Aktion : Rote Hände gegen Kindersoldaten

Bieten dem Einsatz von Kindern im Krieg die Stirn und rote Hände:  (von links nach rechts) Denise Dalbek, Ann-Kristin Klau, Lisa Pauli, Stafania Teresa Cardi. Foto: staudt
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Bieten dem Einsatz von Kindern im Krieg die Stirn und rote Hände: (von links nach rechts) Denise Dalbek, Ann-Kristin Klau, Lisa Pauli, Stafania Teresa Cardi. Foto: staudt

Internationaler Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten - die Fridtjof-Nansen-Schule ist dabei.

shz.de von
13. Februar 2013, 06:22 Uhr

Flensburg | Akribisch nehmen Schüler der Flensburger Fridtjof-Nansen-Schule die Handabdrücke von ihren Mitschülern im Werkraum der Schule. Die Jungen und Mädchen pressten ihre Hände mit roter Farbe auf weiße Papierblätter - symbolhafte Teilnahme am "Red-Hand-Day", dem internationalen Gedenktag gegen den Einsatz von Kindersoldaten und ihr Schicksal.

Die Aktion entstand nach der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse in der Vorhaben-Woche, in der sich die unterschiedlichen Jahrgänge mit Themen beschäftigten, die so nicht im Lehrplan stehen. Im sechsten Jahrgang war das Thema "Kinder in aller Welt", in der 6a haben sich die Schüler dabei besonders mit Kindersoldaten beschäftigt.

"Der Vorschlag kam von den Schülern selbst", erzählt Beate Thede, Klassenlehrerin und Vertrauenslehrerin an der Fridtjof-Nansen-Schule. Dann fing sie an, gemeinsam mit ihren Schülern zu recherchieren. Unter welchen Umständen werden Kinder zu Soldaten? In welchen Ländern geschieht das? Und wie alt sind sie?

Dabei entstanden auch Diskussionen unter den Schülern, so Beate Thede, zum Beispiel bei der Frage, ob die Kinder Täter oder Opfer sind.

Der zwölfjährige Luca Ripcke ist einer der Schüler der 6a. Ihn hat das Thema sehr interessiert. Die Kinder seien neun bis 13 Jahre alt und damit genau in seinem Alter. "Kinder sind nicht dafür da, in den Krieg zu ziehen, entweder freiwillig mit 18 - oder gar nicht", sagt der Sechstklässler mit voller Entschlossenheit. In ihren Recherchen sind die Schüler dann auf den "Red-Hand-Day" aufmerksam geworden und freuten sich nach der Recherche, selbst aktiv zu werden. Das internationale Gedenken an das Schicksal von Kindersoldaten wird seit über zehn Jahren am 12. Februar begangen und von der "Red-Hand-Day"-Aktion begleitet, die auf die Schicksale aufmerksam machen soll. Die die Idee zur Teilnahme an der Aktion hat Beate Thede dann an die Schülersprecher und deren Vertretung weitergeleitet. "So eine Aktion können die Sechstklässler nicht allein durchführen", sagt sie, "aber sie sollte in Schülerhand bleiben".

Mit Freude haben die Schülervertreter Merle Johannsen (16) und Finn Ripp (17), beide im elften Jahrgang der Gesamtschule, die Aktion begleitet. "Uns freut es, wenn Schüler keine Angst vor schwierigen Themen haben", sagt Merle und lobt darüber hinaus das soziale Engagement der jüngeren Mitschüler. "Die 6a hat ihren Job richtig gut gemacht", meint auch Finn, "die Aktion ist sehr populär und dabei so einfach."

Die Blätter mit den roten Handabdrücken - wer will, kann noch eine Botschaft dazu schreiben - wurden mit Namen an Dr. Barbara Schwaner-Heitmann übergeben, Fraktionsmitglied der Grünen im Kreis Schleswig-Flensburg. Der weitere Weg: nach Kiel zu Rasmus Andresen, Abgeordneter des Landtages, und dann über den Bund zur Uno. Beate Thede: "Eine tolle Aktion."

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