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Helgoländer Düne : Rekordjahr für Kegelrobben: Etwa alle 20 Meter ein Jungtier

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Die Robben vermehren sich prächtig. Auf der Helgolander Düne wird es deshalb langsam schon eng.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2016 | 07:07 Uhr

Helgoland | 133 Kegelrobben-Bullen, 279 Weibchen, dazu kommen rund 280 Jungtiere - und täglich werden es mehr: Die Kegelrobben auf der Helgoländer Düne vermehren sich prächtig. „In dieser Saison steuert Helgoland auf einen neuen Rekord zu“, sagte Volker Redeker von der Naturschutzgesellschaft Verein Jordsand. Seit der ersten Kegelrobbengeburt auf der Hochseeinsel im Jahr 1996 sei die Geburtenzahl der streng geschützten Tiere auf 317 Jungtiere im Winter 2015 gestiegen.

Kegelrobben sind die größten deutschen Raubtiere und stehen unter besonderem Schutz. Die Tiere dürfen nicht gejagt werden - und verlassene Jungtiere werden aufgepäppelt.

Die Kegelrobbe gilt mit einer Länge von bis zu drei Metern und einem Gewicht von bis zu 320 Kilogramm als Deutschlands größtes Raubtier. Ihren Nachwuchs bringt sie in den Wintermonaten von November bis Ende Januar zur Welt. Auf der 0,7 Quadratkilometer großen Helgoländer Düne haben sich die meisten Tiere auf dem Nordstrand gesammelt. Für Robben-Verhältnisse liegen sie dort „sehr dicht gedrängt“, sagte Redeker: Ungefähr alle 20 Meter eine Mutter mit ihrem Jungtier, dazwischen die Bullen, die ihren Harem bewachen. Auf Helgoland umfasst ein Harem in der Regel sechs bis sieben Weibchen. „Das entspricht einem Strandabschnitt von 50 bis hundert Metern, erklärte der Dünen-Ranger.

Solange das Robbenbaby gesäugt werden muss, bleibt das Muttertier an seiner Seite. Trotzdem sieht man immer wieder junge Robben allein am Strand. „Weil die Mutter vier bis fünfmal am Tag für ein, zwei Stunden ins Wasser geht, um sich abzukühlen“, erklärte Redeker.

Kegelrobben haben im Gegensatz zum Menschen keine Schweißdrüsen, um die Köpertemperatur automatisch zu regulieren. „Wenn sich ihr Körper aufheizt, muss sie ihn selber herunterkühlen.“ Es kommt immer wieder zu Beißereien, denn die Bullen wollen sich möglichst schnell wieder mit den Weibchen paaren. Oft wollen die Muttertiere das nicht und beißen die Bullen weg. Das endet auf keinen Fall so blutig wie ein Revierkampf zwischen den Bullen. „Besonders zwischen alten, erfahrenen Bullen und Jung-Bullen, die gerade erst geschlechtsreif geworden sind, kann man regelmäßig Kämpfe beobachten“, sagte Redeker. Doch das sieht meist schlimmer aus, als es ist. Der Grund: Die Robben-Bullen beißen sich meist gegenseitig nur in ihre „Stiernacken“. Dicke Speckrollen verhindern dabei in der Regel, dass die scharfen Zähne Lebenswichtiges verletzen, bevor einer aufgibt.

Als angeblicher Konkurrent der Fischer waren Kegelrobben über die Jahrhunderte in der Nordsee nahezu ausgerottet. Heute gibt es im Wattenmeer wieder vier Kolonien mit Jungen: Eine nahe der westfriesischen Insel Terschelling (Niederlande), zwei auf Sandbänken nahe Juist und Amrum sowie die Kolonie auf der Helgoländer Düne. Nach Angaben der Naturschutzgesellschaft „Schutzstation Wattenmeer“ wird der Kegelrobben-Bestand auf weltweit 150.000 Tiere geschätzt.

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