern. Blaues und rotes Blinklicht dürfen die Beamten nicht gleichzeitig einschalten - aus rechtlichen Gründen. „Die blaue Kennleuchte beinhaltet Sonder- und gegebenenfalls in Verbindung mit dem Martinshorn Wegerechte - das Yelp-Signal ist in Zusammenhang mit dem roten Blitz ein reines Anhaltesignal“, erklärte Börner. Die Einführung der neuen Technik ist rechtlich seit 1. August 2013 bundesweit möglich. Ob sie davon Gebrauch machen, entscheiden die für die Polizei zuständigen Länder selbst. Unter anderem in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hamburg und Sachsen sind die „Yelps“ nach amerikanischem Vorbild bereits im Einsatz.

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