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Mit Video : Robert Habeck setzt auch bei der IT auf den Ökogedanken

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Umwelt, Landwirtschaft und nun noch die IT: Der Grünen-Politiker will auch dabei Ressourcen sparen. Wir haben mit ihm ein Rechenzentrum besucht.

Norderstedt | Weniger Energieverbrauch, weniger Ressourcen - Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Robert Habeck (Grüne) will bis Mitte nächsten Jahres eine Green-IT-Strategie für das nördlichste Bundesland entwickeln lassen. „Energiewende und Klimaschutz sind ohne Digitalisierung nicht mehr zu denken“, sagte Habeck am Dienstag bei einem Besuch des unterirdischen Rechenzentrums des zentralen IT-Dienstleisters Dataport in Norderstedt. Der Ökogedanken soll künftig auch für die IT der Landesverwaltung gelten.

Noch bis Donnerstag besucht Habeck auf einer Sommerreise Start-Ups, die Netzleitstelle der Schleswig-Holstein Netz AG und trifft sich mit Landwirten. Er will sich informieren, wie die Digitalisierung in ihren Alltag Einzug hält. „Das ist für mich auch eine Art Orientierungsreise“, sagte Habeck. Denn erst seit dem Regierungswechsel vor wenigen Wochen verantwortet er in der Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP auch den Bereich Digitalisierung.

Knapp 300 physische Server stehen in den Räumen des Rechenzentrums von Dataport in Norderstedt. Noch einmal so viele gibt es Luftlinie zwölf Kilometer davon entfernt in Hamburg-Alsterdorf. Darauf liefen rund 5000 virtuelle Server, sagt Andreas Reichel. Er ist Vorstand Technik bei Dataport und führt Habeck durch die unterirdischen Räume.

„Was am stärksten wächst ist der Speicherbedarf.“ Daten von Millionen Menschen nicht nur aus Schleswig-Holstein und Hamburg, sondern auch aus Bremen und Sachsen-Anhalt sowie die Steuerdaten der Niedersachsen und der Bewohner Mecklenburg-Vorpommerns liegen auf den Servern von Dataport. Der Dienstleister verarbeitet beispielsweise Einwohnermelde-Daten, Polizei- und Haushaltsverfahren für die Länder.

Rechenzentren, Computer und Smartphones verbrauchten zunehmend mehr Strom, sagte Habeck. „Wir müssen die Energieeffizienz bei Beschaffung und Nutzung deutlich steigern.“ Ein Gegenmittel könnte die Zentralisierung von Servern sein. Das 2013 in Betrieb genommene Rechenzentrum mit seinen beiden Standorten ist dafür ein gutes Beispiel. „Wir nutzen hier zu 100 Prozent Ökostrom“, sagte Reichel. Und davon deutlich weniger als sechs alte Rechenzentren im Norden.

Der Stromverbrauch sank von 1,2 auf nun 0,5 Megawatt. „Was wir hier verbrauchen, entspricht dem Verbrauch einer Gemeinde mit 4000 Einwohnern“, sagte Reichel. Je Standort sind 40.000 Meter Netzwerkkabel verlegt. Rund 16.800 Prozessoren sind im Einsatz. Damit die auch bei einem Stromausfall noch arbeiten, gibt es in Hamburg und in Norderstedt je zwei Notstrom-Schiffsdiesel. Für jeden stehen 80.000 Liter Diesel bereit. „Damit kann der Betrieb im Notfall 72 Stunden lang weitergehen“, sagte Reichel.

Für Habeck hat das neue Rechenzentrum Vorbildcharakter. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Datenmenge immer weiter steigt - und damit auch der Stromverbrauch“, sagte er. Eine IT-Strategie müsse diesen Anstieg bremsen. In Norderstedt jedenfalls sind längst nicht alle Schränke bereits mit Servern vollgestopft. Es ist noch reichlich Platz frei.  Habeck interessierte sich bei seinem Besuch in Norderstedt aber auch für die Sicherheit der Daten. „Die öffentliche Verwaltung trägt eine hohe Verantwortung. Wir verarbeiten viele, hochsensible Daten“, sagte er.

Dataport hat 2500 Mitarbeiter und machte 2016 einen Umsatz in Höhe von 507 Millionen Euro. „Zehn Prozent des Umsatzes wird von uns für die Sicherheit ausgegeben“, sagte Reichel. Jedes Jahr führe Dataport 40.000 Aktualisierungen auf den Servern durch. Denn: „Wir werden permanent angegriffen.“ Pro Monat würden etwa 100 ernsthafte Attacken registriert. „Wir versuchen, so viel Technik und Geld einzusetzen, dass ein Angriff für die Angreifer uninteressant wird.“

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erstellt am 25.Jul.2017 | 18:57 Uhr

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