Wirtschaft verärgert : Rendsburger Kanaltunnel: Täglicher Schaden von 50.000 Euro

Im westlichen Teil  des Tunnels wird seit Januar 2017 gearbeitet. Die Röhre soll 2020 für den Verkehr freigegeben werden.

Im westlichen Teil des Tunnels wird seit Januar 2017 gearbeitet. Die Röhre soll 2020 für den Verkehr freigegeben werden.

Die Arbeiten an der Weströhre gehen planmäßig voran. Der Wirtschaft jedoch dauert die Instandsetzung viel zu lang.

shz.de von
10. November 2018, 15:21 Uhr

Rendsburg | Im Gegensatz zur Wirtschaft sehen die zuständigen Behörden die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels unter dem Nord-Ostsee-Kanal auf einem guten Weg. Die Sanierung der Weströhre des Rendsburger Kanaltunnels liegt voll im Zeitplan. „Wir haben die uns selbst gesteckten Ziele erreicht, auch im zweiten Jahr. Damit können wir sehr zufrieden sein“, sagte Sönke Meesenburg, Leiter des Fachbereichs Investitionen Nord-Ostsee-Kanal beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau.

Die Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UV Nord) ist dagegen mit ihrer Geduld am Ende. „Das Verständnis in der Wirtschaft für die Sanierungsdauer ist vollständig aufgebraucht“, so Geschäftsführer Sebastian Schulze.

Der Zeitplan lief bei der Sanierung der Oströhre wegen unvorhergesehener Probleme aus dem Ruder. Vorgesehen war eine Bauzeit von 2,5 Jahren für den gesamten Tunnel, gebraucht hat das WSA für die Oströhre fast fünf Jahre. Im westlichen Teil wird seit Januar 2017 gearbeitet. Wie geplant, wurden im vergangenen Jahr die Wände saniert, in diesem Jahr der Boden.

2019 soll die Betriebs- und Verkehrstechnik eingebaut werden. Beabsichtigt ist, die Weströhre 2020 für den Verkehr freizugeben. Die Sanierung des rund 600 Meter langen Tunnels wird voraussichtlich rund 80 Millionen Euro kosten – mehr als drei Mal so viel wie geplant, sagte WSA-Sprecher Jirka Niklas Menke. Die Kosten trägt der Bund. 

Doch nicht nur den Steuerzahler, auch die Wirtschaft kommt die Dauerbaustelle nach Einschätzung des UV Nord teuer zustehen .„Den Unternehmen im Wirtschaftsraum Rendsburg entsteht täglich ein Schaden in Höhe von bis zu 50.000 Euro“, sagte Schulze. Dies seien regionale Schätzungen. „Insbesondere in den Hauptverkehrszeiten sind Fahrzeiten überhaupt nicht zu kalkulieren.“ Hinzu kämen Kündigungen von Mitarbeitern, die sich dem täglichen Staustress nicht mehr aussetzen wollten. Spediteure verlangten Aufschläge für Lieferungen in die Region.

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