Lübeck : Rentner auf Straße erschlagen: Angeklagter schweigt vor Gericht

Der Angeklagte wolle sich zunächst nicht äußern. Was der Auslöser für die brutale Attacke war, bleibt offen.

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03. August 2018, 19:39 Uhr

Lübeck | Mit der Verlesung der Anklage hat am Freitag in Lübeck der Totschlagsprozess gegen einen 44 Jahre alten Mann begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am ersten Weihnachtstag des vergangenen Jahres in Lübeck einen 78 Jahre alten Mann auf offener Straße erschlagen zu haben. Mit einem Ast, der er zuvor vermutlich als Gehstock benutzt habe, habe er auf den Rentner eingeschlagen, sagte Staatsanwalt Nils-Broder Greve. Weil zwei Sachverständige aus Termingründen am Freitag nicht anwesend sein konnten, wurde die Verhandlung unterbrochen.

Sie soll am 10. August fortgesetzt werden. Der Anwalt des Angeklagten erklärte am Freitag, sein Mandant wolle sich zunächst weder zu den Tatvorwürfen noch zu seiner Person äußern.   Das Opfer sei mit seinem Fahrrad unterwegs gewesen, als er auf den Angeklagten getroffen sei, heißt es in der Anklage. Der 44-Jährige habe so heftig auf sein Opfer eingeschlagen, dass dessen Fahrradhelm zerbrach und sein Schädel zertrümmert wurde.

Bei der Tat stand der Angeklagte demnach unter Drogeneinfluss. In einer nach der Tat entnommenen Blutprobe seien Amphetamine und THC, ein Bestandteil von Cannabis, gefunden worden.  Der Angeklagte, ein unauffällig wirkender Mann mit kurz geschnittenem dunkelblondem Haar und hageren Gesichtszügen, verfolgte die Verlesung der Anklage ohne erkennbare Regung.

Der 44-Jährige war kurz nach der Tat festgenommen worden. Ein Zeuge hatte den blutverschmierten Angeklagten neben einem Fahrrad auf dem Radweg angetroffen und dann den am Boden liegenden Rentner entdeckt. Der starb trotz Reanimationsbemühungen der Rettungskräfte noch am Tatort.

Der Angeklagte verschwand währenddessen, konnte aber wenig später in der Nähe festgenommen werden. Er sitzt seit dem 25. Dezember in Untersuchungshaft.   Vermutungen, dass der 78-Jährige Opfer eines Raubmordes geworden sein könnte, hatten sich nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft nicht bestätigt. Zunächst hatten Medien unter Berufung auf Zeugen berichtet, der Rentner habe kurz vor der Tat in einer Spielhalle in der Nähe eine größere Geldsumme gewonnen.

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